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Verfahren : 2021/2952(RSP)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : B9-0091/2022

Eingereichte Texte :

B9-0091/2022

Aussprachen :

Abstimmungen :

PV 16/02/2022 - 10
CRE 16/02/2022 - 10
PV 17/02/2022 - 2
CRE 17/02/2022 - 2

Angenommene Texte :

P9_TA(2022)0045

Angenommene Texte
PDF 202kWORD 59k
Donnerstag, 17. Februar 2022 - Straßburg
Beschäftigung und soziale Erholung nach der Pandemie zur Stärkung der jungen Menschen in der EU
P9_TA(2022)0045B9-0091/2022

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 17. Februar 2022 zur Beschäftigung und sozialen Erholung nach der Pandemie zur Stärkung der jungen Menschen in der EU (2021/2952(RSP))

Das Europäische Parlament,

–  gestützt auf Artikel 2, Artikel 3 und Artikel 5 Absatz 3 des Vertrags über die Europäische Union,

–  gestützt auf Artikel 166 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

–  unter Hinweis auf die Artikel 14, 15, 32 und 34 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union,

–  unter Hinweis auf die europäische Säule sozialer Rechte, insbesondere die Grundsätze 1, 3 und 4,

–  unter Hinweis auf das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das im Einklang mit dem Beschluss 2010/48/EG des Rates vom 26. November 2009 über den Abschluss des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen durch die Europäische Gemeinschaft am 21. Januar 2011 in Kraft getreten ist und von der EU und all ihren Mitgliedstaaten unterzeichnet und ratifiziert wurde(1), insbesondere Artikel 27 zu Arbeit und Beschäftigung,

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 17. April 2020 zu abgestimmten Maßnahmen der EU zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie und ihrer Folgen(2),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 8. Oktober 2020 zu der Jugendgarantie(3),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 10. Februar 2021 zu den Auswirkungen von COVID-19 auf junge Menschen und Sport(4),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 20. Mai 2021 zu dem Auskunftsrecht des Parlaments mit Blick auf die laufende Prüfung der nationalen Aufbau- und Resilienzpläne(5),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 17. Dezember 2020 zu einem starken sozialen Europa für gerechte Übergänge,

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 10. Oktober 2019 zum Thema „Mehrjähriger Finanzrahmen 2021–2027 und Eigenmittel: Die Erwartungen der Bürger sollten jetzt erfüllt werden“(6),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 10. Juni 2021 zu den Ansichten des Parlaments zur laufenden Bewertung der nationalen Aufbau- und Resilienzpläne durch die Kommission und den Rat(7),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 29. April 2021 zu der Europäischen Garantie für Kinder(8),

–  unter Hinweis auf seinen Standpunkt vom 8. Juni 2021 zu dem Standpunkt des Rates in erster Lesung im Hinblick auf den Erlass einer Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+)(9),

–  unter Hinweis auf die Verordnung (EU) 2021/241 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Februar 2021 zur Einrichtung der Aufbau- und Resilienzfazilität(10),

–  unter Hinweis auf den Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21. Oktober 2021 mit dem Titel „Youth Employment in Times of COVID-19“ (Beschäftigung junger Menschen in Zeiten von COVID-19),

–  unter Hinweis auf den Bericht über das Europäische Jugendevent 2021 mit dem Titel „Bericht über die Ideen der Jugend für die Konferenz zur Zukunft Europas“,

–  unter Hinweis auf die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zu dem Europäischen Jahr der Jugend (EYY) 2022,

–  unter Hinweis auf den Bericht von Eurofound vom 9. November 2021 mit dem Titel „Impact of COVID-19 on young people in the EU“ (Auswirkungen von COVID-19 auf junge Menschen in der EU),

–  unter Hinweis auf den Bericht des Europäischen Jugendforums vom 17. Juni 2021 mit dem Titel „Beyond Lockdown: the ,pandemic scar’ on young people“ (Über den Lockdown hinaus: die ,Narben der Pandemie‘ bei jungen Menschen)(11),

–  unter Hinweis auf die Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zu einem Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: die EU-Jugendstrategie 2019–2027(12), insbesondere den Abschnitt zu den Europäischen Jugendzielen,

–  unter Hinweis auf den Bericht der Kommission vom 12. Oktober 2021 zur Beschäftigung und zur sozialen Lage in Europa mit dem Titel „Auf dem Weg zu einem starken sozialen Europa nach der COVID-19-Krise: Ungleichheiten reduzieren und Verteilungseffekte angehen“,

–  unter Hinweis auf die Empfehlung des Rates vom 30. Oktober 2020 mit dem Titel „Eine Brücke ins Arbeitsleben – Stärkung der Jugendgarantie“(13),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 20. Oktober 2021 zu der Situation von Künstlern und der kulturellen Erholung in der EU(14),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 11. Februar 2021 zu der Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – Europäische Kompetenzagenda für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz(15),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 16. September 2021 zu dem Thema „Gerechte Arbeitsbedingungen, Rechte und soziale Sicherung für auf Online-Plattformen beschäftigte Arbeitnehmer – Neue Beschäftigungsformen im Zusammenhang mit der digitalen Entwicklung(16)“,

–  unter Hinweis auf den Bericht über das Europäische Jugendevent 2021 mit dem Titel „Bericht über die Ideen der Jugend für die Konferenz zur Zukunft Europas“,

–  unter Hinweis auf die Anfragen an den Rat und an die Kommission zur Beschäftigung und sozialen Erholung nach der Pandemie zur Stärkung der jungen Menschen in der EU (O-000075 – B9‑0002/2022 und O-000077 – B9‑0003/2022),

–  gestützt auf Artikel 136 Absatz 5 und Artikel 132 Absatz 2 seiner Geschäftsordnung,

–  unter Hinweis auf den Entschließungsantrag des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten,

A.  in der Erwägung, dass die COVID-19-Pandemie verheerende Auswirkungen auf die Beschäftigung und die soziale Lage junger Menschen in Europa hatte, da die Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung schwanden oder vorübergehend nicht mehr gegeben waren, die Beschäftigungsquoten sanken und folglich die Zahl junger Menschen, die weder arbeiten, noch eine Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren (NEET), anstieg; in der Erwägung, dass das private Einkommen junger Menschen erheblich abnahm und das Risiko von Armut und sozialer Ausgrenzung gestiegen ist; in der Erwägung, dass ihre Chancen zur künftigen Eingliederung in den Arbeitsmarkt gefährdet sind; in der Erwägung, dass umgehend gehandelt werden muss, um die Zukunft und das Wohlergehen junger Menschen zu sichern und zu verbessern; in der Erwägung, dass die Jugendarbeitslosenquote 15,9 % beträgt und somit zweieinhalb Mal so hoch ist wie die allgemeine Arbeitslosenquote;

B.  in der Erwägung, dass die Armutsquote infolge der COVID-19-Pandemie voraussichtlich ansteigen wird; in der Erwägung, dass in den von der Finanzkrise von 2007 bis 2008 besonders hart getroffenen Ländern erneut ein überdurchschnittlicher Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit verzeichnet wurde; in der Erwägung, dass Frauen, junge Menschen, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und kinderreiche Familien von dieser Entwicklung stärker gefährdet sind; in der Erwägung, dass die Wirtschaftsprognose der Kommission für den Herbst 2022 vielversprechende Zahlen enthält, wonach die Arbeitslosigkeit sinken wird und sich die Arbeitsmärkte im Jahr 2022 voraussichtlich so weit erholen werden, dass wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht wird; in der Erwägung, dass weiterhin insbesondere junge Menschen von der Krise betroffen sind; in der Erwägung, dass die Zahl junger Arbeitnehmer im Vergleich zum ersten Quartal 2021 abgenommen hat, und dass in den Jahren 2022 und 2023 voraussichtlich 3,4 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden(17), weshalb unbedingt sichergestellt werden muss, dass junge Menschen an diesen neuen Beschäftigungsmöglichkeiten teilhaben; in der Erwägung, dass derzeit immer mehr junge Menschen darauf angewiesen sind, zum Schutz vor Armut in ihrem Elternhaus zu leben; in der Erwägung, dass 29 % der Dreigenerationenhaushalte von Armut bedroht und 13 % von erheblichen Entbehrungen betroffen sind;

C.  in der Erwägung, dass bereits vor der COVID-19-Krise bestehende Ländergruppen weitgehend fortbestehen, auch in Bezug auf die NEET-Quoten;

D.  in der Erwägung, dass die NEET-Quoten bei Frauen im Jahr 2020 durchschnittlich 1,3-mal höher waren als die NEET-Quoten bei Männern; in der Erwägung, dass der Unterschied zwischen den NEET-Quoten bei Männern und Frauen in den osteuropäischen Ländern aufgrund familiärer Verpflichtungen besonders hoch ist; in der Erwägung, dass die Wahrscheinlichkeit, in die NEET-Gruppe zu fallen, mit steigendem Bildungsniveau weiterhin abnimmt; in der Erwägung, dass der Anteil von arbeitslosen und entmutigten Arbeitnehmern in der NEET-Gruppe in den südlichen Ländern und den Ländern des Mittelmeerraums höher ausfällt;

E.  in der Erwägung, dass junge Menschen die Grundlage für nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand in Europa sind und für die EU zu den wichtigsten Prioritäten zählen, wie es mit der EU-Jugendstrategie und der verstärkten Jugendgarantie bekräftigt wurde, weshalb vorrangige Maßnahmen für ihre Unterstützung, ihren Schutz, ihre Beratung und ihre Eingliederung gerechtfertigt sind und Möglichkeiten für sie geschaffen werden sollten;

F.  in der Erwägung, dass die Arbeitsplatzverluste infolge der COVID-19-Pandemie in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen höher waren als in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen, insbesondere bei Frauen; in der Erwägung, dass junge Menschen besonders stark davon betroffen waren, dass die Arbeitszeit stärker zurückging als die Beschäftigung insgesamt; in der Erwägung, dass die Arbeitslosenzahlen nur einen kleinen Teil der im Zuge der COVID-19-Krise verlorenen Arbeitsplätze widerspiegeln, da viele junge Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder andere Einkommensbeihilfen hatten;

G.  in der Erwägung, dass die Verbesserung der Bürgerbeteiligung unter jungen Menschen ein Ziel der EU-Jugendstrategie (2019–2027) ist;

H.  in der Erwägung, dass die Quote der atypischen Beschäftigung unter jungen Menschen sehr hoch ist und dass 43,8 % der jungen Menschen in der EU in befristeten Beschäftigungsverhältnissen tätig sind;

I.  in der Erwägung, dass Präsidentin von der Leyen im September 2021 den Vorschlag ankündigte, das Jahr 2022 zum Europäischen Jahr der Jugend zu erklären, um Überlegungen in Bezug auf die Perspektiven junger Menschen in Europa anzustellen und den Schwerpunkt auf europäische, nationale, regionale und lokale politische Strategien und legislative Vorschläge zu legen, mit denen Möglichkeiten für junge Menschen in der gesamten EU geschaffen werden; in der Erwägung, dass dieser Vorschlag einen echten und wirksamen Anstoß zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen junger Menschen in der EU geben sollte;

J.  in der Erwägung, dass sich die psychische Gesundheit junger Menschen während der Pandemie deutlich verschlechtert hat und sich die Probleme im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit im Vergleich zu dem Niveau vor der Krise in mehreren Mitgliedstaaten verdoppelt haben; in der Erwägung, dass 64 % der jungen Menschen im Alter von 18 bis 34 Jahren im Frühjahr 2021 von Depression bedroht waren, was teilweise auf den Mangel an langfristigen Aussichten in Bezug auf die Beschäftigung, die Finanzlage und die Bildung sowie auf Einsamkeit und soziale Isolation zurückzuführen ist; in der Erwägung, dass 9 Mio. Jugendliche in Europa (im Alter von 10 bis 19 Jahren) mit psychischen Störungen leben, wobei Angstzustände und Depressionen mehr als die Hälfte der Fälle ausmachen; in der Erwägung, dass die sich verschlechternde psychische Gesundheit auch auf einen erschwerten Zugang zu Diensten im Bereich der psychischen Gesundheit, eine erhöhte Arbeitsbelastung und eine Arbeitsmarktkrise, die sich unverhältnismäßig stark auf junge Menschen ausgewirkt hat, zurückzuführen ist; in der Erwägung, dass in der EU 19 % der Jungen im Alter von 15 bis 19 Jahren an psychischen Störungen leiden, gefolgt von mehr als 16 % der Mädchen im gleichen Alter; in der Erwägung, dass Selbstmord bei jungen Menschen in Europa die zweithäufigste Todesursache ist;

K.  in der Erwägung, dass Kinder, die mit geringen Ressourcen und in prekären Familienverhältnissen aufwachsen, mit größerer Wahrscheinlichkeit Armut und soziale Ausgrenzung erfahren, was weitreichende Auswirkungen auf ihre Entwicklung und ihr späteres Erwachsenenleben hat, und dass sie keinen Zugang zu angemessenen Qualifikationen und nur begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten haben, wodurch sich der Teufelskreis der über Generationen hinweg bestehenden Armut fortsetzt; in der Erwägung, dass die EU zu der allgemeinen Bekämpfung der Kinderarmut und der sozialen Ausgrenzung von Kindern einen entscheidenden Beitrag leisten kann; in der Erwägung, dass es das Ziel der Europäischen Garantie für Kinder ist, Armut und soziale Ausgrenzung zu verhindern und zu bekämpfen, indem allen bedürftigen Kindern ein kostenloser und wirksamer Zugang zu wichtigen Diensten wie frühkindlicher Erziehung und Betreuung, Bildung und schulischen Aktivitäten, Gesundheitsversorgung, gesunder Ernährung und mindestens einer gesunden Mahlzeit pro Schultag sowie angemessenem Wohnraum garantiert wird;

L.  in der Erwägung, dass bei einer im September 2021 unter der Leitung der Bath University veröffentlichten und in zehn Ländern durchgeführten globalen Erhebung fast 60 % der jungen Menschen angaben, sehr oder äußerst besorgt über den Klimanotstand zu sein, mehr als 45 % der Befragten angaben, dass sich ihre Gefühle hinsichtlich des Klimas auf ihr tägliches Leben auswirken, und drei Viertel angaben, die Zukunft als beängstigend zu empfinden; in der Erwägung, dass 83 % die Auffassung vertraten, dass wir uns nicht um den Planeten gekümmert haben, während 65 % der Ansicht waren, dass die Regierungen die jungen Menschen im Stich lassen;

M.  in der Erwägung, dass die bürgerschaftliche Beteiligung nachweislich Vorteile für das Wohlergehen einer Person bietet, indem sie ihr soziales Netz erweitert, zusätzliche Möglichkeiten bietet, um wirtschaftlich, sozial und körperlich aktiv zu sein und das Risiko der Entwicklung psychischer Erkrankungen verringert;

N.  in der Erwägung, dass angesichts der Folgen der Pandemie eine ganze Generation junger Künstler und Kulturschaffender Schwierigkeiten haben wird, ihren Platz in unseren Gesellschaften zu finden; in der Erwägung, dass Künstler, Kultur- und Kreativschaffende in der Regel atypische Beschäftigungsmuster aufweisen und häufig keinen angemessenen Sozialschutz haben, insbesondere bei Tätigkeiten in mehreren Ländern, was häufig dazu führt, dass sie von Renten- und Arbeitslosengeldzahlungen und der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen sind; in der Erwägung, dass durch das Fehlen von Tarifverträgen für selbstständige Künstler, Kultur- und Kreativschaffende die Stellung dieser Personen auf dem Arbeitsmarkt weiter geschwächt wird, woraus ein Mangel an angemessenem Sozialschutz erwächst;

O.  in der Erwägung, dass Künstlern und Kulturschaffenden, die Minderheitengruppen angehören, unter anderem Frauen, jungen Menschen, Angehörigen rassischer, ethnischer und herkunftsbezogener Minderheiten, aus sozioökonomischer Sicht benachteiligten Personen, Menschen mit Behinderungen und LGBTIQ+-Personen, der Zugang zu einer beruflichen Laufbahn im Bereich der Kunst und Kultur erschwert ist und dass sie am stärksten von den Folgen der Pandemie betroffen sind;

P.  in der Erwägung, dass der Europäische Sozialfonds Plus (ESF+) der wichtigste europäische Fonds ist, der darauf abzielt, den Zugang junger Menschen zur Beschäftigung zu verbessern und den gleichberechtigten Zugang zu und den Abschluss einer hochwertigen und inklusiven allgemeinen und beruflichen Bildung bis zu einem tertiären Bildungsniveau zu fördern, einschließlich der Förderung des lebenslangen Lernens und der Erleichterung der Lernmobilität sowie der Förderung der sozialen Eingliederung junger Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, unter anderem der am stärksten benachteiligten jungen Menschen;

Q.  in der Erwägung, dass es sich bei der Aufbau- und Resilienzfazilität, die das Kernstück des Aufbauinstruments NextGenerationEU bildet, um ein historisches Instrument der EU handelt, mit dem die Mitgliedstaaten dabei unterstützt werden, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie durch Reformen und Investitionen im Rahmen von sechs Säulen, von denen eine Reformen und Investitionen im Zusammenhang mit Kindern und jungen Menschen gewidmet ist, abzumildern;

R.  in der Erwägung, dass sich die berufliche und soziale Eingliederung junger Menschen auf ihren gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger, stabiler und gut bezahlter Beschäftigung, angemessenem und erschwinglichem Wohnraum und angemessener Ernährung, hochwertiger Gesundheitsversorgung und Vorsorge, einschließlich des Schutzes der psychischen Gesundheit, und Mindeststandards in Bezug auf die digitale Infrastruktur bezieht; in der Erwägung, dass Initiativen im Bereich der Bildung und Entwicklung von Kompetenzen, Freiwilligentätigkeiten, hochwertige Praktika und Programme für lebenslanges Lernen von wesentlicher Bedeutung sind, um Chancengleichheit und den Zugang zu Arbeitsmärkten sicherzustellen und es jungen Menschen zugleich zu ermöglichen, ihr Erwachsenenleben selbstbewusst anzutreten;

S.  in der Erwägung, dass die vorangegangene Finanzkrise gezeigt hat, dass für junge Menschen erneut ein hohes Risiko besteht, dass sie gezwungen werden, prekäre Arbeitsverhältnisse anzunehmen, auf der Suche nach Arbeit ihr Land zu verlassen oder sich wiederholt bei Bildungs- oder Ausbildungsprogrammen anzumelden, obwohl sie nach einem dauerhaften Vollzeitarbeitsplatz Ausschau halten, wenn ihnen keine hochwertigen Praktika und Arbeitsplätze angeboten werden, die mit schriftlichen Vereinbarungen und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen einhergehen, unter anderem existenzsichernden Löhnen, Berufsberatung und -orientierung sowie Weiterbildung;

T.  in der Erwägung, dass durch Investitionen in junge Menschen, insbesondere Investitionen mit sozialer Wirkung, bekanntlich eine positive Wirkung auf die Beschäftigung junger Menschen und ihre Teilhabe an der Gesellschaft erzielt wird und mit den investierten Mitteln messbare soziale und finanzielle Rendite erzielt werden, mit denen die wirtschaftliche Entwicklung gefördert wird und zugleich soziale Ziele verwirklicht werden; in der Erwägung, dass sowohl bestehende Instrumente und Mechanismen umgesetzt, als auch weiter neue Instrumente in Betracht gezogen werden müssen;

U.  in der Erwägung, dass Silopolitik in Bezug auf Jugendarbeit und soziale Eingliederung zu doppelten Ausgaben führen kann, wenn sich die Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten und den einschlägigen Interessenträgern noch in den Anfängen befindet und keine dauerhaften Strukturen bestehen, um die verschiedenen Akteure zu koordinieren, die Wirkung zu maximieren, sicherzustellen, dass keine Lücken bei der Abdeckung bestehen, und die Innovation voranzutreiben;

V.  in der Erwägung, dass junge Menschen im Jahr 2022 mit bestehenden Initiativen und politischen Strategien wie der verstärkten Jugendgarantie, dem EU-Jugenddialog, Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps und neuen Vorschlägen wie der Initiative ALMA (Aim, Learn, Master, Achieve – Anvisieren, Lernen, Meistern, Ankommen) angesprochen und ihre Herausforderungen, etwa Jugendarbeitslosigkeit, angegangen werden müssen; in der Erwägung, dass diese Initiativen und Strategien aktive und passive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und einen wirksamen Zugang zu Maßnahmen der sozialen Eingliederung sowie zu Sozial-, Gesundheits- und Wohnungsdiensten für junge Menschen umfassen sollten; in der Erwägung, dass das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung zu dem Schluss kam, dass nicht alle Berufsausbildungen und Schulungsmöglichkeiten von hoher Qualität sind und nicht alle Auszubildenden Anspruch auf Arbeitnehmer- oder Sozialschutzrechte haben; in der Erwägung, dass das Europäische Parlament in seiner Entschließung vom 8. Oktober 2020 Bedenken in Bezug auf die Qualität der im Rahmen der verstärkten Jugendgarantie verfügbaren Angebote äußerte und betonte, dass die im Rahmen von neuen und bestehenden Programmen und Initiativen angebotenen Praktika und Beschäftigungsmöglichkeiten bezahlt werden und in Bezug auf Dauer und Anzahl begrenzt sein müssen, damit junge Menschen nicht in endlosen Praktikaschleifen gefangen sind und als billige oder gar kostenlose Arbeitskräfte ohne Sozialschutz und Rentenansprüche ausgebeutet werden; in der Erwägung, dass aus Studien hervorgeht, dass die derzeitige Generation junger Menschen erst mit Anfang dreißig ihre erste richtige Beschäftigung findet;

W.  in der Erwägung, dass die laufende Entwicklung neuer horizontaler Kompetenzen unter jungen Menschen, etwa digitaler Kompetenzen, sowie die Entwicklung von Kompetenzen mit wirtschaftlichem Potenzial, etwa grüner oder unternehmerischer Kompetenzen, für einen gesunden, inklusiven und zukunftsorientierten europäischen Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung sind und dazu führen sollten, dass alle jungen Menschen in der EU Zugang zu hochwertiger Beschäftigung erhalten; in der Erwägung, dass das Gleiche für die berufliche Bildung, Handelskompetenzen und Lebenskompetenzen gilt; in der Erwägung, dass 40 % der Arbeitgeber keine Personen mit geeigneten Qualifikationen finden, um ihre freien Stellen zu besetzen; in der Erwägung, dass die EU alle Formen von Qualifikationsungleichgewichten überwinden muss, um ihr Humankapital wirksam zu nutzen; in der Erwägung, dass die Jugendarbeitslosigkeit in vielen EU-Ländern zu einem schwerwiegenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problem geworden ist(18); in der Erwägung, dass allen Zugang zu einer angemessenen digitalen Infrastruktur und zu Schulungen zu digitalen Kompetenzen geboten werden sollte, um die Kluft bei digitalen Kompetenzen unter jungen Menschen zu schließen und Chancengleichheit für alle im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt sicherzustellen; in der Erwägung, dass persönliche Kompetenzen wie kritisches Denken, Teamarbeit und interkulturelle Kommunikation ebenso wichtig für ein gesundes Leben und die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben junger Menschen sind;

X.  in der Erwägung, dass die Beteiligung junger Menschen an Jugendarbeit, sozialen Bewegungen, Jugendorganisationen und am sozialen Unternehmertum für die Entwicklung neuer Lösungen von entscheidender Bedeutung ist; in der Erwägung, dass private Akteure, Unternehmen und die Geschäftswelt einbezogen werden müssen, um den Übergang von der Bildung in den Arbeitsmarkt zu verbessern und jungen Menschen weiterhin Zugang zu Weiterbildung und Umschulung sowie lebenslangem Lernen zu bieten;

Y.  in der Erwägung, dass die Diskriminierung junger Menschen in der EU im Allgemeinen ein Problem bleibt, wobei junge Frauen und junge Menschen, die schutzbedürftigen Gruppen angehören, häufig aufgrund des Geschlechts, der ethnischen Herkunft (etwa im Fall von Roma), der sexuellen Orientierung und Identität, einer Behinderung oder eines benachteiligten sozioökonomischen Hintergrunds diskriminiert werden und zugleich viel stärker von Arbeitslosigkeit, Erwerbstätigenarmut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind;

Z.  in der Erwägung, dass sich junge Menschen in Europa und ihre Vertreter und Organisationen, einschließlich Gewerkschaften, aktiv an der Organisation einer sinnvollen Mitwirkung junger Menschen und der Ausarbeitung politischer Empfehlungen mit Lösungen für eine bessere berufliche und soziale Eingliederung beteiligen, auch durch ihr Engagement im Rahmen der Konferenz zur Zukunft Europas; in der Erwägung, dass sie als wesentliche Partner für die gemeinsame Schaffung, Umsetzung und Bewertung des Europäischen Jahres der Jugend und darüber hinaus betrachtet werden müssen;

AA.  in der Erwägung, dass die Beschäftigungsmöglichkeiten für viele der genannten Gruppen, insbesondere junge Menschen mit Behinderungen und junge Menschen, die den Roma oder fahrenden Gemeinschaften angehören, durch Schwierigkeiten beim Zugang zu einer hochwertigen Bildung, die sie benötigen, um angemessen auf den modernen Arbeitsmarkt vorbereitet zu sein, stark eingeschränkt sind;

AB.  in der Erwägung, dass junge Menschen für die Erholung und Entwicklung aller Regionen der EU, insbesondere der Regionen in äußerster Randlage, von entscheidender Bedeutung sind; in der Erwägung, dass in Mayotte die Hälfte der Bevölkerung unter 18 Jahre alt ist, während in Französisch-Guayana jeder zweite Einwohner unter 25 Jahren alt ist;

AC.  in der Erwägung, dass 2016 ein Drittel der Geschäftsführer landwirtschaftlicher Betriebe in der EU 65 Jahre oder älter war und nur 11 % der Geschäftsführer landwirtschaftlicher Betriebe in der EU Junglandwirte unter 40 Jahren waren;

AD.  in der Erwägung, dass der Agrarsektor und die landwirtschaftlichen Betriebe in der EU das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden; in der Erwägung, dass es von entscheidender Bedeutung ist, junge Menschen für die Landwirtschaft zu gewinnen, um für Ernährungssicherheit zu sorgen und einen Beitrag zum grünen Wandel zu leisten;

AE.  in der Erwägung, dass die Landflucht und die Abwanderung junger Menschen in städtische Gebiete zeigen, dass es erforderlich ist, Lösungen zu finden und kurz-, mittel- und langfristige Strategien in Betracht zu ziehen, um junge Menschen in ländlichen Gebieten zu halten;

AF.  in der Erwägung, dass zu vielen jungen Menschen mit Behinderungen nur eine Beschäftigung in beschützten Beschäftigungsverhältnissen angeboten wird, wobei ihnen in einigen Mitgliedstaaten nicht die gleichen Arbeitnehmer- oder Gehaltsrechte wie Personen auf dem offenen Arbeitsmarkt geboten werden;

AG.  in der Erwägung, dass in dem Bericht über die Ideen der Jugend für die Konferenz zur Zukunft Europas, der während des Europäischen Jugendevents 2021 ausgearbeitet wurde, festgestellt wird, dass

   die jungen Menschen Unterstützung für die Ausbildung und Stärkung von Fachleuten für psychische Gesundheit in Schulen fordern,
   die Jugendarbeitslosigkeit eine Priorität der EU sein sollte, und dafür gesorgt werden muss, dass es unabhängig von Bildungshintergrund und sozialem Status keine unbezahlten Praktika mehr gibt; Jugendorganisationen und Arbeitgeber zusammenarbeiten sollten, um potenzielle „Schulabbrecher“ zu erreichen und sie über ihre Möglichkeiten aufzuklären; die Mitgliedstaaten auch bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen für Asylsuchende unterstützt werden sollten,
   niemand in der digitalen Welt auf der Strecke bleiben darf und allen Generationen beigebracht werden muss, den digitalen Raum mit Bedacht zu nutzen; digitale Kompetenzen in die Schullehrpläne aufgenommen werden sollten,
   die EU mehr Mittel bereitstellen sollte, um allen jungen Menschen in Europa die Teilnahme an nichtformaler Bildung zu ermöglichen und eine Plattform zu schaffen, um Schullehrkräfte und Dienstleistungsanbieter, die Fachwissen in Themenbereichen bieten, die für das heutige Leben wichtig sind, miteinander zu vernetzen;

1.  begrüßt, dass Präsidentin von der Leyen das Jahr 2022 zum Europäischen Jahr der Jugend erklärt hat; ist der Auffassung, dass das Jahr 2022 der ordnungsgemäßen und vollständigen Umsetzung der EU-Jugendstrategie durch ambitionierte Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen, denen junge Menschen gegenüberstehen, insbesondere der negativen Auswirkungen der anhaltenden COVID-19-Pandemie, und der konkreten Umsetzung anderer bestehender Instrumente wie der verstärkten Jugendgarantie zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der sozialen Auswirkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie einen zusätzlichen Impuls verleihen sollte; fordert die Kommission und den Rat auf, sicherzustellen, dass alle auf junge Menschen ausgerichteten Strategien intersektional gestaltet werden und dass die Vielfalt der jungen Menschen in Europa und der Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, berücksichtigt wird; ist der Auffassung, dass das Europäische Jahr der Jugend zur Umsetzung der Grundsätze 1 und 3 der europäischen Säule sozialer Rechte beitragen sollte;

2.  betont, dass die COVID-19-Krise bereits dazu geführt hat, dass viele Menschen arbeitslos wurden, insbesondere junge Menschen, die sich häufiger in prekären Beschäftigungsverhältnissen befinden, eher befristet oder in Teilzeit arbeiten und keine Ersparnisse haben; begrüßt in diesem Zusammenhang die Pläne der Kommission zur Stärkung der Jugendgarantie und fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, dem Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit Vorrang einzuräumen;

3.  nimmt mit großer Sorge die hohe Jugendarbeitslosigkeit in einer Reihe von Mitgliedstaaten und die Unsicherheit der Arbeitsverträge junger Arbeitnehmer insbesondere in Branchen, die stark von der COVID-19-Krise betroffen sind, zur Kenntnis; fordert eine verstärkte Jugendgarantie mit der das Ziel verfolgt wird, die Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit bis 2030 um mindestens 50 % zu verringern, und die auch Kriterien für die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze im Einklang mit dem Ziel Nr. 8 für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen umfasst; ist der Ansicht, dass es an der Zeit ist, die verstärkte Jugendgarantie für alle Mitgliedstaaten sowohl verbindlich als auch inklusiv zu gestalten, was auch aktive Maßnahmen umfasst, um junge Menschen, die seit Langem keine Schule besuchen, keiner Arbeit nachgehen und keine Ausbildung absolvieren, und junge Menschen aus benachteiligten sozioökonomischen Verhältnissen, etwa junge Menschen mit Behinderungen, junge LGBTIQ+-Personen und junge Roma, anzusprechen;

4.  begrüßt, dass die psychische Gesundheit als Priorität in die Jugendziele des EYY aufgenommen wurde, und fordert die Kommission auf, der psychischen Gesundheit auch in der künftigen Strategie der EU für Pflege und Betreuung Vorrang einzuräumen; betont, dass dem Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Faktoren wie Arbeitslosigkeit, unsicheren Wohnverhältnissen, psychischer Gesundheit und Wohlbefinden Rechnung getragen werden muss, um auf Ebene der EU ein ganzheitliches und umfassendes Konzept für die psychische Gesundheit sicherzustellen; hebt hervor, dass sich Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft, auch im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels, nachteilig auf die psychische Gesundheit junger Menschen auswirkt; fordert die Mitgliedstaaten daher auf, die psychische Gesundheit zu einem festen Bestandteil der sozioökonomischen Erholung der EU von der Pandemie und zu einer Priorität für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu machen, insbesondere im Bildungs- und Arbeitsumfeld; fordert, dass psychische Gesundheitsfürsorge für Personen aller Altersgruppen, insbesondere für junge Menschen und Kinder, zugänglich und erschwinglich gemacht wird, und das Ungleichheit im Gesundheitsbereich angegangen wird, indem gefährdeten Gruppen junger Menschen angemessene Unterstützung bereitgestellt wird; fordert die Kommission auf, eine umfassende Studie zu den verschiedenen Ursachen psychischer Leiden unter jungen Menschen in Europa durchzuführen;

5.  betont, dass jungen Menschen bei der Gestaltung der Beschäftigungs- und Sozialpolitik in Europa eine entscheidende Rolle zukommen muss; begrüßt den EU-Jugenddialog, die Jugendarbeit und Jugendorganisationen, durch die jungen Menschen die EU näher gebracht wird, sofern auf die Verfahren zur Einbeziehung der Jugend konkrete Initiativen der Entscheidungsträger folgen; spricht sich dafür aus, bei der Entwicklung der Jugendpolitik den Grundsatz der Mitbestimmung zu fördern, wonach junge Menschen und Vertreter der Jugend in den Entwicklungsprozess einbezogen werden; fordert die Kommission auf, die positive Wirkung der Solidarwirtschaft, einschließlich Jugendorganisationen und der Möglichkeiten des nichtformalen und informellen Lernens, die sie etwa durch Freiwilligentätigkeiten und die Beteiligung der Jugend bieten, anzuerkennen, und die von jungen Menschen in der Solidarwirtschaft erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten formell anzuerkennen, um sie dabei zu unterstützen, ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern; spricht sich dafür aus, während des Einstellungsvorgangs bürgerschaftliches Engagement als verdienstvolle Arbeitserfahrung anzuerkennen; fordert die Kommission auf, die Unterstützung des Projekts der Europäischen Jugendhauptstädte als Fortsetzung des Europäischen Jahres der Jugend in Betracht zu ziehen; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, bei der Vorlage neuer Initiativen in allen Politikbereichen eine Jugendklausel in Betracht zu ziehen, mit der die Auswirkungen einer Initiative auf junge Menschen bewertet werden;

6.  betont, dass die Mitgliedstaaten weiterhin ausreichende Mittel aus dem ESF+ in Maßnahmen zur Förderung der Jugendbeschäftigung investieren müssen; betont, dass die Mitgliedstaaten daher mindestens 15 % ihrer Mittel aus dem ESF+ unter geteilter Mittelverwaltung für gezielte Maßnahmen und Strukturreformen zur Förderung hochwertiger Jugendbeschäftigung bereitstellen müssen; weist auf die Notwendigkeit einer verbindlichen, wirksameren und inklusiveren Jugendgarantie mit einem Rahmen eindeutiger Qualitätskriterien hin, mit der für alle NEET bezahlte Ausbildungsplätze, Lehrstellen und Praktika bereitgestellt werden;

Investitionen in die junge Generation

7.  fordert die Kommission und den Rat auf, unbeschadet der bereits mit dem ESF+ eingerichteten Programme im Rahmen des Mehrjährigen Finanzrahmens 2021–2027 die verfügbaren Mittel in vollem Umfang und bestmöglich zu nutzen, um die strukturellen Probleme im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit und Armut unter jungen Menschen anzugehen; weist darauf hin, dass die Regionen in äußerster Randlage von diesen Problemen besonders stark betroffen sind und daher besondere Unterstützung benötigen; begrüßt in diesem Zusammenhang, dass im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität Mittel für Maßnahmen in Bezug auf Kinder und junge Menschen bereitgestellt werden und erwartet, dass dadurch bedeutende Möglichkeiten für junge Menschen in Europa geschaffen werden; fordert, dass Sozialpartner und Jugendorganisationen in die Überwachung und Bewertung der nationalen Aufbau- und Resilienzpläne einbezogen werden; fordert die Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, dass mit dem Fonds für einen gerechten Übergang und dem ESF+ integrierte Pläne auf lokaler Ebene unterstützt werden, um die Umschulung und Weiterbildung, insbesondere für die am stärksten gefährdeten und von dem Wandel betroffenen Gruppen, zu unterstützen;

8.  fordert die Mitgliedstaaten auf im Einklang mit ihren eigenen Erfordernissen und konkreten nationalen Bedingungen dafür zu sorgen, dass die Maßnahmen im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität, die anderen Programme der EU, etwa die verstärkte Jugendgarantie und die Europäische Garantie für Kinder, und die nationalen Investitionen und Maßnahmen einander ergänzen, um Fähigkeiten, Bildung, Ausbildung und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu fördern; fordert die Kommission auf, die Investitionen und Ausgaben für die jugendpolitischen Prioritäten im Rahmen von NextGenerationEU, der Aufbau- und Resilienzfazilität und des ESF+ zu überwachen und das Europäische Parlament eng einzubeziehen; weist darauf hin, dass der Politikbereich „Soziale Investitionen und Kompetenzen“ von InvestEU die Möglichkeit bietet, Investitionen mit sozialer Wirkung zu generieren; nimmt zur Kenntnis, dass das Konzept der Sozialanleihen und der an sozialen Ergebnissen orientierten Auftragsvergabe mit Ausrichtung auf junge Menschen bei gleichzeitiger Einbeziehung der Privatwirtschaft in die Gestaltung und Umsetzung zunehmende Beachtung findet;

9.  begrüßt die Aufstockung der Unterstützung für Junglandwirte in der nächsten Gemeinsamen Agrarpolitik;

10.  begrüßt den erweiterten Anwendungsbereich der verstärkten Jugendgarantie, der die Altersgruppe 15–29 abdeckt; weist darauf hin, dass die verstärkte Jugendgarantie echte Beschäftigungsmöglichkeiten statt minderwertiger Praktika oder endloser Ausbildungen bieten sollte;

Eingliederung junger Menschen in den Arbeitsmarkt

11.  stellt mit Besorgnis fest, dass die Ziele der Jugendgarantie bisher nicht in vollem Umfang verwirklicht wurden, und fordert verstärkte Maßnahmen, unter anderem die umfassende Nutzung der im Rahmen des ESF+ gebotenen Möglichkeiten, um die Beschäftigung durch aktive Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt und die Schaffung dauerhafter Einstiegspositionen zu fördern, mit denen sichergestellt wird, dass junge Menschen Zugang zu sozialer Sicherheit und fairer Entlohnung haben; ersucht die Kommission, die Mitgliedstaaten aufzufordern, aktualisierte Programme für die verstärkte Jugendgarantie vorzulegen und einen Rahmen mit klaren und verbindlichen Qualitätsstandards für die im Rahmen der Initiativen bereitgestellten Angebote einzuführen, um positive und nachhaltige Ergebnisse für junge Menschen und ihren erfolgreichen Übergang in den Arbeitsmarkt zu fördern; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Unternehmen anzuregen, sich aktiv an der verstärkten Jugendgarantie zu beteiligen; weist darauf hin, dass eines der Ziele des ESF+ darin besteht, eine ausgewogene Beteiligung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt durch Maßnahmen zu fördern, die unter anderem gleiche Arbeitsbedingungen, eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und den Zugang zu Kinderbetreuung, einschließlich frühkindlicher Bildung und Betreuung, sicherstellen sollen; weist ferner darauf hin, dass der ESF+ auch darauf ausgerichtet sein sollte, eine gesunde und angemessene Arbeitsumgebung zu schaffen, um den Gesundheitsrisiken infolge sich verändernder Arbeitsformen und den Bedürfnissen einer alternden Erwerbsbevölkerung zu begegnen.

12.  weist darauf hin, dass Partnerschaften mit Interessenträgern ein Schlüsselelement der verstärkten Jugendgarantie sind, es jedoch derzeit auf Ebene der EU kein formelles Gremium oder Verfahren für deren Beteiligung an der Überwachung und Umsetzung der Programme der Jugendgarantie gibt; fordert die Kommission auf, die Umsetzung der Programme der verstärkten Jugendgarantie durch den Beschäftigungsausschuss (EMCO) zu überwachen und dem EMCO regelmäßig über die Umsetzung und die Ergebnisse der Programme der Jugendgarantie zu berichten und das Europäische Parlament auf dem Laufenden zu halten; fordert die Kommission auf, eine Arbeitsgruppe für die Umsetzung der verstärkten Jugendgarantie einzusetzen, in der einschlägige Interessenträger, darunter zivilgesellschaftliche Partner, Jugendorganisationen und Sozialpartner im Rahmen der Arbeit des EMCO zusammenkommen, um die Koordinierung und den Austausch bewährter Verfahren zwischen den Behörden der EU und nationalen Behörden zusammen mit zivilgesellschaftlichen Partnern und Jugendorganisationen zu erleichtern, sowie regelmäßig die Auswirkungen zu bewerten und Empfehlungen zur Verbesserung vorzuschlagen;

13.  fordert die Mitgliedstaaten auf, sicherzustellen, dass öffentliche Arbeitsverwaltungen über das Europäische Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen mit lokalen Behörden, dem Bildungswesen, Jugendorganisationen und der Privatwirtschaft zusammenarbeiten, um hochwertige, stabile und gut bezahlte Beschäftigung zu fördern und jungen Menschen maßgeschneiderte Unterstützung in Bezug auf Ausbildung, Arbeitssuche und Beratung bereitzustellen und ermutigt die Mitgliedstaaten, die öffentlichen Arbeitsverwaltungen angemessen auszustatten, um Ressourcen und Schulungen zur Erhaltung der psychischen Gesundheit trotz eines unsicheren Wirtschaftsklimas und der Herausforderungen bei der Arbeitssuche bereitzustellen;

14.  empfiehlt, die Systeme im Bereich der psychischen Gesundheitsfürsorge stärker auf die Beschäftigung auszurichten, insbesondere indem der positive Beitrag hervorgehoben wird, den hochwertige Arbeit zur psychischen Genesung leisten kann;

15.  fordert die Mitgliedstaaten auf, den Zugang junger Menschen zu bezahlten, hochwertigen und inklusiven Praktika und Ausbildungsplätzen sicherzustellen; fordert, dass die Überwachungssysteme gestärkt werden, um sicherzustellen, dass junge Menschen angemessene und hochwertige erste Arbeitserfahrungen, Möglichkeiten zur Weiterbildung und zum Erwerb neuer Qualifikationen oder Referenzen erhalten; verurteilt die Praktik unbezahlter Praktika als Form der Ausbeutung junger Arbeitnehmer und als eine Verletzung ihrer Rechte, und fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament und unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips einen gemeinsamen Rechtsrahmen vorzuschlagen, um eine gerechte Vergütung von Praktika und Berufsausbildungen sicherzustellen und ausbeuterische Praktiken zu verhindern; verurteilt die Praktik von Null-Stunden-Verträgen und fordert die Mitgliedstaaten auf, Arbeitgeber zu unterstützen, die Praktika und Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderungen anbieten;

16.  fordert die Kommission auf, bestehende europäische Instrumente wie den Qualitätsrahmen für Praktika und den Europäischen Rahmen für eine hochwertige und nachhaltige Lehrlingsausbildung zu überprüfen und Qualitätskriterien einzuführen, die für an junge Menschen gerichtete Angebote gelten, einschließlich des Grundsatzes der angemessenen Entlohnung für Auszubildende und Praktikanten sowie des Zugangs zu Sozialschutz, dauerhafter Beschäftigung und sozialen Rechten;

Mobilität der Arbeitskräfte und Kompetenzen für die Zukunft

17.  fordert die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass junge Menschen, insbesondere junge Menschen, die weder arbeiten, noch eine Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren (NEET), mit der neuen Initiative ALMA dabei unterstützt werden, für einen befristeten Zeitraum hochwertige Arbeitserfahrung in einem anderen Mitgliedstaat zu sammeln; besteht darauf, dass das Programm ALMA Qualitätsstandards erfüllen muss, mit denen die Arbeitnehmerrechte junger Menschen, etwa eine angemessene Entlohnung, gute Arbeitsbedingungen und Zugang zu Sozialschutz, gewahrt werden;

18.  betont, dass digitale Kompetenzen im 21. Jahrhundert für junge Menschen und alle Branchen von wesentlicher Bedeutung sind, und fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, in Partnerschaft mit öffentlichen Einrichtungen und Privatunternehmen einen dauerhaften, zertifizierten und kostenlosen Zugang junger Menschen zu Online- und Offline-Kursen im Bereich digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen in allen EU-Sprachen zu schaffen; fordert, dass Räume für den Austausch über E-Learning und E-Teaching geschaffen werden; fordert nachdrücklich, dass die EU und die Mitgliedstaaten mehr Programme wie eTwinning und die Elektronische Plattform für Erwachsenenbildung in Europa entwickeln; stellt fest, dass hinsichtlich des Zugangs zu Hardware, Einrichtungen, angemessenen Ausbildern und angemessener digitaler Infrastruktur in vielen Mitgliedstaaten erhebliche Einschränkungen zu überwinden sind; weist daher darauf hin, dass der Zugang zu Online-Kursen mit verstärkten Initiativen zur Behebung von Mängeln beim Zugang zum Internet und zu digitalen Instrumenten verknüpft werden muss, und besteht darauf, dass die Kurse barrierefrei gestaltet werden, um eine Ausgrenzung von jungen Menschen mit Behinderungen zu vermeiden, damit niemand zurückgelassen wird;

19.  hebt die Bedeutung der Entwicklung grüner Kompetenzen und hochwertiger Beschäftigungsmöglichkeiten in einer klimaneutralen, energieeffizienten Kreislaufwirtschaft hervor, insbesondere in den Regionen, die am stärksten vom ökologischen Wandel betroffen sind, etwa diejenigen, die stark von der Landwirtschaft abhängig sind, und diejenigen, die an der Bekämpfung des Klimawandels, der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen, der Verringerung der CO2-Emissionen, der Steigerung der Energieeffizienz, der Abfall- und Wasserwirtschaft, der Verbesserung der Luftqualität und der Wiederherstellung und Erhaltung der biologischen Vielfalt beteiligt sind; fordert die Arbeitgeber auf, die Weiterbildung und/oder Umschulung ihrer Arbeitskräfte sicherzustellen und das Angebot an nachhaltigeren Ausbildungsplätzen im Einklang mit dem Europäischen Rahmen für eine hochwertige und nachhaltige Lehrlingsausbildung zu verbessern;

20.  fordert die Kommission auf, im Jahr 2022 neue Instrumente und Initiativen vorzuschlagen, die darauf ausgerichtet sind, im Rahmen des Aktionsplans für die Sozialwirtschaft das Unternehmertum unter jungen Menschen und soziale Investitionen in junge Menschen zu fördern;

21.  bedauert den unzureichenden Zusammenhang zwischen den Reformen und Investitionen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung und den Maßnahmen zur Sicherstellung der Eingliederung junger Menschen, insbesondere von NEET, in den Arbeitsmarkt; spricht sich für flexible, inklusive, zugängliche und offene Bildungswege durch individuelle Lernkonten und Microcredentials für junge Menschen, Jugendbetreuer, Ausbilder und Fachkräfte, einschließlich Fähigkeiten und Kompetenzen, die durch nicht formale Bildung und informelles Lernen erworben wurden, aus; betont, dass die Stärkung der Berufsberatung ab einem jungen Alter und die Förderung eines gleichberechtigten Zugangs zu Informationen und Beratung für Schüler und erwachsene Lernende, jungen Menschen dabei helfen kann, Bildungs- und Berufswege zu wählen, die zu Beschäftigungsmöglichkeiten führen, die für sie geeignet sind;

22.  fordert die Kommission und den Rat erneut auf, sich weiter dafür einzusetzen, die Entwicklung der beruflichen Bildung zu unterstützen und Handelskompetenzen besser zu fördern, um die in mehreren Mitgliedstaaten weit verbreitete negative Wahrnehmung nicht formaler Bildung zu beseitigen und zugleich durch Kommunikations- und Informationskampagnen, Lehrpläne, Handelskompetenzzentren für junge Menschen, besondere Ökosysteme für die berufliche Bildung in lokalen Gemeinschaften, duale Ausbildungssysteme und langfristige Mobilität für Auszubildende die Attraktivität der beruflichen Bildung zu erhöhen; begrüßt in diesem Zusammenhang die Initiative zur Einrichtung europäischer Zentren der beruflichen Exzellenz, deren Ziel darin besteht, hochwertige berufliche Qualifikationen zu vermitteln und unternehmerische Tätigkeiten zu unterstützen; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, einen eigenständigen Raum für die berufliche Bildung und ein europäisches Statut für Auszubildende zu schaffen; bekräftigt, dass Praktika Teil der bildungsbezogenen und beruflichen Entwicklung sein und daher eine pädagogische Dimension haben sollten; betont, dass es wichtig ist, die Mechanismen für die grenzüberschreitende Anerkennung von Fähigkeiten und Qualifikationen zu verbessern, und besteht darauf, dass Methoden wie die generationenübergreifende Solidarität und das Mentoring gefördert und unterstützt werden, um Ungleichheiten abzubauen und die Unterstützung junger Menschen sicherzustellen;

23.  regt an, Aktivitäten im Zusammenhang mit der bürgerschaftlichen Beteiligung zu den Aktivitäten hinzuzufügen, die von Arbeitgebern als vorteilhaft für die persönliche und berufliche Entwicklung der Arbeitnehmer, insbesondere junger Arbeitnehmer, angesehen werden;

24.  betont, dass sich der Mindestlohnschutz als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Erwerbstätigenarmut erwiesen hat; betont, dass junge Arbeitnehmer in einigen Mitgliedstaaten aufgrund bestehender Unterschiede in der Praxis eine Vergütung erhalten, die unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt, wodurch eine Situation struktureller Diskriminierung aufgrund des Alters fortbesteht; fordert die Mitgliedstaaten auf, die Gleichbehandlung junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt sicherzustellen, auch im Hinblick auf den gesetzlichen Mindestlohn in dem Vorschlag für eine Richtlinie über angemessene Mindestlöhne in der Europäischen Union (COM(2020)0682);

25.  betont, dass junge Menschen in vielen Mitgliedstaaten aufgrund von altersbezogenen Zulassungskriterien keinen uneingeschränkten Zugang zu Mindesteinkommensregelungen haben oder vollständig davon ausgeschlossen sind; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, in der kommenden Empfehlung des Rates zum Mindesteinkommen Maßnahmen zu ergreifen, um jungen Menschen den Zugang zu diesen Regelungen zu erleichtern;

Vorgehen gegen die Ausgrenzung junger Menschen und Vermeidung einer verlorenen Generation

26.  fordert die Kommission auf, eine Empfehlung auszuarbeiten, um sicherzustellen, dass Praktika, Berufsausbildungen und Berufspraktika als Arbeitserfahrung gelten und folglich Zugang zu Sozialleistungen gewähren; fordert, dass die Mindestbeitragszeit, die für den Zugang zu Sozialleistungen erforderlich ist, verkürzt wird; begrüßt die Initiative der Kommission, eine hochrangige Sachverständigengruppe einzusetzen, um die Zukunft des Wohlfahrtsstaats und die größten Herausforderungen, denen junge Menschen bei der Inanspruchnahme von Sozialschutz gegenüberstehen, zu untersuchen;

27.  fordert die Kommission auf, zu prüfen, ob das bestehende europäische Jugendportal sowie die Plattformen Europass und Eures zu einem einzigen digitalen Raum verbunden werden können, um allen jungen Europäern Informationen und Möglichkeiten zu bieten, unter anderem in Bezug auf Ausbildung, Arbeitsplätze, Praktika, Angebote der beruflichen Aus- und Weiterbildung, finanzielle Unterstützung, Mobilitätsprogramme, Beratung zur Unternehmensgründung, Mentoring-Programme, Programme für Freiwilligentätigkeiten, mit der Unionsbürgerschaft verbundene Rechte und den Zugang zu Kultur; schlägt vor, dass die Bewerbung für verschiedene Angebote und Programme zentral über die einzige Plattform erfolgt und auf alle Möglichkeiten hingewiesen wird, die die EU jungen Europäern in ihrer jeweiligen persönlichen Situation bietet; begrüßt die Einrichtung zentraler Anlaufstellen in einer Reihe von Mitgliedstaaten, unterstützt eine solche Bündelung von Offline-Diensten, die von entscheidender Bedeutung ist, um Begünstigte zu erreichen und ihnen Beratung und Unterstützung zu bieten, und spricht sich dafür aus, in allen Mitgliedstaaten in verschiedenen Städten solche Stellen einzurichten, um die am stärksten gefährdeten Gruppen junger Menschen zu erreichen;

28.  fordert die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass junge Menschen, insbesondere junge Menschen, die weder arbeiten noch eine Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren, durch die neue Initiative ALMA dabei unterstützt werden, Zugang zu sozialer und beruflicher Eingliederung in ihren Heimatländern zu erhalten, indem sie in einem anderen Mitgliedstaat befristete Arbeits- und Qualifikationserfahrung sammeln können, die den Qualitätsstandards zur Wahrung der Arbeitnehmerrechte junger Menschen, etwa gerechte Entlohnung und Zugang zu Sozialschutz, entspricht; betont, dass es von entscheidender Bedeutung ist, junge Menschen vor, während und nach der Teilnahme an dem Programm zu begleiten und ihnen Beratung anzubieten; betont, dass im Rahmen der Initiative ALMA echte Mobilität und hochwertige Programme zur Entwicklung von Kompetenzen, berufliche Bildung oder Beschäftigung für alle Teilnehmer, einschließlich junger Menschen mit Behinderungen oder junger Menschen aus benachteiligten Verhältnissen, gefördert werden müssen und sie eine Inklusionsstrategie umfassen muss, die mit Beiträgen von Organisationen der Zivilgesellschaft und Sozialpartnern konzipiert wird, um einen gleichberechtigten Zugang sicherzustellen, Diskriminierung zu verhindern und Hindernisse zu beseitigen, die auftreten könnten, damit die Initiative ALMA nicht zu einem Instrument wird, mit dem prekäre Beschäftigungsbedingungen für junge Menschen geschaffen werden; weist darauf hin, dass die nationalen öffentlichen Arbeitsverwaltungen bei ihrer Umsetzung durch die Haushaltslinie des ESF+ in Abstimmung mit privaten und öffentlichen Partnern unterstützt werden sollten, während zugleich Synergieeffekte mit dem europäischen Bildungsraum geschaffen werden; fordert die Kommission nachdrücklich auf, sicherzustellen, dass ALMA einen zusätzlichen Mehrwert zu den bestehenden Möglichkeiten im Rahmen von Erasmus+ und des Europäischen Solidaritätskorps bietet, und dafür zu sorgen, dass virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit weiterhin mit physischer Mobilität im Rahmen des ESF+ verbunden werden; fordert die Kommission auf, zu prüfen, ob ALMA als eine der Mobilitätskomponenten in die verstärkte Jugendgarantie aufgenommen werden könnte;

29.  ist der Ansicht, dass das Wohlergehen junger Menschen in der gemeinsamen Verantwortung öffentlicher und privater Akteure liegt; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, mit europäischen und nationalen Arbeitgebern zusammenzuarbeiten, um Empfehlungen zur sozialen Verantwortung von Unternehmen umzusetzen und so schutzbedürftige junge Menschen zu unterstützen, und in künftige Initiativen im Zusammenhang mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen Bestimmungen im Hinblick auf junge Menschen aufzunehmen;

30.  weist darauf hin, dass bei jungen Frauen ein erhöhtes Risiko besteht, von Diskriminierung am Arbeitsplatz(19), die durch intersektionale Ungleichheiten verschärft wird, betroffen, arbeitslos, alleinerziehend oder langfristig eine informelle Pflege- oder Betreuungsperson zu sein, was sie häufig von der Erwerbsbevölkerung ausschließt oder sie unter der Armutsgrenze halten kann; fordert den Rat und die Kommission auf, ab 2022 bei Jugend- und Beschäftigungsinitiativen indikative Mindestziele für die Unterstützung und maßgeschneiderte Hilfsprogramme für gefährdete junge Frauen in Betracht zu ziehen; fordert die Kommission auf, mit den Mitgliedstaaten zusammenzuarbeiten, um die nationalen Aktionspläne der Garantie für Kinder mit den Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene abzustimmen, um junge Alleinerziehende zu unterstützen;

31.  bekräftigt die Bedeutung des Zugangs zu angemessenem und erschwinglichem Wohnraum und maßgeschneiderten Sozialdiensten für junge Menschen, insbesondere jene, die schutzbedürftigen Gruppen angehören, einschließlich junger Menschen mit Behinderungen und junger Menschen aus kinderreichen Familien; fordert die Kommission auf, mit den Mitgliedstaaten an Programmen für junge Menschen zu arbeiten, bei denen dem Wohnraum Vorrang eingeräumt wird und die durch Unterstützungsdienste in den Bereichen Beschäftigung, Soziales und Gesundheit ergänzt werden; hebt die Bedeutung privater und öffentlicher Investitionen in soziale Infrastruktur für junge Menschen hervor; begrüßt die von der Kommission ins Leben gerufene Europäische Plattform zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit, deren Ziel letztendlich darin besteht, der Obdachlosigkeit bis 2030 ein Ende zu setzen, und ihr Potenzial für junge Menschen; fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, Maßnahmen zu ergreifen und Programme für junge Menschen umzusetzen, die 18 Jahre alt geworden und von Wohnungslosigkeit bedroht sind, insbesondere schutzbedürftige Gruppen wie wohnungslose LGBTIQ+-Personen; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, sicherzustellen, dass die verstärkte Jugendgarantie dazu beiträgt, die in vielen EU-Ländern zunehmende Obdachlosigkeit unter jungen Menschen zu bekämpfen;

32.  fordert die Kommission auf, die wichtigsten Hindernisse, die junge Menschen davon abhalten, in die Landwirtschaft einzusteigen, wie Zugang zu Land, Finanzmitteln, Wissen und Innovation, zu beseitigen;

33.  stellt mit Besorgnis fest, dass sich die Bedingungen für viele junge Menschen im Allgemeinen und insbesondere für gefährdete junge Menschen die bereits unter langfristiger Arbeitslosigkeit und sozialer Ausgrenzung leiden, wie junge Roma, junge Menschen mit Behinderungen, junge Angehörige der LGBTIQ+-Gemeinschaft und junge Migranten, verschlechtern, und fordert einen koordinierten Ansatz bei der Schaffung und Bereitstellung von Möglichkeiten zur sozialen Eingliederung im Rahmen der verstärkten Jugendgarantie, des ESF+ und der Aufbau- und Resilienzfazilität;

34.  fordert die Organe der EU und die Mitgliedstaaten auf, unter Berücksichtigung der Vielfalt junger Menschen in ganz Europa und der Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, bei allen politischen Strategien, die auf junge Menschen ausgerichtet sind, für diskriminierungsfreie Rahmenbedingungen zu sorgen;

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35.  beauftragt seine Präsidentin, diese Entschließung dem Rat und der Kommission zu übermitteln.

(1) ABl. L 23 vom 27.1.2010, S. 35.
(2) ABl. C 316 vom 6.8.2021, S. 2.
(3) ABl. C 395 vom 29.9.2021, S. 101.
(4) ABl. C 465 vom 17.11.2021, S. 82.
(5) ABl. C 15 vom 12.1.2022, S. 184.
(6) ABl. C 202 vom 28.5.2021, S. 31.
(7) ABl. C 67 vom 8.2.2022, S. 90.
(8) ABl. C 506 vom 15.12.2021, S. 94.
(9) ABl. C 67 vom 8.2.2022, S. 186.
(10) ABl. L 57 vom 18.2.2021, S. 17.
(11) Moxon, D., Bacalso, C., und Șerban, A. M., Beyond the pandemic: The impact of COVID-19 on young people in Europe (Über die Pandemie hinaus: die Auswirkungen von COVID-19 auf junge Menschen in Europa), Europäisches Jugendforum, Brüssel, 2021.
(12) ABl. C 456 vom 18.12.2018, S. 1.
(13) ABl. C 372 vom 4.11.2020, S. 1.
(14) Angenommene Texte, P9_TA(2021)0430.
(15) ABl. C 465 vom 17.11.2021, S. 110.
(16) Angenommene Texte, P9_TA(2021)0385.
(17) Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen, Prognose für die europäische Wirtschaft – Herbst 2021, Kommission, 2021.
(18) Eichhorst, W. Hinte H. und Rinne, U., IZA Policy Paper Nr. 65, „Youth Unemployment in Europe: What to Do about It?“ (Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Was kann dagegen unternommen werden?) Intereconomics, 2013, 48 (4), S. 230–235.
(19) Baptista, I., Marlier, E. et al., Social protection and inclusion policy responses to the COVID-19 crisis – An analysis of policies in 35 countries (Politische Reaktionen in den Bereichen Sozialschutz und Eingliederung auf die COVID-19-Krise – Eine Analyse der Strategien in 35 Ländern), Europäisches Netzwerk für Sozialpolitik, Brüssel, 2021.

Letzte Aktualisierung: 4. Mai 2022Rechtlicher Hinweis - Datenschutzbestimmungen