Parlamentarische Anfrage - O-000084/2020Parlamentarische Anfrage
O-000084/2020

    Konzertierte Pläne und Maßnahmen für einen Wandel hin zu tierversuchsfreien Innovationen in der EU

    18.12.2020

    Anfrage zur mündlichen Beantwortung  O-000084/2020
    an die Kommission
    Artikel 136 der Geschäftsordnung
    Tilly Metz (Verts/ALE), Sirpa Pietikäinen (PPE), Eleonora Evi (Verts/ALE), Francisco Guerreiro (Verts/ALE), Sylwia Spurek (Verts/ALE), Jytte Guteland (S&D), Martin Buschmann (NI), Younous Omarjee (GUE/NGL), Alexis Georgoulis (GUE/NGL), Anja Hazekamp (GUE/NGL), Caroline Roose (Verts/ALE), Clare Daly (GUE/NGL), Emil Radev (PPE), Günther Sidl (S&D), Heidi Hautala (Verts/ALE), Jiří Pospíšil (PPE), Kira Marie Peter-Hansen (Verts/ALE), Annika Bruna (ID), Manuel Bompard (GUE/NGL), Manuela Ripa (Verts/ALE), Margrete Auken (Verts/ALE), Marie Toussaint (Verts/ALE), Marisa Matias (GUE/NGL), Michal Wiezik (PPE), Mick Wallace (GUE/NGL), Niels Fuglsang (S&D), Nikolaj Villumsen (GUE/NGL), Pär Holmgren (Verts/ALE), Pascal Durand (Renew), Petras Auštrevičius (Renew), Rosa D'Amato (Verts/ALE), Sarah Wiener (Verts/ALE), Thomas Waitz (Verts/ALE), Tiziana Beghin (NI), Veronika Vrecionová (ECR), Ville Niinistö (Verts/ALE)

    1993 hat die Kommission erstmals zugesagt, den Einsatz von Tieren in der Wissenschaft verringern und ersetzen zu wollen. Aus den jüngsten von der Kommission veröffentlichten Statistiken geht jedoch hervor, dass die Zahl der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere nur wenig zurückgegangen ist. In jedem Fall wird dieser Rückgang durch die zusätzlichen 12 Millionen Tiere zunichtegemacht, die für die wissenschaftliche Forschung gezüchtet und schließlich getötet werden, ohne jemals tatsächlich eingesetzt worden zu sein. Mit der Richtlinie 2010/63/EU wurden zwar Grundregeln zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere festgelegt, aber sie enthält keine Strategie für die Verringerung der Zahl dieser Tiere und ihre Ersetzung.

    Die amerikanische Bundes-Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency – EPA) hat dagegen zugesagt, die Zahl an Tierversuchen energisch verringern zu wollen, wozu auch die Abschaffung der Anforderungen an Experimente mit Säugetieren und ihrer Förderung bis 2035 gehört. Während die EU in der Vergangenheit bei der Förderung einer tierversuchsfreien Wissenschaft weltweit führend war, gibt es nun Anzeichen dafür, dass sie allmählich hinter dem Bestreben verschiedener anderer Länder zurückbleibt, die Fahrpläne entwickeln und umsetzen, mit denen der Einsatz von Tieren in der Wissenschaft schrittweise eingestellt werden soll, indem innovative tierversuchsfreie Technologien genutzt, Toxizitätsprüfungen und die biomedizinische Forschung revolutioniert und die Ergebnisse für die menschliche Gesundheit und die Umwelt verbessert werden.

    Gleichzeitig hat sich die EU mit ihrem Aufbauinstrument NextGenerationEU in noch nie da gewesenem Umfang dazu verpflichtet, Innovation zu wagen und die Bildung zu erneuern. Angesichts dieser Verpflichtung und der beispiellosen Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit und Umwelt, denen unsere Union gegenübersteht, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Kommission ihre Zusage bekräftigt, in eine innovative, humanrelevante, tierversuchsfreie Wissenschaft in allen Bereichen, einschließlich der Forschung, Bildung und vorgeschriebener Versuche, zu investieren.

    Die Arbeit des Referenzlabors der Europäischen Union für alternative Methoden zu Tierversuchen zeigt beispielsweise Bereiche auf, in denen Investitionen in innovative Technologien, die ohne den Einsatz von Tieren auskommen, zu den besten Modellen für die Untersuchung von Krankheitsmechanismen und möglichen Therapien führen können.

    In der im Rahmen des europäischen Grünen Deals ins Leben gerufene Nachhaltigkeitsstrategie für Chemikalien sind ehrgeizige Ziele für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor gefährlichen Auswirkungen chemischer Stoffe vorgesehen. Tierversuchsfreie Testkonzepte sind von entscheidender Bedeutung, wenn die ehrgeizigen Ziele der Kommission hinsichtlich von Tests für toxikologische Prognosen verwirklicht werden sollen.

    Wie wird die Kommission sicherstellen, dass ihre Initiativen in den Bereichen Forschung & Innovation und Bildung mit ihrer Zusage und der der Mitgliedstaaten in Einklang gebracht werden, den Übergang zu einer tierversuchsfreien Wissenschaft zu beschleunigen, mit dem letztendlichen Ziel, Tiere in der Forschung und Bildung und im Rahmen von Tests vollständig zu ersetzen?

    Wie gedenkt die Kommission, den Einsatz von Tieren im Rahmen der REACH-Verordnung und insbesondere vor dem Hintergrund der neuen Nachhaltigkeitsstrategie für Chemikalien erheblich zu reduzieren?

    Eingang: 18/12/2020

    Fristablauf: 19/03/2021

    Letzte Aktualisierung: 22. Dezember 2020
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