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Procedūra : 2020/2886(RSP)
Procedūros eiga plenarinėje sesijoje
Dokumento priėmimo eiga : O-000076/2020

Pateikti tekstai :

O-000076/2020 (B9-0030/2020)

Debatai :

PV 15/12/2020 - 15
CRE 15/12/2020 - 15

Balsavimas :

Priimti tekstai :


Diskusijos
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Antradienis, 2020 m. gruodžio 15 d. - Briuselis Atnaujinta informacija

15. Reglamento (ES) 2017/185 nukrypti leidžiančių nuostatų dėl skerdimą vykdančių įmonių galiojimo pabaiga (diskusijos)
Kalbų vaizdo įrašas
PV
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  Der Präsident. – Als nächster Punkt der Tagesordnung folgt die Aussprache über die Anfrage zur mündlichen Beantwortung an die Kommission zum Ende der in der Verordnung (EU) 2017/185 festgelegten Ausnahmeregelung für Schlachthöfe von Norbert Lins im Namen des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (O-000076/2020 – B9-0030/20) (2020/2886(RSP)).

Ich darf nochmals alle Mitglieder auf die Bestimmungen hinweisen – keine spontanen Wortmeldungen, keine blauen Karten, Zuschaltungen von den Verbindungsbüros –, die angesichts von Corona bei uns derzeit leider gehandhabt werden müssen.

 
  
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  Norbert Lins, Verfasser. – Herr Präsident, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich darf hiermit der Kommission den vom Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung vorgelegten Fragenkatalog zum Ende der Ausnahmeregelung für Schlachtbetriebe gemäß der Verordnung (EU) 2017/185 präsentieren.

Lassen Sie mich zunächst darauf hinweisen, dass es in der EU bestimmte Schlachtbetriebe gibt, die Tiere ohne Einhaltung bestimmter Hygieneanforderungen schlachten und weiterverarbeiten dürfen. Dies betrifft aber nur eine begrenzte Menge an Tieren im Geflügel- und im Hasenfleischsektor, um lokales und frisches Fleisch an den Endverbraucher oder an die Einzelhändler, die direkt an den Endverbraucher liefern, zu vermarkten.

Um der hohen Nachfrage der Verbraucher nach diesen lokalen Produkten nachzukommen und eine bessere Vergütung der lokalen Erzeuger zu gewährleisten, wurden kurze Vermarktungskreisläufe entwickelt. Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Praktiken Hand in Hand mit der Farm-to-Fork-Strategie der Kommission gehen. Diese Strategie fordert ja unter anderem die Mitgliedstaaten auf, auf eine nachhaltigere Produktion und einen nachhaltigeren Konsum umzusteigen. Darüber hinaus werden kurze Verarbeitungs- und Produktionsketten als Antwort auf die wachsende gesellschaftliche Nachfrage und die Begünstigung der Produktion vor Ort gefordert. Auch darauf Bezug nehmend würde ich Ihnen gerne den aktuellen komplexen Rechtsrahmen erläutern, der neben anderen Dingen für diese Schlachtbetriebe gilt.

Die Hygieneverordnung legt die spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs fest. Abweichend von diesen Vorschriften sah die Kommission vor, dass eine Ausnahme für die direkte Lieferung kleiner, auf dem Hof geschlachteter Mengen von Geflügel- und Hasenfleisch an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsunternehmen, die den Endverbraucher direkt beliefern, gelten sollte.

Diese Ausnahme ist jedoch ab dem 1. Januar 2021 nicht mehr möglich, da die Regelung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gilt, sodass die betroffenen Unternehmen diese Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Dies ist ein gravierendes Problem für bestimmte Mitgliedstaaten, insbesondere die Tschechische Republik, Finnland, Frankreich, Ungarn und Polen – aber nicht ausschließlich. Diese Länder haben die Kommission bereits aufgefordert, die Ausnahmeregelung zu verlängern. Bedauerlicherweise bestätigte die Kommission jedoch das Enddatum der Ausnahmeregelung.

Sie betonte, dass der einzige Weg, diese Praxis fortzuführen, darin bestünde, die Hygienevorschrift zu ändern, was ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren erfordern würde. Es besteht dringender Klärungsbedarf, welches Verfahren ab dem 1. Januar 2021 eingeführt werden soll, damit die Erzeuger ihre Arbeit fortsetzen können.

Deswegen richtet der Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung die folgenden vier Fragen an die Kommission. Erstens: Wie beabsichtigt die Kommission, Schlachtbetrieben, die unter dieser Ausnahmeregelung tätig sind, die Verarbeitung ihrer Produkte zu gestatten, wenn die Ausnahmeregelung ab dem 1. Januar 2021 nicht mehr gilt?

Zweitens: Wann beabsichtigt die Kommission, in der Sache aktiv zu werden, und welche Vorgehensweise hält sie für geeignet?

Drittens: Welchen neuen Rechtsrahmen wird die Kommission schaffen, um einen reibungslosen Übergang für die Erzeuger zu gewährleisten?

Viertens und letztens – angesichts der Dringlichkeit der Anfrage: Wann plant die Kommission, eine Änderung der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 vorzulegen, die es den Erzeugern ermöglicht, die lokalen Märkte weiterhin direkt mit verarbeitetem Geflügel- und Hasenfleisch zu versorgen?

Wir danken Ihnen schon im Voraus für die Beantwortung der Fragen.

 
  
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  Nicolas Schmit, Member of the Commission. – Mr President, the EU’s 2004 rules on the hygienic production of food aim to ensure a high level of food safety for consumers while remaining proportionate for producers. They provide the framework for all food produced for the EU market.

When they were adopted, the co—legislators took account of small producers, notably, including the possibility to adapt hygiene rules for small local establishments and excluding certain on-farm practices from the scope of EU food hygiene requirements. In particular, the rules expressly exclude fresh meat from poultry and lagomorphs produced and slaughtered on—farm for direct supply to the final consumer or local retail establishments, as you just described.

Let me clarify. This will not change on 1 January 2021. Farmers can continue to produce and sell this type of fresh meat without having to comply with EU hygiene rules, due to their comparatively low risk. However, the situation is different for meat preparations like raw sausages and meat products like pates manufactured from this fresh meat. While small producers could temporarily benefit from a similar derogation to that for fresh meat, it was subject to a transition period of nearly 16 years, which ends this year. This was foreseen to allow sufficient time for producers to adapt smoothly to the EU’s hygiene rules.

Last year, the European Parliament and the Council repealed the Commission’s empowerment to lay down transitional measures, meaning a new transitional arrangement is no longer legally possible. This means that, from 2021 onwards, meat preparations and meat products from poultry and lagomorphs slaughtered on—farm must respect the EU’s food hygiene legislation.

Contacts with Member States show that only a very limited number are concerned about the impact of ending the transitional measure for meat preparations and meat products. Member States may of course use the possibilities provided for in the legislation to adapt national rules to EU requirements.

 
  
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  Anne Sander, au nom du groupe PPE. – Monsieur le Président, Monsieur le Commissaire, la question qui est posée au nom de la commission de l’agriculture est un sujet qui inquiète bon nombre d’établissements d’abattage qui, jusqu’à aujourd’hui, ont bénéficié d’une dérogation leur permettant de commercialiser directement les produits dans le prolongement de l’élevage.

En ces temps de crise économique, il est essentiel de défendre ce modèle d’activité à la fois synonyme d’emplois et de richesse économique. La pérennisation de cette dérogation représente donc d’abord un réel enjeu pour certains de nos territoires ruraux qui risquent d’être fortement pénalisés, alors qu’ils traversent déjà une situation plus que difficile.

Mais au-delà de ces considérations économiques, ces modes de production trouvent aussi une résonance toute particulière à l’ère du pacte vert et de la stratégie «de la ferme à la table», qui nous appellent à encourager les circuits de proximité, répondant également en cela à une demande sociétale croissante.

Voilà pourquoi nous attendons une réponse de la Commission qui aille dans le bon sens, car ce monde agricole en a fortement besoin.

 
  
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  Carmen Avram, în numele grupului S&D. – Domnule președinte, criza COVID-19 a scos în evidență importanța lanțului scurt și a micului producător - două elemente vitale în noua politică agricolă comună. De aceea, multora dintre noi li s-a părut de neînțeles poziția Comisiei de a nu prelungi derogarea acordată crescătorilor de păsări și de iepuri, pentru ca ei să-și poată vinde în piețe și în magazinele locale animalele sacrificate în fermă.

Am notat ceea ce-a spus domnul comisar cu câteva minute în urmă, însă, deși șapte state membre - inclusiv România - au cerut-o insistent, nici măcar nu a fost demarată o procedură de revizuire a regulamentului. E o contradicție clară între sprijinul promis micului producător și deciziile adoptate în realitate, mai ales că vorbim despre un producător crunt lovit în acest an de măsurile COVID-19 care i-au produs pierderi pe care nu și le putea permite. Solicit, deci, Comisiei o procedură de urgență pentru a repara această nedreptate.

 
  
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  Ulrike Müller, im Namen der Renew-Fraktion. – Sehr geehrter Herr Präsident, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte die Kommission daran erinnern, dass wir uns um eine kohärente Politik für die Lebensmittelkette bemühen.

Die Kommission hat als Teil des Green Deal in der Farm-to-Fork-Strategie erstmals einen ganzheitlichen Ansatz für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem vorgestellt. Mit dem Auslaufen der Übergangsmaßnahmen nach der Verordnung (EU) 2017/185 widerspricht die Kommission diesem Ansatz. Damit schadet sie vielen kleinen Betrieben, die mit ihren Praktiken bereits jetzt wichtige Beiträge zur Erreichung dieser Ziele leisten. Darüber hinaus plant die Kommission, dass bei einer Schlachtung am Hof mit einer mobilen Schlachtbox maximal sechs Tiere geschlachtet werden dürfen und dass das nur im Beisein eines Tierarztes erfolgen darf. Warum sollen hier restriktivere Regeln gelten als bei der konventionellen Schlachtung im Schlachthof?

Kohärenz und Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen im Rahmen der Hygieneverordnung mit den Zielen der Farm-to-Fork-Strategie sind obligatorisch. Regionale Direktvermarkter, die viel Geld investiert haben und auch stressfrei schlachten, werden hier durch Willkür zum Aufhören gezwungen. Nennen Sie mir einen Fall, wo es durch diese Schlachtungen zu einer Gesundheitsgefährdung für Verbraucher kam.

Deshalb fordere ich eine umgehende Verlängerung der Übergangsverordnung. Langfristig brauchen wir einen fairen und praxistauglichen Regelrahmen.

 
  
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  Thomas Waitz, im Namen der Verts/ALE-Fraktion. – Herr Präsident! Für viele bäuerliche Betriebe ist Direktvermarktung die letzte Möglichkeit, ihren Hof noch am Laufen zu lassen. Für viele unserer Konsumentinnen und Konsumenten bekommt die persönliche Beziehung zu den landwirtschaftlichen Betrieben, von denen sie ihre Lebensmittel kaufen, eine neue Bedeutung. Im Green Deal versuchen wir, Transportwege zu minimieren. In der Farm-to-Fork-Strategie versuchen wir, regionale Wertschöpfungsketten und regionale Lebensmittelversorgung zu stärken.

Ich kann nicht verstehen, warum diese Ausnahmeregelung jetzt auslaufen sollte, warum genau diese Betriebe, die genau das machen – regional vermarkten, kurze Transportwege, keine Tiertransporte, kein Tierleid – und das erfüllen, was unsere Konsumentinnen und Konsumenten wünschen, nun in Schwierigkeiten gebracht werden sollten. Das ist keine kohärente Politik mit dem, was wir hier sonst machen. Bitte, Kommission, führen Sie diese Ausnahme in eine geregelte Gesetzgebung über und machen Sie diese Ausnahme zur ständigen Ausnahme, denn wie wir wissen, sind die Probleme in Schlachtbetrieben, in den großen Schlachtbetrieben zu Hause, nicht aber bei den kleinen bäuerlichen Direktvermarktern. Dort gibt es diese Probleme im Allgemeinen nicht. Ermöglichen Sie unseren Bäuerinnen und Bauern, dieses Lebensauskommen weiter zu erhalten.

 
  
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  Anja Hazekamp, namens de GUE/NGL-Fractie. – Voorzitter, ik krijg vaak de vraag waar dieren het beste geslacht kunnen worden.

In het buitenland? Zeker niet. Vorige week werden door Eyes on Animals gruwelijke beelden naar buiten gebracht van Nederlandse kalfjes die in slachthuizen in Libië en Libanon de kop wordt afgesneden terwijl ze nog leven.

In Europa dan? Ook in onze eigen slachthuizen zien we hoe varkens ernstig lijden door CO2-verdoving, hoe kippen onverdoofd worden geslacht door zwakke bedwelming en hoe dieren worden mishandeld.

Op de boerderij dan? Dat klinkt logisch. Het zou de dieren in elk geval lange transporten naar de slachthuizen besparen.

Maar dan alleen met verplicht cameratoezicht, in de reguliere slachthuizen én op de boerderij, zodat we allemaal continu het welzijn van de dieren kunnen monitoren en in het oog kunnen houden.

Voorzitter, diervriendelijk slachten is een illusie. De enige echte diervriendelijke slacht is geen slacht.

Daarom zal ik me blijven inzetten voor een transitie naar plantaardige voeding. Ik hoop dat de Europese Commissie dit zal omarmen.

Voorts ben ik van mening dat de Europese landbouwsubsidies moeten worden afgeschaft.

 
  
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  Nicolas Schmit, Member of the Commission. – Mr President, honourable Members, I thank you for your interventions and your comments. The Commission supports proportionate rules that guarantee the safety of food placed on the EU market. This protects consumers and enables producers on every scale to build a reputation based on quality and safety. This is all the more important given the rise in support for local producers, and this has been underlined during the recent COVID—19 lockdown.

As I have already mentioned, production of small quantities of fresh meat from poultry and lagomorphs for local sale is not at risk. For meat products and meat preparations, however, after almost 16 years the time has come for local producers also to comply with EU food hygiene rules. This does not mean that they have to stop their activities.

I’m convinced that with the flexibility introduced by the co—legislators in the 2004 regulations, the remaining requests for adoption can be addressed. The Commission will certainly look at that.

 
  
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  Der Präsident. – Die Aussprache ist geschlossen.

 
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