Parlamentarische Anfrage - P-004602/2011Parlamentarische Anfrage
P-004602/2011

    Gewinnung der „seltenen Erde“ Neodym in China und daraus resultierende Umweltschäden

    Anfrage zur schriftlichen Beantwortung P-004602/2011
    an die Kommission
    Artikel 117 der Geschäftsordnung
    Daniel Caspary (PPE)

    Das chemische Element Neodym (ND60), das der Gruppe der „seltenen Erde“ angehört, wird u. a. für die Produktion von europäischen Windkraftanlagen verwendet. 97 % der Weltproduktion von Neodym stammen aus China.

    China hat im vergangenen Jahr beschlossen, seine Umweltstandards anzuheben. Medienberichten zufolge kommt China dieser Selbstverpflichtung im Falle von Neodym nicht nach. Bei der Förderung und der chemischen Trennung Neodyms (ND60) von anderem Gestein entstehen hochtoxische Abfallprodukte. Daneben werden radioaktives Uran und Thorium freigesetzt, die nach der Aufbereitung ins Grundwasser gelangen und somit der Umwelt und den Menschen der Region langfristigen Schaden zufügen.

    1. Ist sich die Kommission der Problematik des Gehaltes von Neodym in Windkraftanlagen bewusst?

    2. Gibt es bereits Umweltauflagen für die Einfuhr von Neodym? Falls ja, werden diese Auflagen erfüllt?

    3. Welche Maßnahmen ergreift die Kommission, falls diese Umweltauflagen nicht erfüllt werden?

    4. Werden europäische Unternehmen, die bei ihren Produkten auf Neodym zurückgreifen, mit rechtlichen Bestimmungen dazu angehalten, ihre Zulieferer auf die Erfüllung von Umweltauflagen hin zu kontrollieren?

    5. Welche Auswirkungen hat der Neodym-Gehalt auf die Gesamt-Umweltbilanz einer Windkraftanlage?

    ABl. C 314 E vom 27/10/2011