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Verfahren : 2020/2864(RSP)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : B9-0115/2021

Eingereichte Texte :

B9-0115/2021

Aussprachen :

PV 08/02/2021 - 20
CRE 08/02/2021 - 20

Abstimmungen :

PV 09/02/2021 - 14
PV 10/02/2021 - 3

Angenommene Texte :

P9_TA(2021)0045

Angenommene Texte
PDF 165kWORD 50k
Mittwoch, 10. Februar 2021 - Brüssel
Die Auswirkungen von COVID-19 auf junge Menschen und Sport
P9_TA(2021)0045B9-0115/2021

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 10. Februar 2021 zu den Auswirkungen von COVID-19 auf junge Menschen und Sport (2020/2864(RSP))

Das Europäische Parlament,

–  gestützt auf die Artikel 165 und 166 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

–  gestützt auf Artikel 5 Absatz 3 des Vertrags über die Europäische Union und das den Verträgen beigefügte Protokoll (Nr. 2) über die Anwendung der Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismäßigkeit,

–  gestützt auf Artikel 14 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union,

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 17. April 2020 zu abgestimmten Maßnahmen der EU zur Bekämpfung der COVID‑19-Pandemie und ihrer Folgen(1),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 8. Juli 2020 zu den Rechten von Menschen mit geistiger Behinderung und von ihren Familien in der COVID-19-Krise(2),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 17. September 2020 zur Erholung der Kultur in Europa(3),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 8. Oktober 2020 zu der Jugendgarantie(4),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 22. Oktober 2020 zu der Zukunft der Bildung in Europa vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie(5),

–  unter Hinweis auf die Anfrage an die Kommission zu den Auswirkungen von COVID‑19 auf junge Menschen und Sport (O-000074/2020 – B9-0005/2021),

–  gestützt auf Artikel 136 Absatz 5 und Artikel 132 Absatz 2 seiner Geschäftsordnung,

–  unter Hinweis auf den Entwurf einer Entschließung des Ausschusses für Kultur und Bildung,

A.  in der Erwägung, dass der Internationalen Arbeitsorganisation zufolge(6) die anhaltende COVID-19-Pandemie junge Menschen unverhältnismäßig hart trifft und sie wahrscheinlich schwerwiegende negative und lang anhaltende Auswirkungen auf ihre wirtschaftlichen Umstände, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden erleiden werden, wozu auch gehört, dass sie in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung Chancen in den Bereichen Bildung, Freiwilligenarbeit und Ausbildung verpassen;

B.  in der Erwägung, dass durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Funktionieren der Jugend- und Bildungsprogramme der EU in den Bereichen Jugendarbeit und ehrenamtliche Tätigkeit, auf die nationalen Bildungssysteme, auf Beschäftigung und Einkommen sowie auf die bürgerlichen Freiheiten die Ungleichheiten verschärft werden, wie aus den Statistiken der OECD hervorgeht, die deutlich machen, dass trotz der Bemühungen der Länder, Lösungen zum Online-Lernen anzubieten, nur etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, größtenteils oder vollständig auf den Lehrplan zuzugreifen; in der Erwägung, dass durch diese Situation die Folgen der digitalen Kluft verschärft werden und die Entwicklung der erforderlichen digitalen Fähigkeiten behindert wird, während der Zugang zum Lernstoff nicht immer bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten in der Lage sind, zu lernen;

C.  in der Erwägung, dass junge Menschen sich zurzeit stark in solidarisch motivierte Tätigkeiten einbringen, um sich angesichts der COVID-19-Pandemie in ihrem Umfeld zu engagieren, ein Einsatz, der von der Durchführung von Sensibilisierungskampagnen über den Einsatz an vorderster Front im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps bis hin zu anderen ehrenamtlichen Initiativen reicht;

D.  in der Erwägung, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie so weitreichend sind, dass sie dazu beigetragen haben, dass der zivilgesellschaftliche Raum in den Mitgliedstaaten in ganz Europa weiter schrumpft, und dass in der Folge viele Organisationen im Bereich Jugendarbeit und Sport mit der Aussicht konfrontiert sind, ihre Tätigkeit einstellen zu müssen, was sich negativ auf die etablierten Strukturen der europäischen und internationalen Zusammenarbeit auswirken und das zivilgesellschaftliche Engagement erheblich einschränken würde;

E.  in der Erwägung, dass sich die psychosozialen Auswirkungen von COVID-19 in der psychischen Gesundheit junger Menschen wie auch in ihrer Fähigkeit niederschlagen, Kontakte zu pflegen, was sowohl auf unmittelbare als auch auf längerfristige Faktoren zurückzuführen ist; in der Erwägung, dass die fehlenden Freizeitaktivitäten und die gesellschaftlichen Einschränkungen sich unverhältnismäßig stark auf Kinder und Jugendliche mit Behinderungen auswirken;

F.  in der Erwägung, dass die COVID-19-Pandemie verheerende Auswirkungen auf den Sport und damit verknüpfte Sektoren und Branchen hat; in der Erwägung, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Profisport enorm sind, da die Einnahmen stark zurückgegangen sind, nachdem zahlreiche Veranstaltungen auf allen Ebenen abgesagt werden oder ohne Zuschauer stattfinden mussten;

G.  in der Erwägung, dass die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie auf den Halbprofi- und den Breiten- und Freizeitsport verheerend sind und viele Sportvereine vor einer existenziellen Bedrohung stehen, da sie per se nicht gewinnorientiert sind und größtenteils auf freiwilliger Basis betrieben werden und daher keine finanziellen Reserven haben;

H.  in der Erwägung, dass die Einschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie und das Fehlen ausreichender Möglichkeiten für regelmäßiges Training und Üben von Sportarten mit Körperkontakt dem Fortschritt und der Entwicklung der Sportler abträglich sind;

I.  in der Erwägung, dass Sport ein wichtiger Wirtschaftssektor ist, auf den 2,12 % des gesamten BIP und 2,72 % der Gesamtbeschäftigung in der EU entfallen und der schätzungsweise 5,67 Millionen Arbeitsplätze schafft;

J.  in der Erwägung, dass Sport wichtige gesellschaftliche Funktionen erfüllt, etwa indem er die soziale Inklusion, Integration, Zusammenhalt und Werte wie gegenseitige Achtung und Verständnis, Solidarität, Vielfalt und Gleichstellung, einschließlich der Gleichstellung der Geschlechter, fördert; in der Erwägung, dass Sport und damit verbundene freiwillige Tätigkeiten die körperliche und psychische Gesundheit und insbesondere die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen verbessern und auch dazu beitragen können, junge Menschen von Gewalt, einschließlich geschlechtsbezogener Gewalt, Kriminalität und Drogenkonsum, fernzuhalten;

Junge Menschen

1.  ist besorgt darüber, dass aufgrund der besonderen Empfindlichkeit des Jugendarbeitsmarktes gegenüber Konjunkturzyklen und Wirtschaftskrisen die Jugendbeschäftigung stärker von den Auswirkungen der derzeitigen Pandemie betroffen ist, wodurch sich die negativen Tendenzen in einem Sektor verstärken, der weitgehend von prekärer, schlecht bezahlter Teilzeitbeschäftigung mit schwächerem rechtlichem Schutz und niedrigeren Sozialversicherungsstandards geprägt ist;

2.  unterstreicht die besonders gravierenden Auswirkungen der derzeitigen Pandemie auf junge Menschen, die keine Schule besuchen, keiner Arbeit nachgehen und keine Berufsausbildung absolvieren (NEET), und betont, dass die Probleme junger Menschen aus benachteiligten Gruppen in Angriff genommen werden müssen; betont, dass den erheblichen geschlechtsspezifischen Unterschieden in Bezug auf das Verhältnis bei den NEET Rechnung getragen werden muss;

3.  unterstreicht, dass arbeitsintensive Branchen, die häufig durch niedrige Löhne gekennzeichnet sind, etwa der Groß- und Einzelhandel, Beherbergung, Tourismus und Gastronomie, in denen üblicherweise gering qualifizierte junge Arbeitnehmer und Werkstudenten beschäftigt sind, am stärksten betroffen sind; stellt fest, dass Jugendarbeitslosigkeit und Jugendarmut seit dem Ausbruch der Pandemie stetig zugenommen haben; ist der Auffassung, dass die Jugendarbeitslosigkeit kurzfristig weiter ansteigen wird und langfristig möglicherweise über dem Niveau von vor der Pandemie bleiben wird;

4.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den katastrophalen Auswirkungen auf die Jugendbeschäftigung entgegenzuwirken, u. a. durch makroökonomische (steuerliche und geldpolitische) Maßnahmen, mit denen die öffentlichen Ausgaben auf die Bereitstellung von Beihilfen für die Einstellung oder von Jugendgarantien zur Unterstützung maßgeschneiderter Programme für die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen und für die Weiterqualifizierung und Umschulung junger Menschen ausgerichtet werden, sowie durch Investitionen in Wirtschaftssektoren, die das Potenzial haben, junge Arbeitssuchende aufzunehmen, indem sie hochwertige Arbeitsplätze und menschenwürdige Arbeits- und Entlohnungsbedingungen bieten;

5.  verweist auf die Rolle, die ehrenamtliche Tätigkeiten bei der Entwicklung der Lebens- und Beschäftigungskompetenzen von jungen Menschen spielen; vertritt die Auffassung, dass eine finanziell unterstützte Freiwilligentätigkeit das Potenzial hat, arbeitslosen jungen Menschen dabei zu helfen, den wirtschaftlichen Schock der COVID-19-Krise zu überstehen, während sie gleichzeitig einen Beitrag zur Gesellschaft leisten und wertvolle Erfahrungen sammeln, die ihnen den Übergang zu einer langfristigen regulären Beschäftigung erleichtern; vertritt die Auffassung, dass das Europäische Solidaritätskorps jungen Europäerinnen und Europäern Chancen und Möglichkeiten eröffnen kann, die außerhalb ihrer lokalen Wirklichkeit liegen; fordert die Kommission in diesem Zusammenhang nachdrücklich auf, für Klarheit und einheitliche Leitlinien für die Durchführung von Programmen in Krisensituationen zu sorgen und Faktoren, die eine Teilnahme erschweren, auszuschalten, unter anderem mangelnde Flexibilität bei der Finanzierung, Mittelkürzungen, verstärkte Beschränkungen bei der Erteilung von Visa an Freiwillige aus Partnerländern und die fehlende Zuerkennung des Rechtsstatus junger Menschen als Freiwillige;

6.  betont, welch wichtige Rolle das informelle und nicht formale Lernen, Kunst und Sport sowie ehrenamtliche und soziale Aktivitäten für die Förderung der Teilhabe junger Menschen und des gesellschaftlichen Zusammenhalts spielen, wie groß ihre Wirkung auf Gemeinschaften vor Ort sein kann und wie sie dazu beitragen können, viele der heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen;

7.  hebt hervor, dass der Europäische Rat mit seiner Einigung vom 21. Juli 2020 im Hinblick auf die Unterstützung der jungen Generationen – der Zukunft Europas – ehrgeiziger hätte sein sollen, nicht zuletzt indem junge Menschen durch die Aufbaupläne stärker unterstützt werden, indem 10 % für Bildung und ein Beitrag in Höhe von 20 % für die europäische digitale Strategie und die Verwirklichung eines digitalen Binnenmarkts bereitgestellt werden; unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass sektorspezifische Programme, bei denen der Schwerpunkt unmittelbar auf jungen Menschen liegt, wie Erasmus+, das Europäische Solidaritätskorps, die Jugendgarantie und die Kindergarantie, oder die das Potenzial haben, den Übergang zu einem gerechteren und sozial und ökologisch nachhaltigeren Europa zu unterstützen, so mobilisiert werden müssen, dass ihr volles Potenzial ausgeschöpft wird, da die Gefahr besteht, dass ihre ehrgeizigen Ziele verfehlt werden, was für junge Menschen und künftige Generationen eine bittere Enttäuschung wäre;

8.  unterstreicht, dass die derzeitige Pandemie die digitale Kluft in der EU verschärft hat, und betont daher, dass es dringend erforderlich ist, digitale Kompetenz für alle zu fördern und die breite Nutzung, Anerkennung und Validierung von Alternativen zu unterstützen, einschließlich informeller und nichtformaler Lernangebote wie Lernen und Ausbildung online und digital; fordert insbesondere eine starke Fokussierung auf und Unterstützung von jungen Lernenden, die in der technischen, dualen und beruflichen Aus- und Weiterbildung Einkommenseinbußen erlitten haben, sowie die Entwicklung und umfassende Nutzung von hochwertigen digitalen Tools, Lehr- und Lernmaterialien und -inhalten, um Schul- und Bildungsabbrüche zu verhindern und für einen reibungslosen und wirksamen Übergang von der Schule ins Berufsleben zu sorgen; betont, dass es ungeachtet der besonderen Umstände von COVID-19 wichtig ist, Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten, um sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird, insbesondere nicht Kinder, gefährdete Gruppen und junge Menschen aus schwierigen sozioökonomischen Verhältnissen ohne technologische Mittel oder Kompetenzen;

9.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, verstärkt in digitale Lösungen und digitale Kompetenz im Hinblick auf die Entwicklung praktischer Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen zu investieren, allen Menschen den Zugang zu digitaler Kompetenz zu ermöglichen und die Entwicklung unabhängiger, mehrsprachiger, inklusiver und kostenloser Online-Lerntools zu fördern, um im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans für digitale Bildung (2021–2027) das Gesamtniveau der digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen zu verbessern; betont, dass die Kompetenzen von Lehrkräften, Ausbildern, Schulleitern, Eltern und Führungskräften weiterentwickelt werden müssen, um die Bereitstellung von Online- und Fernunterricht sowie von integriertem Lernen zu verbessern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Programmen zur Kompetenzentwicklung liegen sollte;

10.  ist besorgt darüber, dass aufgrund der COVID-19-Krise Ängste und Befürchtungen unter jungen Menschen zugenommen haben, was erhebliche Auswirkungen auf ihr Leben und ihren Übergang von der Schule ins Berufsleben haben könnte; fordert den breiten Einsatz von maßgeschneiderten Leistungen im Bereich der psychischen Gesundheit, von psychosozialer Unterstützung und von sportlichen Aktivitäten entweder als eigenständige oder als modulare Maßnahme sowie eine verstärkte Unterstützung des psychischen Wohlbefindens in Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, um sicherzustellen, dass die Pandemie keine langfristigen psychologischen Folgen nach sich zieht; hebt die Auswirkungen der Pandemie auf junge Menschen mit Behinderungen und junge Menschen, die in ländlichen und abgelegenen Gebieten leben, hervor und fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, den Bedürfnissen dieser Gruppe besondere Aufmerksamkeit zu widmen, indem die verfügbaren Unterstützungsmaßnahmen und -leistungen angepasst werden;

11.  fordert, dass den verschiedenen politischen Maßnahmen, um gegen die vielfältigen Formen der Diskriminierung junger Menschen während der COVID-19-Krise vorzugehen, ein rechtebasierter Ansatz zugrunde liegt, der auf den Grundsätzen der Nichtdiskriminierung und der Gleichheit beruht, und erinnert die Kommission und die Mitgliedstaaten daran, dass es eines besonderen Ansatzes bedarf, um schutzbedürftige Gruppen wie junge Menschen mit Behinderungen, junge Menschen aus benachteiligten Verhältnissen, die unter Umständen auch von häuslicher Gewalt bedroht sind, junge Migranten und Flüchtlinge sowie junge Angehörige der LGTBIQ+-Gemeinschaft zu unterstützen und zu schützen; betont, wie wichtig der freie Zugang zu verlässlichen Informationen über die COVID-19-Pandemie als Gesamtbild, angepasst an die Bedürfnisse junger Menschen, ist;

12.  weist darauf hin, dass Sport und Jugendarbeit in all ihrer Vielfalt europaweit besonders gefährdet sind, was dazu führt, dass der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft, und fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Strukturen zu erhalten und die Angebotsvielfalt in den Bereichen Jugend und Sport zu gewährleisten; weist darauf hin, dass Kommunalbehörden, Organisationen der Zivilgesellschaft und die Sozialpartner eng in die Umsetzung von Lösungen eingebunden werden müssen, die darauf abzielen, junge Menschen sowie Jugend- und Sportorganisationen zu unterstützen; hebt die Bedeutung hervor, die organisierten Sport- und Jugendorganisationen im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt zukommt;

Sport

13.  ist sehr besorgt über mögliche dauerhafte Schäden für den Bereich des Sports, nicht nur im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage und die Beschäftigung, sondern auch auf die Gesellschaft insgesamt;

14.  betont, dass Sport und körperliche Betätigung unter den durch die Pandemie verursachten Umständen besonders wichtig sind, da sie die körperliche und geistige Widerstandsfähigkeit stärken; begrüßt es, dass den Daten zufolge die Ausgangsbeschränkungen manche Menschen dazu gebracht haben, bestimmte Einzelsportarten häufiger und aktiver auszuüben; ist andererseits besorgt über den Mangel an körperlicher Betätigung, der während der Ausgangsbeschränkungen bei vielen jungen Menschen festgestellt wurde, und die Folgen, die dies für die öffentliche Gesundheit nach sich ziehen könnte;

15.  betont, dass das europäische Sportmodell bewahrt und gefördert werden muss, da Solidarität, Fairness und ein auf Werten beruhender Ansatz für die Erholung des Sports und für das Überleben des Breitensports wichtiger sein werden als jemals zuvor

16.  weist darauf hin, dass beim Sport Werte wie gegenseitige Achtung und Verständnis füreinander, Solidarität, Vielfalt, Fairness, Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligung gefördert und gelehrt und Zusammenhalt und die Eingliederung von Migranten und Flüchtlingen begünstigt werden; betont, dass Sport keine Grenzen kennt und Menschen verschiedener sozioökonomischer und ethnischer Hintergründe eint; ist der Auffassung, dass insbesondere der Breitensport insbesondere für die Förderung der gesellschaftlichen Inklusion von Menschen mit geringeren Chancen, Angehörigen schutzbedürftiger Gruppen und Menschen mit Behinderung eine wesentliche Rolle spielt; fordert diesbezüglich die Kommission auf, die Inklusion durch Sport zu stärken und neue Wege zu erkunden, um deren Wirkung und Reichweite zu maximieren; fordert mehr Unterstützung für Familien mit geringem Einkommen, damit ihre Kinder am Sport und an anderen Freizeitaktivitäten teilnehmen können;

17.  betont, dass Menschen mit Behinderungen beim Zugang zum Sport sowohl im Breitensport als auch auf professioneller Ebene erhebliche finanzielle und organisatorische Probleme bewältigen müssen, die sich während der COVID-19-Pandemie verschärft haben, und fordert die Kommission daher nachdrücklich auf, dieses Problem in ihrer kommenden Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen konkret anzugehen;

18.  betont, dass die COVID-19-Pandemie auf den gesamten Bereich des Sports auf allen Ebenen verheerende Auswirkungen hat, insbesondere auf Sportorganisationen und -vereine, -ligen, Sporthallen und Fitnessstudios, Sportlerinnen und Sportler, Trainerinnen und Trainer, Personal und die sportbezogene Wirtschaft, einschließlich Sportveranstalter und Sportmedien; geht davon aus, dass der Weg zur Erholung eine schwierige Aufgabe sein wird, und betont, dass gezielte Entlastungsmaßnahmen benötigt werden;

19.  ist der Auffassung, dass die von der EU als Reaktion auf die Krise angenommenen allgemeinen Aufbauinstrumente dazu beitragen müssen, den Bereich des Sports kurzfristig zu unterstützen, und fordert die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, dafür zu sorgen, dass nationale Unterstützungsfonds, die Strukturfonds und nationale Aufbau- und Resilienzpläne dem Bereich des Sports trotz seiner besonderen Merkmale und Organisationsstrukturen zugutekommen;

20.  betont die Bedeutung von Rettungspaketen, die sich an alle Sportarten richten; betont, dass zwar große Zuschauersportarten oft finanziell am härtesten getroffen sind, dass sie aber nicht als Einzige für finanzielle Hilfe infrage kommen oder dabei vorrangig behandelt werden sollten;

21.  ist der Ansicht, dass die bestehende finanzielle Unterstützung womöglich nicht ausreicht, und fordert die Kommission auf, alle Möglichkeiten zu prüfen, sowohl dem Amateur- als auch dem Profisport gezielte Unterstützung zukommen zu lassen, um die Lebensfähigkeit des gesamten Bereichs zu verbessern;

22.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Erholung und Krisenfestigkeit des Sports allgemein und des Breitensports im Besonderen mittels der verfügbaren Unionsprogramme, mit denen dieser Bereich gefördert werden kann, unter anderem des Programms Erasmus+ und des Europäischen Solidaritätskorps, zu stärken und dafür zu sorgen, dass der Sport uneingeschränkten Zugang zur Aufbau- und Resilienzfazilität, zum Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, dem Kohäsionsfonds, zum Europäischen Sozialfonds Plus und zu EU4Health hat; unterstreicht, dass hierfür darauf ankommt, den Sport in die entsprechenden Vorschriften einzubeziehen und alle Hindernisse im Antragsverfahren auf nationaler Ebene auszuräumen;

23.  fordert die Kommission auf, gründlich zu prüfen, wie sich die COVID-19-Pandemie wirtschaftlich und sozial auf den Sport in den Mitgliedstaaten ausgewirkt hat, und auf der Grundlage dieser Prüfung einen europäischen Ansatz zu entwickeln, um die Herausforderungen zu bewältigen und die möglichen Folgen abzumildern;

24.  fordert einen strukturierten und systematischen Austausch bewährter Vorgehensweisen zwischen den Mitgliedstaaten bei der Bewältigung der Auswirkungen der Krise auf den Sport und eine systematische Analyse von Daten und Informationen über die Beteiligung am Sport und die Auswirkungen von COVID-19; erachtet es als zweckmäßig, die Entwicklung neuer Formen der sportlichen Betätigung in Situationen, in denen man voneinander Abstand halten muss, zu prüfen;

25.  ist der Auffassung, dass es dringend einer breiten spartenübergreifenden Zusammenarbeit bedarf, um die Herausforderungen zu meistern, die infolge der COVID-19-Pandemie im Bereich des Sports entstanden sind; unterstreicht diesbezüglich, dass die Zusammenarbeit auf allen Ebenen, einschließlich aller am Sport Beteiligten, der sportbezogenen Unternehmen und anderer einschlägiger Interessenträger, weiterhin gefördert werden sollte;

26.  stellt fest, dass während der Krise die Nutzung digitaler Lösungen wie Sport-Apps zugenommen hat; ist der Ansicht, dass der Bereich des Sports durch die weitere Digitalisierung künftigen Krisen besser standhalten wird; fordert die Entwicklung digitaler Instrumente, mit denen sportliche Betätigungen während der Pandemie finanziert werden können;

27.  fordert die Kommission auf, alle Maßnahmen, die zur Bewältigung der Folgen der COVID-19-Pandemie auf den Sport ergriffen werden, in einem speziellen EU-Aktionsplan zu koordinieren;

28.  fordert den Rat eindringlich auf, im kommenden Arbeitsplan der EU für den Sport Maßnahmen und Aktionen Vorrang einzuräumen, die diesem Bereich dabei helfen sollen, die Folgen der Pandemie kurz- und langfristig zu bewältigen;

29.  geht davon aus, dass so lange, wie die Pandemie weiter voranschreitet, im Rahmen eines koordinierten Dialogs zwischen europäischen und internationalen Sportverbänden und den Mitgliedstaaten erörtert werden muss, wie große internationale Sportveranstaltungen und Wettbewerbe sicher fortgesetzt werden können; fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, in Bezug auf die Zuschauer in Stadien, Reisebeschränkungen und COVID-19-Tests einen koordinierten Ansatz anzustreben, damit gesamteuropäische Sportwettbewerbe wirksam geplant und verantwortungsvoll organisiert werden können;

30.  fordert Maßnahmen zur Stärkung der Dopingprävention während der Ausgangsbeschränkungen wegen COVID-19 und danach, um die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler und das Fairplay im europäischen Sport zu fördern;

31.  ist der Auffassung, dass verschiedene Sportarten in unterschiedlichem Maße betroffen sind und dass innerhalb bestimmter Sportarten kleinere Vereine, Wettbewerbe in unteren Klassen und der Breitensport gelitten haben, was insbesondere daran liegt, dass sie wirtschaftlich von kleinen Sponsoren oder den eigenen Beiträgen der Sportlerinnen und Sportler abhängen; betont, dass der Amateursport die Grundlage für den Sport auf professioneller Ebene bildet, da kleine Vereine im Breitensport einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung junger Sportlerinnen und Sportler leisten und meistens ehrenamtlich arbeiten; betont, dass innerhalb der europäischen Sportgemeinschaft der Solidarität sowohl sportartübergreifend als auch innerhalb einzelner Sportarten eine wichtige Rolle zukommt, und fordert eine verstärkte Unterstützung für Minderheitensportarten und den Breitensport, da die Aufrechterhaltung ihrer Tätigkeiten wirtschaftliche Schwierigkeiten aufwirft;

32.  weist darauf hin, dass die durch die COVID-19-Pandemie verursachten Einschränkungen und der Mangel ausreichender Möglichkeiten zu regelmäßigem Training und regelmäßiger Praxis in Sportarten, die körperlichen Kontakt erfordern, dem Fortschritt und der Entwicklung der Sportlerinnen und Sportler geschadet haben; ist der Auffassung, dass Veranstalter, Trainerinnen und Trainer und die Sportlerinnen und Sportler selbst für die möglichen Auswirkungen des anhaltenden Mangels an intensivem Training sensibilisiert werden sollten; fordert eine Zusammenarbeit zwischen Sportinstituten und -organisationen bei der Unterstützung von Projekten und Konzepten, die darauf ausgerichtet sind, verlorene Fähigkeiten zurückzuerlangen;

33.  ist der Auffassung, dass in unseren Gesellschaften Sportstätten und Stadien im Mittelpunkt des sozialen Gefüges der Ökosysteme von Sport und Kultur stehen; erkennt an, dass es für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Bürgerinnen und Bürger und für die wirtschaftliche Erholung sowohl jetzt als auch in Zukunft von entscheidender Bedeutung ist, dass die Veranstaltungsorte wieder geöffnet werden können;

o
o   o

34.  beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung der Kommission und dem Rat sowie den Regierungen und Parlamenten der Mitgliedstaaten zu übermitteln.

(1) Angenommene Texte, P9_TA(2020)0054.
(2) Angenommene Texte, P9_TA(2020)0183.
(3) Angenommene Texte, P9_TA(2020)0239.
(4) Angenommene Texte, P9_TA(2020)0267.
(5) Angenommene Texte, P9_TA(2020)0282.
(6) Global report, Youth & COVID-19: Impacts on jobs, education, rights and mental well-being (Junge Menschen und COVID-19: Auswirkungen auf Beschäftigung, Bildung, Rechte und psychische Gesundheit, Bericht), 11. August 2020.

Letzte Aktualisierung: 3. Juni 2021Rechtlicher Hinweis - Datenschutzbestimmungen