Wachsende Aufmerksamkeit für Flugzeugspuren, die nicht mehr nur Wasser enthalten, sondern möglicherweise durch Barium, Aluminium und Eisen langanhaltende milchige Schleier verursachen
30.4.2007
SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-2455/07
von Erik Meijer (GUE/NGL)
an die Kommission
1. Ist der Kommission bekannt, dass sich Bürger in den USA und in Kanada seit 1999 über in zunehmendem Maße in der Luft vorhandene Flugzeugspuren eines neuen Typs beklagen, der bisweilen stundenlang in der Luft hängen bleibt und sich viel breiter ausfächert, wodurch milchige Schleier entstehen, die in diesen Ländern als „aerial obscuration“ bezeichnet werden, und dass dieser neue Typ vor allem dadurch auffällt, dass er stark von den seit dem Aufkommen von Düsentriebwerken als „contrails“ (Kondensstreifen) bekannten pinseldünnen kurzen weißen Linien in der Luft abweicht, die maximal 20 Minuten sichtbar bleiben und nur entstehen können, wenn Wasserdampf infolge niedriger Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit auf Staubteilchen kondensiert?
2. Ist der Kommission bekannt, dass Nachforschungen durch die genannten Beschwerdeführer, Beobachtungen von Piloten und Mitteilungen staatlicher Instanzen immer mehr die Vermutung nahelegen, dass es sich in diesem Fall um die Einleitung kleiner Teilchen, bestehend aus Barium, Aluminium und Eisen, durch das Flugzeug in die trockene Luft handelt, was in der amerikanischen Diskussion inzwischen als „chemtrails“ bezeichnet wird?
3. Ist der Kommission angesichts der Tatsache, dass die „chemtrails“ im Gegensatz zu den „contrails“ kein unvermeidliches Nebenprodukt des heutigen Flugverkehrs sind, bekannt, was mit der künstlichen Verbreitung dieser von der Erde stammenden Substanzen in der Erdatmospähre bezweckt wird? Hat dies positive Auswirkungen auf die Erzeugung von Regen, auf die Telekommunikation oder auf die Bekämpfung der Erderwärmung?
4. In welchem Maße werden „aerial obscuration“ und „chemtrails“ nun auch im Luftraum über Europa angewendet, da inzwischen auch hier viele Menschen deren immer häufigeres Auftreten feststellen und beunruhigt sind, da über dieses Phänomen noch wenig bekannt ist und die Bevölkerung nicht informiert wird? Wer ergreift die Initiative zum Versprühen dieser Teilchen und wie wird dies finanziert?
5. Sind der Kommission neben den beabsichtigten positiven Folgen der Einleitung von Substanzen in die Luft auch mögliche Nachteile für die Umwelt, die Volksgesundheit, den Flugverkehr oder den Fernsehempfang bekannt?
6. Wie wird verhindert, dass einzelne europäische Staaten oder Unternehmen einseitig Maßnahmen ergreifen, deren grenzüberschreitende Folgen von anderen Staaten oder Bürgerorganisationen als nachteilig beurteilt werden können? Findet bereits eine entsprechende Koordinierung statt? Spielt die EU dabei eine Rolle oder rechnet die Kommission damit, dass sie künftig eine Rolle spielt, und von welchen Zielsetzungen lässt sie sich dabei leiten?
ABl. C 45 vom 16/02/2008