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Parlamentarische Anfragen
PDF 45kWORD 42k
19. Juli 2011
E-007087/2011
Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-007087/2011
an die Kommission
Artikel 117 der Geschäftsordnung
Michail Tremopoulos (Verts/ALE)

 Betrifft: Raucharomen in der Lebensmittelverarbeitung
 Schriftliche Antwort 

Für Raucharomen, die in der Lebensmittelverarbeitung verwendet werden, sieht die Verordnung (EG) Nr. 2065/2003 eine schrittweise Bewertung ihrer Toxizität vor. Die Aromen werden aus bestimmten Primärrauchkondensaten gewonnen, die aus der Kondensierung echten Rauchs aus der Verbrennung von Holz stammen. Ihre Derivate werden dann Lebensmitteln nicht nur als Ersatz für eine natürliche Aromatisierung durch Räuchern zugesetzt. Sie können auch diversen Lebensmitteln als Aromen zugesetzt werden, wobei sie aber, wenn sie nicht als Ersatz für das Räuchern dienen, als Aromen aufgeführt werden(1).

Die primären Raucharomen wurden erfasst und werden bereits von der EFSA(2) bewertet. Von diesen Primäraromen wurden die Raucharomen FF-B (2007)(3), TRADISMOKE TM A (2010)(4), SCANSMOKE R909 (2010)(5) und AM 01 (2010)(6) als genotoxisch eingestuft oder es bestehen Bedenken hinsichtlich ihrer Sicherheit. Die Kommission und die nationalen Behörden sind informiert, aber die betreffenden Produkte werden weiterhin Lebensmitteln zugesetzt, und dies sogar ohne Kennzeichnung für den Verbraucher, mit der Begründung, dass ähnliche Probleme auch durch das natürliche Räuchern verursacht werden können. Letzteres hat sich weiterentwickelt und belastet die Lebensmittel häufig nicht mit krebserregenden polyaromatischen Kohlenwasserstoffen. Verantwortliche machen jedoch geltend, dass Raucharomen solche Stoffe nicht enthalten und daher zu bevorzugen sind.

In diesem Zusammenhang wird die Kommission um folgende Auskünfte gebeten:

1. Welche Maßnahmen beabsichtigt sie zum Schutz der öffentlichen Gesundheit vor Ersatzprodukten für das Räuchern oder eventuell auch vor dem Räuchern selbst zu ergreifen?
2. Wie und mit welcher Begründung kann sie es zulassen, dass diese gefährlichen Produkte in Nahrungsmitteln wie z. B. Schokolade verwendet werden?
3. Plant sie zumindest, eine Kennzeichnungspflicht für Raucharomen in Nahrungsmitteln sowie für ihre Bewertung einzuführen?
4. Hält sie es für angemessen, zehn Jahre Gesetzgebungs- und Forschungsarbeit zu verwerfen, indem sie Maßnahmen, die sich aus den vorgesehenen Bewertungen von Stoffen wie den Raucharomen ergeben, in der Schwebe hält?

(1)Wie z. B. bei Schokolade (Verordnung (EG) Nr. 1334/2008).
(2)Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit.
(3)http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/doc/20r.pdf
(4)http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/doc/1394.pdf
(5)http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/doc/1395.pdf
(6)http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/doc/1396.pdf

Originalsprache der Anfrage: ELABl. C 146 E vom 24/05/2012
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