Verfahren : 2016/2799(RSP)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : O-000133/2016

Eingereichte Texte :

O-000133/2016 (B8-1808/2016)

Aussprachen :

PV 22/11/2016 - 17
CRE 22/11/2016 - 17

Abstimmungen :

Angenommene Texte :


Parlamentarische Anfragen
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8. November 2016
O-000133/2016
Anfrage zur mündlichen Beantwortung O-000133/2016
an die Kommission
Artikel 128 der Geschäftsordnung
Thomas Händel, im Namen des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten

 Betrifft: Einführung einer Kompetenzgarantie
 Antwort im Plenum 

In einer zunehmend digitalisierten Welt haben Personen mit niedrigem Qualifikationsniveau nur eingeschränkte Beschäftigungsmöglichkeiten; sie sind stärker von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht und haben größere Schwierigkeiten, umfassend an der Gesellschaft teilzuhaben. Laut Angaben der OECD ist der hohe Anteil an Erwachsenen mit schwachen Grundfertigkeiten (Lesen, Schreiben, Rechnen) und geringen digitalen Kompetenzen mit der niedrigeren Arbeitsproduktivität sowie den schlechteren Aussichten für Wachstum und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit verbunden. Dies ist nicht nur nachteilig für die Einzelnen, sondern ist auch für die Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt mit hohen Kosten verbunden. Dennoch spielt die Entwicklung neuer Arbeitsmethoden und zukunftsorientierter Branchen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, welche Kompetenzen nachgefragt werden. Die Missverhältnisse zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage und der Fachkräftemangel können sich nicht nur negativ auf die Produktivität und das Wachstum auswirken, sondern auch auf die gesellschaftliche Situation in und zwischen den Mitgliedstaaten. Mit dem Vorschlag der Kommission wird den Mitgliedstaaten empfohlen, auf bestehenden Initiativen oder Strategien aufzubauen und eine Kompetenzgarantie einzuführen, damit diejenigen, die die Schule ohne Abschluss der Sekundarstufe II oder eine gleichwertige Qualifikation verlassen haben und die nicht für eine Unterstützung im Rahmen der Jugendgarantie infrage kommen, Zugang zu Weiterbildungskursen bekommen.

1. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten auf, zügig einen Aktionsplan für die Umsetzung auszuarbeiten. Hat die Kommission ein System oder eine Stelle vorgesehen, das bzw. die die Mitgliedstaaten bei der Erarbeitung dieses Aktionsplans und bei dessen Überwachung unterstützt? Mehrere Interessenträger sollten an der Ausarbeitung des Plans beteiligt werden. Wie werden die Mitgliedstaaten dazu angeregt, die Gesellschaft, Bildungsträger, Gewerkschaften und Arbeitgeber (Unternehmen und Wirtschaft) in den Entscheidungsprozess einzubeziehen?

2. Ist die Kommission der Auffassung, dass diese Initiative ohne zusätzliche Mittel finanziert werden kann? Es wird darauf hingewiesen, dass verschiedene EU-Mittel (z. B. aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und Erasmus+) eingesetzt werden. Plant die Kommission folglich, entsprechende Maßnahmen festzulegen, damit verschiedene Mittel kombiniert werden können, ohne dass dadurch ein Verwaltungsaufwand verursacht wird?

3. Welche Strategie wird die Kommission heranziehen, um die Mitgliedstaaten an dieser rechtlich nicht bindenden Initiative zu beteiligen?

4. Einer der Hauptgründe für Analphabetismus ist ein vorzeitiger Schulabbruch. Wie gedenkt die Kommission, dieses Problem in ihrer Empfehlung anzugehen?

Originalsprache der Anfrage: EN
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