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Parlamentarische Anfragen
PDF 29kWORD 16k
22. Juli 2008
E-4191/08
SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-4191/08
von Stefano Zappalà (PPE-DE) , Jaime Mayor Oreja (PPE-DE) , Giuseppe Gargani (PPE-DE) , Klaus-Heiner Lehne (PPE-DE) und Marcello Vernola (PPE-DE)
an die Kommission

 Betrifft: Afghanistan-Frage
 Schriftliche Antwort 

Die Lage in Afghanistan bedeutet eine erhebliche Gefährdung der Stabilität in der Welt: Afghanistan ist der weltweit größte Opiumproduzent. Seit dem sowjetischen Einmarsch 1979 stellt Rauschgift den Schlüsselsektor der Volkswirtschaft dar, die zu 40‑60 % vom Opiumhandel abhängt. Mit den Einnahmen aus diesem Geschäft können die Taliban- und Terroristengruppen finanziert werden.

Die schwierige Lage in Afghanistan hat zur Folge, dass ein Großteil der afghanischen Bevölkerung nicht mehr hinter der Regierung steht.

All dies bedeutet einen großen Vorteil für die Taliban, die innerhalb des von Hamid Karzai regierten Landes, aber auch im Ausland großen Rückhalt genießen. Die Taliban verfügen über Geld und Macht. Waffen und Gelder kommen aus dem Iran, Russland und Pakistan.

Internationalen Informationen zufolge könnte der „Platz“ Dubai eine wichtige Rolle spielen.

Die Taliban finanzieren ihre Tätigkeiten mit Opium, das zu einer Finanzquelle geworden ist. In der Provinz Helmand beispielsweise, die weitgehend von den Taliban kontrolliert wird, werden etwa 70 % des in ganz Afghanistan produzierten Opiums erzeugt.

Sämtliche Opium-Einnahmen enden in den Taschen der Taliban und von Al Qaida. Afghanistans Hauptproblem besteht in der Sicherheit und mithin auch in seinen langen und durchlässigen Grenzen. Aufgrund der langen unkontrollierten Grenze zwischen Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan ist Afghanistan für den Drogenhandel anfällig. Den Taliban ist es gelungen, landesweit Händlernetze aufzubauen, selbst in den nördlichen und nordöstlichen Provinzen, und durch diese Netze gelangen die Drogen in die zentralasiatischen Länder.

Wird die Kommission im Rahmen des Engagements der EU und anderer internationaler Akteure für den Wiederaufbau des Landes zur verstärkten Bekämpfung des Drogenhandels beitragen, und wie gedenkt sie dabei vorzugehen?

Originalsprache der Anfrage: ITABl. C 40 vom 18/02/2009
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