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Dezbateri
Luni, 6 iulie 2015 - Strasbourg Ediţie revizuită

2. Declarația președintelui (Comemorarea masacrului din Srebrenica)
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  Der Präsident. – Sehr geehrte Damen und Herren! Wir gedenken heute der Menschen, die vor 20 Jahren bei dem Massaker in der bosnischen Stadt Srebrenica ermordet wurden. 8 000 Jungen und Männer wurden innerhalb weniger Tage systematisch und auf bestialische Weise getötet, und das inmitten Europas. Vor den Augen der Welt fand in Srebrenica das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs statt – ein Akt des Völkermords, der niemals hätte geschehen dürfen, ein kollektives Versagen der internationalen Gemeinschaft, das uns bis heute zutiefst beschämt.

Wir verneigen uns vor den Opfern. Im Namen des Europäischen Parlaments spreche ich ihren Familien, den Hinterbliebenen, unser tiefes Mitgefühl aus. Bis zum heutigen Tage erfuhren nicht alle Ermordeten Gerechtigkeit. Bis zum heutigen Tage fanden nicht einmal alle Getöteten eine letzte Ruhestätte. Deshalb wollen wir weiter dafür kämpfen, dass die Opfer und ihre Hinterbliebenen die Gerechtigkeit bekommen, die sie verdienen.

2007 wurde das Massaker vom Internationalen Strafgerichtshof endlich als Völkermord eingestuft. Das war ein wichtiger Meilenstein, besonders, weil das Massaker in einem von den Vereinten Nationen als sicherer Ort deklarierten Gebiet stattfand und damals zum Symbol einer internationalen Gemeinschaft wurde, die angesichts der schweren Menschenrechtsverletzungen überfordert war.

Wir haben als Europäisches Parlament bereits zweimal Stellung zu dem Völkermord von Srebrenica bezogen: 2005 und 2009. Wir haben damals aller Opfer von Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien gedacht. Heute – 20 Jahre später – erneuern wir unsere Verpflichtung: Wir werden Srebrenica nicht vergessen. Denn Versöhnung kann es ohne Erinnerung nicht geben. Versöhnung kann es nur dann geben, wenn erfahrenes Leid und erlittener Schmerz anerkannt werden, wenn wir uns daran erinnern, wie vergiftete Rhetorik und populistische Hetze ethnischen Säuberungen den Weg bereiten, wenn wir uns daran erinnern, wie die multiethnischen und multireligiösen Wurzeln des Balkans geleugnet wurden – und das mit dem Ziel, Grenzen neu zu ziehen. Wir stellen uns entschieden all denjenigen in den Weg, die alte Dämonen wieder erwecken und erneut Unfrieden stiften wollen.

Deshalb, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, sind Gedenkveranstaltungen wichtig, um sich vor Augen zu führen, dass die destruktiven Kräfte immer lebendig sind. Ich habe meine Kollegin, Frau Vizepräsidentin Lunacek, gebeten, das Europäische Parlament in der kommenden Woche auf der Gedenkveranstaltung am 11. Juli in Srebrenica zu vertreten.

Das Europäische Parlament setzt sich unermüdlich für eine europäische Perspektive des Westbalkans ein, auch weil eine sichere und stabile Nachbarschaft in unserem ureigenen Interesse ist. Die Tür nach Europa steht jenen offen, die den Weg der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einschlagen, die Versöhnung auch als einen Schlüssel zur Sicherheit und zur Zusammenarbeit im Westbalkan begreifen.

Ich darf Sie bitten, meine Damen und Herren, sich zum Gedenken an die Opfer von Srebrenica von Ihren Plätzen zu erheben.

(Das Parlament erhebt sich zu einer Schweigeminute.)

 
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