Parlamentarische Anfrage - E-2611/2009Parlamentarische Anfrage
E-2611/2009

Geschlechtsneutrale Sprache in Publikationen der EU

SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-2611/09
von Hiltrud Breyer (Verts/ALE)
an die Kommission

Die Gleichheit von Frauen und Männern ist ein Grundwert der Europäischen Union. Eine grundlegende Aufgabe der EU ist es, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern. Da mit Sprache ausgegrenzt und diskriminiert werden kann, ist es wichtig, eine geschlechtsneutrale Sprache zu verwenden. Das Europäische Parlament hat 2003 einen „Bericht über Gender Mainstreaming im Europäischen Parlament“ (P5_TA(2003)0098[1]) verabschiedet, in dem unter anderem das Ziel formuliert wird, eine geschlechtsneutrale Sprache in Parlamentsdokumenten und in der Kommunikations- und Informationspolitik des Europäischen Parlaments zu fördern.

1. Hat die Kommission Bestimmungen über die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache in ihren Dokumenten sowie in ihrer Kommunikations- und Informationspolitik verabschiedet?

2. Wenn ja, wie wird die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache sichergestellt?

3. Weshalb wird in der deutschen Ausgabe von Unterrichtsmaterialien der EU, wie z. B. „Energiekunde in der Schule“ (ISBN 92‑79‑00770‑X), in der Regel nur die männliche Form verwendet? Sieht die Kommission nicht die Gefahr, dass den Schülerinnen und Schülern falsche Rollenvorbilder vermittelt werden?

4. In der EU-eigenen Publikation „Naturwissenschaftliche Erziehung jetzt“ (ISBN 978‑92‑79‑05658‑1) wird einerseits empfohlen, die Beteiligung und das Selbstbewusstsein der Mädchen in den naturwissenschaftlichen Fächern zu erhöhen und zu steigern, andererseits wird in dem Buch selbst überwiegend die männliche Form verwendet. Teilt die Kommission die Ansicht, dass hier unerwünschte Stereotype in der Bildung vermittelt werden?

5. Weshalb wird auf der Website des Europäischen Bürgerbeauftragten in der deutschen Version nur die männliche Anrede verwendet?

ABl. C 189 vom 13/07/2010