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Parlamentarische Anfragen
PDF 43kWORD 40k
13. Juli 2011
E-006602/2011
Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-006602/2011
an die Kommission
Artikel 117 der Geschäftsordnung
Licia Ronzulli (PPE)

 Betrifft: Welpenhandel in Osteuropa
 Schriftliche Antwort 

Der WHO zufolge stirbt weltweit alle zehn Minuten ein Mensch an Tollwut, einer hauptsächlich bei wild lebenden Tieren vorkommenden und aufgrund des illegalen Handels mit Heimtieren aus osteuropäischen Ländern wie Rumänien, Bulgarien und Slowenien, in denen sie endemisch ist, noch immer sehr verbreiteten Krankheit.

Laut Berichten der italienischen Tierschutzorganisation LAV und der italienischen Veterinärvereinigung FNOVI werden die Welpen, die für Impfungen noch zu klein sind, unter für sie traumatisierenden und in sanitärer Hinsicht katastrophalen Transportbedingungen verbracht, wodurch sie geschwächt und damit für eine Ansteckung empfänglicher werden. Obwohl der einschlägige gemeinschaftliche Rechtsrahmen äußerst eindeutig ist, werden die Verordnung (EG) 998/2003 und die Richtlinie 92/65/EWG in der Praxis allzu oft missachtet. Beispielsweise werden die für die Verbringung von Heimtieren zu Handelszwecken innerhalb der EU erforderlichen Dokumente häufig gefälscht, damit die Kosten niedrig und die Preise wettbewerbsfähig bleiben.

Die zahlreichen Lücken in den Kontrollsystemen einiger Mitgliedstaaten ermöglichen es Spediteurs-, Veterinärmediziner- und Händlerorganisationen, die Rechtsvorschriften zu umgehen. So verfügen z. B. noch zu wenig Polizisten über ein Mikrochip-Lesegerät zur Überprüfung der Übereinstimmung der Passdaten mit den auf dem Transponder gespeicherten Daten.

Welche konkreten Maßnahmen gedenkt die Kommission vor dem Hintergrund des dargelegten Sachverhalts zu ergreifen, um die Mitgliedstaaten zu veranlassen, dass sie die nötige Gerätetechnik, unter anderem die bereits genannten speziellen Mikrochip-Lesegeräte bereitstellen, um das Phänomen einzudämmen und zu bewältigen?

Wird die Kommission entsprechende Vorkehrungen treffen, um zu gewährleisten, dass die bereits bestehenden einschlägigen und wirksamen EU‑Vorschriften endlich umgesetzt werden?

Originalsprache der Anfrage: ITABl. C 128 E vom 03/05/2012
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