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Cycle relatif au document : O-000044/2017

Textes déposés :

O-000044/2017 (B8-0322/2017)

Débats :

PV 03/07/2017 - 15
PV 06/07/2017 - 15.1
PV 06/07/2017 - 15.2
CRE 06/07/2017 - 15.1
CRE 06/07/2017 - 15.2

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Textes adoptés :


Débats
Jeudi 6 juillet 2017 - Strasbourg Edition révisée

15.2. O-000044/2017: Armée européenne
Vidéo des interventions
PV
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  Der Präsident. – Als nächster Punkt der Tagesordnung folgt die Aussprache über die Große Anfrage gemäß Artikel 130b der Geschäftsordnung von Beatrix von Storch im Namen der EFDD-Fraktion an die Kommission betreffend eine EU-Armee (O—000044/20172017/2760(RSP)) (B8-0322/2017).

 
  
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  Beatrix von Storch, Verfasserin. – Herr Präsident, Herr Kommissar! Heute sind noch weniger Menschen hier im Plenum als am letzten Dienstag, als Herr Juncker sich schon aufgeregt hat. Ich kann das irgendwie verstehen. Die Antworten, die Sie auf unsere Anfragen geben, sind von einem nicht zuständigen Kommissar – Sie sind nicht zuständig –, sie werden verlesen – vorbereitete Statements, die von einem Beamten vorbereitet worden sind. Die Antworten werden uns vorab nicht zur Verfügung gestellt, weil Sie sagen: Sie kommen ja ohnehin hierher. Aber wenn Sie sowieso nur Statements verlesen, dann können Sie uns das Statement eigentlich auch vorab geben. Dann können wir besser darüber debattieren.

Was wir kritisieren: Die Antworten der Kommission sind grundsätzlich nichtssagend, und sie weichen dem Kern der Frage zu oft aus. Sie wollen als Europäische Kommission vom Parlament nicht kontrolliert werden. Aber ich gebe die Hoffnung natürlich nicht auf, und deswegen habe ich Fragen.

Erstens: Befürwortet die Kommission tatsächlich den Aufbau einer Interventionsarmee, die kriegerische Einsätze in Nachbarländern durchführen soll – Nachbarstaaten Europas? Warum hat diese Wertegemeinschaft Europa aus den Einsätzen und den Fehlern der USA nichts gelernt?

Zweitens: Wenn Juncker davon spricht, mit einer EU-Armee müssten die Werte der EU verteidigt werden: Soll das heißen, dass wir wie die USA mit militärischen Mitteln demokratische Strukturen in Libyen einführen wollen oder Gender-Mainstreaming in Marokko?

Und drittens: Warum hat Herr Juncker im März 2015 davon gesprochen, dass eine EU-Armee in einem Mitgliedstaat eingesetzt werden könnte? Gegen wen? Gegen die Regierung? Gegen die Regierung von Polen oder Ungarn beispielsweise? Oder sollen österreichische Einheiten auf Aufständische in Slowenien schießen? Mir fehlt da ein bisschen die Fantasie dafür, aber vielleicht helfen Sie uns gleich weiter.

Meine Meinung: Die EU-Armee ist das Letzte was wir brauchen. Es gibt keinen Grund, neben der NATO eine Doppelstruktur zu bauen. Die NATO muss ein Verteidigungsbündnis bleiben. Aber es ist ein Mythos, dass es die EU gewesen ist, die bislang den Frieden gesichert hat. Das war immer die NATO, und so soll es auch gerne bleiben. Den Frieden, den wir in Europa haben, der gefährdet eine EU-Armee vielmehr. Sie wollen den starken Mann gegen Russland markieren. Das brauchen wir aber nicht, denn dafür haben wir die NATO. Wir brauchen nun mal keine Doppelstrukturen, und die EU-Armee gefährdet natürlich auch die Neutralität von fünf Mitgliedstaaten in der Europäischen Union: Österreich, Finnland, Irland, Malta und Schweden.

Sie und viele andere Regierungen – auch die in Deutschland – wollen die EU-Armee, weil Sie einen weiteren Schritt hin zu den Vereinigten Staaten von Europa gehen wollen. Sie machen den gleichen Fehler wie seinerzeit beim Euro. Die gemeinsame Währung war auch eine ökonomische Fehlplanung und hat die politische Union erzwingen wollen. Das ist ziemlich erkennbar gescheitert. Die Krise des Euro hat uns viel Leid zugefügt – besonders den Griechen, aber auch anderswo. Und nun wollen Sie eine gemeinsame Armee, um die politische Union weiter zu erzwingen! Was wird das für Krisen verursachen! Krieg mit Russland?

Sie schaffen Strukturen, ohne europäischen Konsens zu haben. Eine solche Armee ist genauso wenig einsatzfähig wie der Euro. Der Euro hat es bereits bewiesen – und beim Euro ging es nur um Geld und nicht um Menschenleben.

Hören Sie doch bitte damit auf, militärische Ressourcen zentralisieren zu wollen. Europa kann sich mit der NATO und mit dezentralen Strukturen gut verteidigen. Eine zentralisierte Armee braucht man nur zum Angreifen, und das wollen wir nicht, und wir wollen auch die EU nicht als Militärmacht aufbauen, die in anderen Ländern interveniert. Das ist genau das Gegenteil von dem, was wir wollen. Wir wollen ein friedliches Europa, das sich selber schützt, aber das nicht in anderen Staaten interveniert.

 
  
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  Vytenis Povilas Andriukaitis, Member of the Commission. – Mr President, President Juncker’s priority in the area of security and defence is to strengthen European defence cooperation. A recent proposal by the Commission, as well as steps agreed by the Council in May and the European Council in June, demonstrates that the EU as a whole is determined to take defence cooperation to a higher level: to invest more, collaborate more and put more emphasis on the actual output of the effort.

The reflection paper on the future of European defence, adopted on 7 June by the Commission, offers forward-looking defence scenarios as a contribution to the ongoing debate, identifying the main options for the direction of travel. Such future perspectives should not let us get distracted from the concrete work which we have been undertaking over the past year. The global strategy and the new level of ambition derived from it provide us with a strategic vision and purpose, which are now translating into concrete action. Deeper defence cooperation, in both operational and capability terms, is the only way Europeans can deliver the strong and state-of-the-art military capacity that we need to address external conflicts and crises, and thus protect the European Union and its citizens.

Also, in the long run, let there be no mistake: military capabilities are, and will remain, owned and operated by the Member States, which can choose to make them available within various frameworks, as has been mentioned, including the EU, NATO and the United Nations. We are mobilising European Union instruments to support Member States, not to set up common assets – what has been called an ‘EU army’. Not at all. Absolutely not.

Moreover, we recognise that NATO remains the cornerstone of our Atlantic security, providing for the collective and territorial defence of its members. Indeed, the EU is committed to strengthening its cooperation with NATO on the basis of the joint declaration of 8 July 2016 by Presidents Tusk and Juncker and the Secretary-General of NATO, and its implementation. However, the EU has been contributing to addressing external challenges through the common security and defence policy crisis-management missions and operations for many years. That is also nothing new – and the public requires, and our security demands, that we do more as Europeans to help stabilise volatile regions and build local capacities.

This external action has a direct impact on our internal security. Nevertheless, such missions and operations can only take place outside the Union, and that continues to be the case. Irrespective of the particular circumstances of a conflict or crisis, the Union’s action is always guided by respect for the principles of the United Nations Charter and international law, which are essential elements of our Union.

The EU response to external conflicts, crises and instability will always combine a number of instruments, ranging from diplomacy, development and other forms of assistance to civilian or military crisis management. The complex challenges we face today cannot be tackled by one instrument alone, be it military or other.

The EU has a unique mix of tools and instruments. The nature of the threats we face requires us to use the broad toolbox at our disposal with greater flexibility, tearing down walls between external and internal, civilian and military, state and non-state instruments.

 
  
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  Stanislav Polčák, za skupinu PPE. – Pane předsedající, charakter vystoupení paní Storchové mě přesvědčil, že musím změnit svůj předem připravený projev.

Zaprvé jsem přesvědčen, že její kritika toho, že dnes ve čtvrtek odpoledne je zde málo kolegů, je nepřípadná za situace, kdy ona tady na červnovém zasedání ve čtvrtek odpoledne nebyla. Myslím si, že by si paní kolegyně měla sáhnout tak trochu do vlastního svědomí.

Zadruhé v té interpelaci podsouvá panu Junckerovi určitá sdělení, která nejsou v jeho sdělení obsažena. To je podle mého názoru rovněž trochu nepřípadné.

Zatřetí, pokud jde o kritiku pana komisaře, on v té minulé interpelaci, která si myslím, že splňuje kritéria pro označení za závažné, hovořil 16 + 4 minuty a myslím, že vystupoval velmi věcně, velmi zevrubně, kritizovat jej, to mně připadá rovněž nepřípadné.

A za čtvrté, a to je moje poslední vyjádření k této interpelaci, společná bezpečnostní a obranná politika dle Lisabonské smlouvy zahrnuje postupné utváření společné obranné politiky, přičemž to má být dosaženo na základě společného jednomyslného rozhodnutí Evropské rady.

 
  
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  Ivan Jakovčić, u ime kluba ALDE. – Gospodine predsjedniče, ne mogu se oteti dojmu, poštovana kolegice Storch, da se radi o jednom krajnje politikantskom pitanju. Kao što sam i očekivao, naime od Vas, ovdje ste u uvodu pomiješali sve. Pomiješali ste SAD, pomiješali ste Rusiju, a na kraju zamislite i to da bi europska vojska mogla djelovati i u Mađarskoj i Poljskoj. Dakle, zaista krajnje, krajnje politikantstvo.

Ali ipak, reći ću sljedeće, evo Sirija, kao dobar primjer. U Siriji ratuju SAD i Rusija. Tko trpi posljedice? Europska unija. Migrante koji dolaze iz tih područja upravo stranka kojoj pripada gospođa Storch želi iskoristiti za razbijanje Europske unije. Dakle, politikantstvo par excellence.

 
  
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  Jiří Pospíšil (PPE). – Pane předsedající, já ten problém vidím podobně jako mí předřečníci. Paní von Storchová na jedné straně zvedá velmi zásadní téma, jak intenzivní bude do budoucna spolupráce evropských zemí na obranné úrovni, to znamená, zda půjde o strukturovanou spolupráci pouze v oblasti třeba průmyslu, výzkumu, obranného a tak dále, anebo zda dokonce v budoucnu to dospěje až k společné armádě. Ale bohužel tou formou, jak je ta otázka položena, tak musím říci, že je velmi zavádějící a je vkládáno do úst panu Junckerovi něco, co neřekl. A tady já říkám jasně, obhajoba evropských hodnot, pro mě to je, paní von Storchová, obhajoba lidských práv. To je klíčové téma, je to téma, které musíme prezentovat, debatujeme o něm často zde a dneska už je Evropská unie jeden z mála světových hráčů, který permanentně lidská práva obhajuje. A to je, myslím, strašně důležité a buďme za to rádi. A vaše zpochybňování role Spojených států amerických, které dvakrát zachránily tento kontinent v první a druhé světové válce, mně připadá jako nepatřičné.

 
  
 

Catch-the-eye-Verfahren

 
  
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  Ангел Джамбазки (ECR). – Г-н Председател, уважаеми колеги, уважаеми г-н Комисар, темата европейска армия е вечен спорен въпрос сякаш. Дублирането на НАТО е неразумно, икономически неизгодно и технически неизпълнимо. Държавите – членки на Северноатлантическия договор, дори не изпълняват задълженията си да влагат по 2% от своя брутен вътрешен продукт в своята отбрана и поне 20% в превъоръжаване и закупуване на ново оръжие.

Сътрудничеството за отбрана е нещо различно. За това може да се мисли и затова трябва да се говори. Ако става дума за общо закупуване на оръжие, екипировка за общо обучение на въоръжените сили, това е нещо, което би било полезно. Може да се мисли, и Комисията има роля тук, за това отделните държави да бъдат специализирани в производството на различна механизация, техника на различни бойни машини за авиацията, бронираната техника и военноморските сили. Това вече би било полезно за икономиката на държавите – членки на Европейския съюз.

 
  
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  Krisztina Morvai (NI). – Kedves Képviselőtársaim! A Varsói Szerződés keretei között működő kötelező sorkatonai szolgálat idején sok vicces és kevésbé vicces anekdotát hallgattunk férfi évfolyamtársainktól, barátainktól. Az egyik így szólt, nagyon jól emlékszem, hogy az illetőnek azt kiabálta a katonai felettese, hogy „Futás, jönnek az olaszok!”. Mire az illető, ilyen tipikus értelmiségi egyetemista futott, aztán hátranézett és mondja: „Nem is jönnek semmiféle olaszok, minek fussak?” Na most kérdezem, hogy ez a bizonyos európai uniós kvázi hadsereg mit fog mondani majd a kiképzés alatt álló katonáknak, hogy kik elől kell futni? Tehát én teljesen logikusnak tartom von Storch asszonynak a kérdését, hogy ki az ellenség? Who is the enemy? Kivel szemben fog fellépni ez a sok pénzből létrejövő európai hadsereg, és mi lesz az, amit ők tudnak, és a NATO nem tud? Tessék tehát komolyan venni a kérdést és a felvetést.

 
  
 

(Ende des Catch-the-eye-Verfahrens)

 
  
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  Vytenis Povilas Andriukaitis, Member of the Commission. – Mr President, I would like to repeat certain things again because some information can be misleading. You know very well – we all know very well – that our military capacities are in the hands of the Member States. They own those capacities and they operate with those capacities. The decision to deploy national army forces remains at national, constitutional level, not at EU level. We are only supporting Member States to deepen defence cooperation among themselves and foster a common European perspective. That is all.

The EU can only decide to deploy a military operation with the mandate to potentially use armed forces outside the Union and with the mandate of the United Nations under international law. May I repeat once again this very important Article 2 of the Treaty on European Union, which states: ‘The Union is founded on the values of respect for human dignity, freedom, democracy, equality, the rule of law and respect for human rights, including the rights of persons belonging to minorities. These values are common to the Member States in a society in which pluralism, non—discrimination, tolerance, justice, solidarity and equality between women and men prevail.’ These are our cornerstones.

The EU is taking concrete steps to strengthen European security and defence – in response to a clear demand by our citizens – and also to contribute to better sharing the burden across the Atlantic.

It is, of course, important to pay close attention to our strategic communications and to explain to a wider audience what we are doing and trying to achieve, and also what we are not doing. I think it is also very important to say what we are not doing. We are not making an EU army. The European Parliament is absolutely critical in relation to delivering on our promise to provide more protection and security for our citizens. We are doing this in the European way – as I like to emphasise – using the European Union’s unique mix of instruments, and in partnership wherever possible.

 
  
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  Der Präsident. – Die Aussprache ist damit geschlossen.

 
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