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Parlamentarische Anfragen
PDF 38kWORD 16k
9. Dezember 2003
E-3916/2003

SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-3916/03

von Maurizio Turco (NI), Marco Pannella (NI), Marco Cappato (NI), Gianfranco Dell'Alba (NI), Benedetto Della Vedova (NI) und Olivier Dupuis (NI)

an die Kommission


  Betrifft: Fehlen geeigneter Kontrollstandards in der Italienischen Republik, die gewährleisten, dass das ärztliche Personal die gebotenen Titel und Befähigungen besitzt

 Schriftliche Antwort 

Am 5. September 2003 wandte sich Herr Fabio Gaetano Arcuri nach einem Unfall, bei dem er einen Verrenkungsbruch in der linken Schulter davongetragen hatte, an die Notaufnahme des San-Giacomo-Krankenhauses in Rom, um sich dort entsprechend behandeln zu lassen.

 

Im Krankenhaus kam er in Kontakt mit Herrn Roberto Ingravalle, angeblich Doktor und Hilfs-Chefarzt der Orthopädiestation des San-Giacomo-Krankenhauses.

 

Ingravalle, der einen chirurgischen Eingriff für dringend notwendig erachtete, überwies Herrn Arcuri an die Privatklinik Pio XI in Rom, wo er am Tag nach der Entlassung durch das San-Giacomo-Krankenhaus dem geplanten Eingriff unterzogen wurde, der von Ingravalle selbst durchgeführt wurde.

 

Aufgrund des Fehlschlags des chirurgischen Eingriffs musste sich Herr Arcuri einem weiteren chirurgischen Eingriff und strapaziösen und kostspieligen Rehabilitationskuren unterziehen und stellte eine Reihe von Nachforschungen über den Hilfs-Chefarzt der Orthopädiestation des San-Giacomo-Krankenhauses an, wobei er zu seiner großen Überraschung ohne jede Schwierigkeit feststellte, dass Herr Ingravalle nie einen Hochschulabschluss in Medizin erworben hatte und auch nie ins Register der Chirurgen eingetragen war.

 

Aus Presse- und Fernsehmeldungen war im Nachhinein zu erfahren, dass Ingravalle seit über 15 Jahren im San-Giacomo-Krankenhaus tätig war und dass er sowohl als Berichterstatter an Zusammenkünften als auch als „bekannter“ Orthopädiespezialist an von der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt ausgestrahlten Fernsehsendungen teilgenommen hatte.

 

Zu dieser Situation kam es dadurch, dass es sowohl bei der Einstellung in den öffentlichen Dienst als auch beim Beginn einer Mitarbeit in privaten Einrichtungen an geeigneten Kontrollen fehlt.

 

Wie der Fall von Herrn Arcuri belegt, bringt dies für die Bürger, welche die Leistungen des staatlichen Gesundheitsdienstes wie auch des privaten Gesundheitssektors nutzen, ernste Gefahren und gesundheitliche Schädigungen mit sich.

 

Könnte die Kommission mitteilen, ob sie beabsichtigt, gegen den italienischen Staat zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen, um zu prüfen, ob er mit den bestehenden Rechtsvorschriften angemessene Standards einhält, die gewährleisten, dass die Bürger von ärztlichem Personal behandelt werden, das über die gebotenen Titel und Befähigungen verfügt?

 

Originalsprache der Anfrage: ITABl. C 783 E vom 27/03/2004
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