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Parlamentarische Anfragen
PDF 29kWORD 44k
6. Mai 2010
E-3147/10
SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-3147/10
von Elena Oana Antonescu (PPE)
an die Kommission

 Betrifft: Auswirkungen von Produkten mit Nanopartikeln auf die Gesundheit der Verbraucher
 Schriftliche Antwort 

Eine breite Palette von Produkten, die im Haushalt verwendet werden und die von Farben bis zu Vitaminen und kosmetischen Erzeugnissen reicht, enthält Nanopartikel chemischer Stoffe bzw. Elemente. Jedoch sind Hersteller nicht verpflichtet, auf der Verpackung des jeweiligen Produkts anzugeben, ob es Nanopartikel enthält, was die Auswahl aufgrund von genaueren Informationen ermöglichen würde.

Aus aktuellen wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass Titan- und Zinkdioxyd, die in solchen Produkten als Nanopartikel enthalten sind, Erbschäden und Entzündungen hervorrufen können, die das Krebsrisiko erhöhen(1). Weitere Nanopartikel sind in anderen Anwendungen enthalten. So werden z. B. Zirkonium- und Zerium-Nanopartikel als Zusätze in Zahnmaterialien verwendet. Trikalziumphosphate werden in Form von Nanopartikeln in orthopädischen Implantaten und Silbernanopartikel in Textilerzeugnissen verwendet. Gegenwärtig konzentriert sich ein Großteil der auf die Entwicklung neuer Produkte und Werkstoffe gerichteten Forschung auf die Nutzung der Vorteile, die Nanopartikel auf die Effizienz eines Produktes oder auf die Kostenminderung haben könnten.

Angesichts des wachsenden Interesses der Industrie an der Verwendung von Nanopartikeln in Produkten ist es wichtig, deren Markteinführung aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu übereilen, ohne zuvor im Interesse der Verbrauchersicherheit die Auswirkungen dieser Produkte auf die Gesundheit der Verbraucher ausreichend untersucht zu haben. Die oben genannten Beispiele belegen, dass einige Produkte mit Nanopartikeln bereits auf den Markt gelangen konnten, bevor einschlägige Studien auf die eventuellen gesundheitsschädlichen Wirkungen hinweisen konnten.

1. Was wird die Kommission in Bezug auf Produkte mit Nanopartikeln unternehmen, die bereits auf dem Markt sind und deren Gesundheitsschädlichkeit erst nachträglich durch wissenschaftliche Studien verdeutlicht wurde?

2. Wurde das Vorsorgeprinzip in Bezug auf Produkte mit Nanopartikeln gewahrt, die gesundheitsschädlich sein können und die bereits auf dem Markt waren, bevor diese schädlichen Wirkungen bekannt wurden?

3. Reicht der gegenwärtige Rechtsrahmen aus, um die spezielle Problematik von Produkten mit Nanopartikeln anzugehen, oder plant die Kommission eine Legislativinitiative zur Änderung der REACH-Rechtsakte, damit die Hersteller verpflichtet werden anzugeben, wenn ihre Produkte Nanopartikel enthalten?

(1)Benedicte Trouiller, Ramune Reliene, Aya Westbrook, Parrisa Solaimani und Robert H. Schiestl, Titanium Dioxide Nanoparticles Induce DNA Damage and Genetic Instability In vivo in Mice, Cancer Research 69, 8784, 15. November 2009, unter: 10.1158/0008-5472.CAN-09-2496.

Originalsprache der Anfrage: ROABl. C 138 E vom 07/05/2011
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