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Διαδικασία : 2020/2047(INI)
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Διαδρομή του εγγράφου : A9-0005/2021

Κείμενα που κατατέθηκαν :

A9-0005/2021

Συζήτηση :

PV 08/02/2021 - 21
CRE 08/02/2021 - 21

Ψηφοφορία :

PV 09/02/2021 - 14
PV 10/02/2021 - 3

Κείμενα που εγκρίθηκαν :

P9_TA(2021)0042

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Δευτέρα 8 Φεβρουαρίου 2021 - Βρυξέλλες Αναθεωρημένη έκδοση

21. Εφαρμογή του άρθρου 43 της οδηγίας για τις διαδικασίες ασύλου (συνοπτική παρουσίαση)
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  Der Präsident. – Als nächster Punkt der Tagesordnung folgt die kurze Darstellung des Berichts von Erik Marquardt über die Umsetzung von Artikel 43 der Richtlinie 2013/32/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (2020/2047(INI)) (A9-0005/2021).

 
  
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  Erik Marquardt, Berichterstatter. – Herr Präsident! Die Grenzverfahren spielen eine entscheidende Rolle beim Vorschlag für eine Reform des europäischen Asylsystems von der Europäischen Kommission. Obwohl sie diese entscheidende Rolle spielen sollen, gibt es bisher leider weder einen Umsetzungsbericht zur Asylverfahrensrichtlinie, der nach Artikel 50 dieser Richtlinie bis 2017 hätte erstellt werden müssen, noch gibt es eine Folgenabschätzung der aktuellen Vorschläge.

Wir wollen mit diesem Bericht weder diese Folgenabschätzung noch einen umfangreichen Bericht der Kommission ersetzen. Im Gegenteil: Wir erwarten weiterhin beides. Aber wir wollen mit dem Bericht als Europäisches Parlament unseren Teil dazu beitragen, die aktuelle Umsetzung der Grenzverfahren unter die Lupe zu nehmen, Vorschläge zu machen und eben auch zu schauen, wie können wir Verbesserungen erreichen. Das wollen wir auf einer evidenzbasierten und sachorientierten Grundlage ermöglichen. Dafür – das führen wir eingangs in dem Bericht aus – ist es wichtig, dass die entsprechenden Daten von den Mitgliedstaaten erhoben werden und dass wir diese Daten bekommen.

Ich möchte vor allem den Fraktionen der GUE, der S&D, von Renew Europe und der EVP für die konstruktive Zusammenarbeit an dem Bericht danken. Wir sind uns alle gemeinsam einig, dass die Verfahren möglichst schnell und effizient ablaufen sollen. Aber wir sind uns eben auch einig, dass das Asylsystem rechtsstaatlich – unter Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde – funktionieren muss. Und wir zeigen mit diesem Bericht Haltung. Denn wir zeigen, dass es auch bei diesen schwierigen Themen im Asylbereich möglich ist, zwischen unterschiedlichen Lagern Kompromisse zu finden. Ich hebe das besonders hervor, weil ich das auch als Signal vom Parlament an den Rat verstehe, dass es normal ist, dass man unterschiedliche Meinungen hat, aber dass es eben auch die Aufgabe in einer Demokratie ist, aus diesen unterschiedlichen Meinungen am Ende ein Ergebnis zu erzeugen, mit dem man die Herausforderungen rechtsstaatlich lösen kann.

In unserem Bericht heben wir hervor, dass wir besorgt sind. Besorgt darüber, dass die Berichte über Menschenrechtsverletzungen in den Grenzgebieten sich häufen, dass auch die EU-Grundrechteagentur davon ausgeht, dass die Zahl der mutmaßlichen Vorfälle in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat, und dass zahlreiche Fälle existieren, in denen Personen die Einreise verweigert wurde, obwohl sie Asyl beantragen wollten. Natürlich haben Mitgliedstaaten die Pflicht, unbefugte Grenzübertritte zu verhindern, aber der Zugang zu Asylverfahren bleibt davon unberührt. Mitgliedsstaaten dürfen Antragsteller nicht zurückweisen, Kollektivausweisungen sind nicht zulässig. Wir fordern deswegen einen unabhängigen Mechanismus zur Überwachung der Grundrechte an den Grenzen und in den Grenzverfahren. Dabei muss es auch Zugang für Nichtregierungsorganisationen, EU-Agenturen und internationale Organisationen geben.

Leider bedeutet die Anwendung von Grenzverfahren momentan, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass diese Verfahren mit Haft verbunden sind. Und das, obwohl in der Aufnahmerichtlinie festgelegt ist, dass Antragsteller eigentlich nur unter außergewöhnlichen Umständen in Gewahrsam genommen werden dürfen. Wir fordern die Mitgliedstaaten auf, dass Alternativen zur Haft geschaffen werden und dass Kinder unter keinen Umständen inhaftiert werden. Es zeigt sich leider auch in den Grenzverfahren, dass grundlegende Verfahrensgarantien nicht eingehalten werden: Besonders Schutzbedürftige erhalten in Grenzverfahren nicht die angemessene Unterstützung.

Wir weisen im Bericht darauf hin, dass es auch in allen untersuchten Mitgliedstaaten Mängel bei der juristischen Beratung der Antragsteller in Grenzverfahren gibt. Wir zeigen auf, dass Grenzverfahren – besonders in Gebieten, in denen sehr viele Asylsuchende ankommen – nicht ersetzen können, dass ausreichend Personal und Ressourcen bereitgestellt werden, weil es sonst zu Grundrechtsverletzungen und ineffizienten, langwierigen Verfahren kommen kann. Wir weisen abschließend darauf hin, dass auch angesichts dieser Erkenntnisse Grenzverfahren von Mitgliedstaaten keinesfalls durchgeführt werden müssen. Aber wenn sie durchgeführt werden, dann müssen Verfahrensgarantien sichergestellt werden.

Ich danke noch mal allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die an diesem Bericht wirklich toll mitgearbeitet haben, und den Fraktionen. Ich gehe davon aus, dass der Bericht so angenommen wird, wie er vorliegt, und freue mich auf die weiteren Beratungen dazu.

 
  
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  Mariya Gabriel, Member of the Commission. – Mr President, dear Mr Marquardt, honourable Members, I thank Mr Marquardt and the shadow rapporteurs for your report, more specifically on the implementation on the border procedure.

You raise concerns about fundamental rights. You call for proper procedures and monitoring. I agree that they are important issues to address. We need a structural approach, one that deals with today’s realities. This is no longer 2015. The number of irregular migrants has dropped from nearly 2 million in 2015 to 140 000 in 2019, and nowadays an important proportion of asylum applications are rejected.

Everyone has the right to apply for asylum and everyone has the right to be swiftly integrated after applications are approved. But those with rejected applications must return to their home country. That’s essential for the legitimacy of the asylum system.

We must manage these returns in a human and dignified way and support reintegration into society following return. The new Pact on Migration and Asylum the Commission presented last September strengthens the efficiency of procedures while fully respecting fundamental rights. The pact addresses many of the challenges you identify in your report: the need to ensure access to due process; the need for independent monitoring; specific regard for vulnerable groups. And the border procedure will need to be more uniformly applied in the Member States, bringing more efficiency and legal certainty.

The asylum border procedure cannot be seen in isolation. It is one important pillar of an effective asylum system. With the pact, the Commission proposed to put in place a swifter process upon arrival: a process which upholds the right to apply for asylum and have a proper examination of the application; upholds the right to do so on European territory; and upholds the principle of non-refoulement. A process that allows Member States to deal efficiently with mixed flows of people arriving at the border. The pre-entry screening will allow authorities to swiftly identify and register people seeking asylum and will speed up the process of determining what type of procedure should apply.

Screening is not only an obligation for the authorities but also a right for those who arrive at our borders. Clear border procedures will increase legal certainty for migrants and will ensure their rights are fully respected, whether they are in need of international protection or not. Especially important is the independent monitoring mechanism all Member States need to put in place to ensure respect for fundamental rights. The amended proposal for the Asylum Procedure Regulation proposes a flexible and efficient border procedure. It closes the loophole between asylum and return. It will be mandatory only in three clear cases: first, for applicants from countries with low recognition rates; second, for people posing a threat to security; third, for people misleading the authorities.

The border procedure is designed to be effective and to avoid a disproportionate burden on the Member States of first entry. Member States may decide not to apply the border procedure when a person cannot be returned because the third country in question does not cooperate. The proposed border procedure also protects the most vulnerable. Unaccompanied minors and minors under the age of 12 and their family members are exempt from the border procedure unless they represent a danger to security. People with special procedural needs or people with medical conditions should only pass through the border procedure if those needs can be catered for. Not all people from low-recognition-rate countries have to pass through the border procedure: for example, if they are from a persecuted minority and it is clear the low recognition does not apply to them.

Now, the swift timelines in the border procedure do not affect safeguards and guarantees of the asylum procedure. There will always be a full individual examination of applications. All applicants will benefit from all safeguards and guarantees foreseen in the Asylum Procedure Regulation, both in the administrative and the appeal stage. Let me be clear: detention must always be a measure of last resort. We must always look for alternatives. In some cases there are no alternatives. Even then, all legal safeguards must be in place, and reception standards must be good.

Dear President, dear Mr Marquardt, honourable Members, this proposal is based on years of experience; on the lessons we learned from the crisis; on the experience of the European Asylum Support Office, which has given valuable support to Member States in improving procedures on the ground and through our monitoring today of the Asylum Procedures Directive. I thank you again for your report. This confirms that there are matters of common interest on which we can work together. I look forward to continue working with you to reach agreement on a more effective migration management system that will improve access to asylum for persons in need of protection.

 
  
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  Der Präsident. – Damit ist dieser Tagesordnungspunkt geschlossen.

Die Abstimmung findet am Dienstag, 9. Februar 2021, statt.

 
Τελευταία ενημέρωση: 2 Ιουνίου 2021Ανακοίνωση νομικού περιεχομένου - Πολιτική απορρήτου