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Plenardebatten
Montag, 5. Oktober 2020 - Brüssel Vorläufige Ausgabe

Frauen in Entscheidungspositionen in Leitungsgremien von Unternehmen und aktueller Stand der Richtlinie zur Gewährleistung einer ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern unter den nicht geschäftsführenden Direktoren/Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Gesellschaften und über damit zusammenhängende Maßnahmen (Aussprache)
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  Christine Anderson (ID). – Herr Präsident! Ein jedes Unternehmen handelt so, dass es seinen Gewinn maximiert. Dies gilt natürlich auch für Stellenbesetzungen. Wenn also eine Frau für eine Stelle geeigneter ist als ein Mann, dann liegt es im ureigensten Interesse des Unternehmens, diese Frau einzustellen und den Mann eben nicht. Aber darauf verlässt sich die Kommission nicht. Stattdessen drangsaliert die Kommission die Mitgliedstaaten jetzt mit ihrem hochnotpeinlichen politisch korrekten Frauenquotengedöns.

Aber wieso beschränkt sich die Forderung eigentlich nur auf Frauenquoten in Führungspositionen? Wieso fordern wir nicht auch Frauenquoten bei Bauarbeitern, LKW-Fahrern oder Kanalarbeitern? Kein Wunder, dass immer mehr Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländer abwandern, in denen sie frei von ideologischem Schwachsinn unternehmerisch sinnvolle Entscheidungen treffen können. So wird am Ende der Markt regeln, was die Kommission zu erzwingen versucht. Wenn dann am Ende Männer und Frauen gleichermaßen arbeitslos sind, können sie ja im Bereich der Transferleistungen ihre Geschlechterparität herstellen. Im Rahmen der EU-Arbeitslosenversicherung findet sich da sicherlich was.

Nein, es bleibt dabei: Frauenquoten sind staatlich zelebrierter benevolenter Sexismus. Eine staatlich erzwungene Frauenquote bringt zum Ausdruck, wogegen Frauenbewegungen der Vergangenheit zu Recht gekämpft haben – nämlich das Frauenbild, dass Frauen offenbar zu schwach sind, um im Job erfolgreich zu sein, und deswegen der Unterstützung der Staatsgewalt bedürfen.

Mit Ihrer Forderung nach Frauenquoten helfen Sie Frauen nicht. Im Gegenteil: Sie offenbaren damit in beschämender Art und Weise Ihre erbärmliche, herablassende, anmaßende und patronisierende Haltung gegenüber Frauen. Die Chauvinisten und Machos dieser Welt lassen die Sektkorken knallen. Die EU-Kommission unter Führung einer Frau bestätigt höchst offiziell das chauvinistische Frauenbild – na bravo!

 
Letzte Aktualisierung: 6. Oktober 2020Rechtlicher Hinweis - Datenschutzbestimmungen