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Parlamentarische Anfragen
PDF 201kWORD 18k
6. März 2018
E-001400-18
Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-001400-18
an die Kommission
Artikel 130 der Geschäftsordnung
Barbara Spinelli (GUE/NGL) , Beatriz Becerra Basterrechea (ALDE) , Tanja Fajon (S&D) , Maria Grapini (S&D) , Maria Gabriela Zoană (S&D) , Tokia Saïfi (PPE) , Pina Picierno (S&D) , Neoklis Sylikiotis (GUE/NGL) , Takis Hadjigeorgiou (GUE/NGL) , Maite Pagazaurtundúa Ruiz (ALDE) , Sergio Gaetano Cofferati (S&D) , Mercedes Bresso (S&D) , Silvia Costa (S&D) , Bart Staes (Verts/ALE) , Marlene Mizzi (S&D) , Malin Björk (GUE/NGL) , Carlos Coelho (PPE) , Ramón Luis Valcárcel Siso (PPE) , Antonio López-Istúriz White (PPE) , Anna Hedh (S&D) , Marita Ulvskog (S&D) , Jytte Guteland (S&D) , Jens Nilsson (S&D) , Wajid Khan (S&D) , Luigi Morgano (S&D) , Javier Nart (ALDE) , Ana Gomes (S&D) , Gérard Deprez (ALDE) , Izaskun Bilbao Barandica (ALDE) , Curzio Maltese (GUE/NGL) , João Pimenta Lopes (GUE/NGL) , João Ferreira (GUE/NGL) , Vilija Blinkevičiūtė (S&D) , Nikolaos Chountis (GUE/NGL) , Molly Scott Cato (Verts/ALE) , Javier Couso Permuy (GUE/NGL) , Michaela Šojdrová (PPE) , Petras Auštrevičius (ALDE) , Julie Ward (S&D) , Merja Kyllönen (GUE/NGL) , Nathalie Griesbeck (ALDE) , Jean Lambert (Verts/ALE) , Barbara Lochbihler (Verts/ALE) , Tania González Peñas (GUE/NGL) , Marisa Matias (GUE/NGL) , Claude Turmes (Verts/ALE) , Dietmar Köster (S&D) , Claude Moraes (S&D) , Eva Joly (Verts/ALE) , Soraya Post (S&D) , Benedek Jávor (Verts/ALE) , Hilde Vautmans (ALDE) , Monika Beňová (S&D) , Miguel Urbán Crespo (GUE/NGL) , Elly Schlein (S&D) , Ernest Urtasun (Verts/ALE) , Bodil Valero (Verts/ALE) , António Marinho e Pinto (ALDE) , Helmut Scholz (GUE/NGL) , Kostas Chrysogonos (GUE/NGL) , Jordi Solé (Verts/ALE) , Sirpa Pietikäinen (PPE) , Martina Anderson (GUE/NGL) , Stefan Eck (GUE/NGL) , Sophia in 't Veld (ALDE) , Josef Weidenholzer (S&D) , Nessa Childers (S&D) , Olle Ludvigsson (S&D) , Anna Maria Corazza Bildt (PPE) , Caterina Chinnici (S&D)

 Betrifft:  Inhaftierung unbegleiteter Minderjähriger in Polizeidienststellen in Griechenland
 Schriftliche Antwort 

Berichten von Human Rights Watch zufolge befanden sich Ende Dezember 2017 in Griechenland 54 unbegleitete Minderjährige in Polizeidienststellen oder Hafteinrichtungen für Einwanderer in Gewahrsam(1). Die Nachforschungen ergaben, dass diese Kinder unter unhygienischen Bedingungen, oft zusammen mit nichtverwandten Erwachsenen untergebracht waren und möglicherweise missbraucht und durch die Polizei misshandelt wurden.

Wie bereits unter anderem von der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen, vom Ausschuss der Vereinten Nationen für die Rechte des Kindes und vom Sonderberichterstatter über Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung festgestellt, verstößt die Inhaftierung von Kindern gegen die internationalen Menschenrechtsnormen(2).

Nach Artikel 6 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 haben die Mitgliedstaaten eng zusammenzuarbeiten, dabei insbesondere Möglichkeiten der Familienzusammenführung gebührend Rechnung zu tragen und im Fall unbegleiteter Minderjähriger so bald wie möglich geeignete Schritte zu unternehmen, „um die Familienangehörigen, Geschwister oder Verwandten des unbegleiteten Minderjährigen im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten zu ermitteln“.

Ist die Kommission über diese Situation im Bilde? Welche Maßnahmen beabsichtigt sie zu treffen, um Alternativen zur Freiheitsentziehung zu fördern, die Familienzusammenführung mit Verwandten in Griechenland zu beschleunigen und, selbst wenn es keine Verwandten gibt, für die sichere Umsiedlung unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber zu sorgen?

(1)Human Rights Watch und verschiedene Studien, zu denen auch ein Bericht im Auftrag der Kommission gehört, stimmen darin überein, dass eine Inhaftierung bei Kindern schwere Langzeitfolgen, wie Entwicklungsstörungen, Angstzustände, Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen und Gedächtnisverlust, haben kann: http://odysseus-network.eu/wp-content/uploads/2015/02/FINAL-REPORT-Alternatives-to-detention-in-the-EU.pdf https://www.hrw.org/news/2018/01/23/asylum-seeking-kids-locked-greece http://www.unhcr.org/58a458eb4
(2)Generalversammlung der Vereinten Nationen: New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten. Resolution der Generalversammlung vom 3. Oktober 2016, A/RES/71/1: „Wir, die Staats‐ und Regierungschefs und Hohen Vertreter, […] werden [außerdem] Alternativen zur Freiheitsentziehung suchen, solange diese Bewertungen noch nicht abgeschlossen sind.“ In: http://www.un.org/depts/german/gv-71/band1/ar71001.pdf. Allgemeine Bemerkung Nr. 21 (2017) des Ausschusses der Vereinten Nationen für die Rechte des Kindes zur Situation von Straßenkindern, vgl. Ziffer 44: Die Freiheitsentziehung, beispielsweise durch Polizeigewahrsam oder Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen gilt in keinem Fall als Schutzmaßnahme.

Originalsprache der Anfrage: EN 
Letzte Aktualisierung: 23. April 2018Rechtlicher Hinweis - Datenschutzbestimmungen