„Unser Zentrum ist eine richtige Institution der Tanzszene – wir mussten es einfach retten!“

David Leiter eines Zentrums für Popkultur und moderne Kunst, der das Zentrum mit einer Crowdfunding-Kampagne vor dem finanziellen Ruin rettete Belgien, Brüssel

Manche Veranstaltungsorte sind es einfach wert, gerettet zu werden – koste es, was es wolle. Dieses Gefühl hatte das Team des belgischen „Tictac Art Centre“, als auf der ganzen Welt Ausgangssperren verhängt wurden. „Wir sind eine junge Non-Profit-Organisation, die sich für Kunst und zeitgenössischen Tanz einsetzt – vor Ort und auch weltweit. Mit der Zeit hat sich unser Zentrum zu einem beliebten Treffpunkt der europäischen und internationalen Tanzszene entwickelt“, erklärt David Zambrano, der das Tictac Art Centre leitet. Als Belgien eine Ausgangssperre verhängte, erkannte sein Team bald, dass das ganze Projekt Gefahr lief, die Krise nicht zu überstehen. Wochenlang brüteten man über verschiedenen Lösungsansetzen, und schließlich entschied man sich für eine Crowdfunding-Kampagne. „Wir mussten das Projekt einfach retten. Die Crowdfunding-Kampagne war eine unserer letzten Chancen, und sie mauserte sich zum Riesenerfolg. Eines ist klar: Ohne die Spenden von zahlreichen Kunstschaffenden, Tänzerinnen und Tänzern, Studierenden und Kunstbegeisterten hätten wir nicht überlebt“, sagt David.

„Familien in Togo leiden – da musste ich einfach etwas tun.“

Kadi Aktivistin, die jungen Müttern und ihren Babys in Togo mit Lebensmittelpaketen hilft Belgien, Brüssel

Kadi lebt in Belgien und konnte nicht einfach mitansehen, wie Familien in ihrem Heimatland leiden: „Ich stamme aus Togo. Dort ist die Lage wegen der Coronavirus-Pandemie besonders schlimm. Die Menschen leiden unter der Ausgangssperre, und die ohnehin schon niedrigen Einkommen sind weiter gesunken.“ Für Kadi war klar, dass sie etwas tun muss. Sie stellte ein Projekt auf die Beine, mit dem sie gezielt Schwangeren sowie jungen Müttern und ihren Babys hilft – mit Lebensmittelpaketen. In Sokodé im Zentrum Togos wurden bereits mehr als 100 Hilfspakete zusammengestellt. „Wir wollen diese Familien mit dem Nötigsten für einen guten Start ins Leben versorgen“, erklärt Kadi. „Wir arbeiten auch mit Ärztinnen und Ärzten zusammen und zahlen, wenn nötig, die Behandlungen.“ Der EU ist bewusst, wie schwierig die Pandemie für andere Länder ist. Deswegen hat sie das 20 Mrd. EUR schwere Paket „Team Europa“ geschnürt, um ihnen bei der Bewältigung der Coronakrise zu helfen. Und über eine humanitäre Luftbrücke werden besonders stark betroffene Gebiete auf der ganzen Welt mit Nothilfelieferungen versorgt.

„Ich wollte einfach dabei sein.“

Elena Mitarbeiterin im Ärztlichen Dienst des Europäischen Parlaments, die mit ihrer Erfahrung Coronakranken in der Uniklinik Saint-Pierre half Belgien, Brüssel

Die Uniklinik Saint-Pierre stand beim Kampf gegen das Coronavirus in Brüssel an vorderster Front: Sie brauchte alle, die helfen konnten. Elena überlegte nicht lange: „Ich wollte einfach dabei sein“, sagt sie. Elena hatte gerade ein einjähriges Praktikum beim Ärztlichen Dienst des Europäischen Parlaments in Brüssel hinter sich – und am 16. April fing sie auf der Intensivstation der Uniklinik Saint-Pierre an. „Ich kam, als das Schlimmste schon vorbei war, aber in allen Intensivbetten lagen noch immer Covid-19-Kranke. Meine Aufgabe war es, dem Pflegepersonal zu helfen, das die schwerste Arbeit hatte. Wir kümmerten uns um die Kranken, behandelten und unterstützen sie, als es drauf ankam“, sagt sie. Da sich Belgien nun langsam von der Krise erholt, sagte man Elena, sie könne wieder nach Hause zurück: „Ich wollte bleiben, bis die Krise vorbei ist, aber ich musste zurück an meinen Arbeitsplatz. Ich werde immer zwischen der Klinik und dem Parlament hin- und hergerissen sein.“

„Ohne die EU wäre ich nicht nach Hause gekommen.“

Awa Seck Reisende, die dank der EU sicher heimkehren konnte Belgien, Brüssel

Nachdem die EU-Mitgliedstaaten ihre Grenzen geschlossen hatten, saßen zahlreiche Unionsbürgerinnen und -bürger im Ausland fest. Natürlich sollte man in Krisenzeiten am besten zuhause sein. Doch was hätten Sie getan, wenn Sie im Ausland gestrandet wären, als die Pandemie ausbrach? So erging es Awa. Die junge Belgierin saß auf einmal im Senegal fest. Zum Glück organisierte das Europäische Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen Rückflüge nach Europa, und wie Tausende andere, die in der EU leben, konnte auch Awa sicher nachhause zurückkehren. Die Europäische Union hilft den Mitgliedstaaten dabei, Hilfsaktionen für Unionsbürgerinnen und -bürger zu koordinieren und sie mithilfe ihrer Konsulate aus den entlegensten Winkeln der Welt nach Europa zurückzubringen. Mit Erfolg: In der Krise wurde bisher rund 85 000 Menschen die Heimkehr nach Europa ermöglicht.

„Vie Féminine hilft Frauen dabei, ihre sozialen Rechte einzufordern und in Kontakt zu bleiben.“

Yasmina und Fatima Aktivistinnen, die eine Hotline für Frauen in Not und eine Facebook-Gruppe eingerichtet haben, auf der sich Frauen gegenseitig helfen Belgien, Charleroi

Die belgische Frauenorganisation „Vie Féminine“ ist stets für Frauen in Not da. Die Coronakrise stellte sie vor neue Probleme: Mehr Frauen brauchten Hilfe, und gleichzeitig wurde es immer schwieriger, die normalen Arbeitsabläufe beizubehalten. Fatima und Yasmina mussten sich etwas einfallen lassen. Sie richteten schnell eine täglich erreichbare Hotline ein, die es Frauen in Charleroi ermöglicht, in Kontakt zu bleiben und ihre sozialen Rechte per Telefon einzufordern. Vie Féminine ist aber nicht nur in Charleroi, sondern in ganz Wallonien tätig. Neben der Hotline gründeten Fatima und Yasmina auch eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Confinées et solidarités“. „Dank unserer Gruppe können Frauen während der Ausgangssperre in Kontakt bleiben und zusammenhalten – auf vielerlei Art: Sie tauschen sich darüber aus, wie man die Kinder beschäftigen kann, organisieren Lebensmittelhilfe und helfen einander in Notfällen. Es ist uns gelungen, einen Raum der gelebten Solidarität zu schaffen“, erklären Fatima und Yasmina.

„Ich liebe meinen Job – und ich bin mir sicher, dass das so bleibt.“

Jacqueline Krankenschwester, die der COVID-19-Abteilung ihres Krankenhauses zugewiesen wurde Belgien, Brüssel

Anlässlich des 200. Geburtstags von Florence Nightingale erklärte die Weltgesundheitsorganisation das Jahr 2020 zum „Jahr der Pflegekräfte und Hebammen“. Niemand konnte ahnen, dass 2020 auch zum Jahr einer weltweiten Gesundheitskrise werden würde, die alle Gesellschaftsschichten betrifft. Die ganze Welt kämpft gegen die Folge der Pandemie. Pflegekräfte stehen dabei an vorderster Front. Für viele von ihnen brachte die Coronavirus-Pandemie berufliche Veränderungen: Jacqueline zum Beispiel arbeitet normalerweise in der Physiotherapie, aber jetzt kümmert sie sich um COVID-19-Patienten. Anpassungsfähig zu sein, ist für Pflegekräfte aber nichts Neues. In Krisenzeiten spielen sie seit jeher eine wichtige Rolle: Sie kümmern sich nicht nur um Kranke, sondern tragen mit innovativen Ideen auch dazu bei, Leben zu retten und Leid zu verringern. Die Europäische Union setzt sich dafür ein, dass alle Beschäftigten im Gesundheitswesen so ausgerüstet sind, dass sie ihre lebenswichtige Aufgabe weiterhin erfüllen können und dabei selbst geschützt sind.

„Wir sind zu 100 % für unsere Kundschaft da.“

Erika Inhaberin eines Lebensmittelladens, die während der Pandemie aus Solidarität ihren Lieferservice ausgeweitet hat Belgien, Heppenbach

Die Pandemie dauert an – und viele ältere Menschen und Personen, die einer anderen Risikogruppe angehören, überlegen sich zweimal, ob sie in den Supermarkt gehen sollen. Erika versteht das: Sie hat deshalb den Lieferservice ihres Ladens in einem kleinen ostbelgischen Dorf ausgeweitet – damit alle auch in der Krise ihren Grundbedarf decken können. Über die sozialen Medien versichert sie ihren Kundinnen und Kunden, dass ihr Laden alles hat, was sie brauchen. Das ist aber nicht die einzige Art, auf die sie ihre Solidarität ausdrückt: Ihr liegen auch die örtlichen Produzenten am Herzen, die sie besonders unterstützt. Erika ist Mitglied des Verbands „Emma 2.0“, zu dem sich kleinere Läden in der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zusammengeschlossen haben. Die soziale Verantwortung dieser Läden in dünn besiedelten ländlichen Gebieten tritt jetzt besonders in den Vordergrund.

„Wegen der Coronakrise haben viele nicht genug zu essen. Lebensmittelspenden können da viel bewirken.“

Mohamed, Bilal und Hamza Ehrenamtliche Helfer, die Lebensmittelpakete an Bedürftige liefern Belgien, Brüssel

Die Coronavirus-Pandemie hat schwere wirtschaftliche Folgen. Viele Familien sind deswegen in finanzielle Schwierigkeiten geschlittert, und ihnen geht das Geld für Lebensmittel aus. Alleinerziehende, Arbeitslose, Studierende, Flüchtlinge, Zuwanderer und viele andere haben nicht genug zu essen. Lebensmittelspenden sind für viele Familien ein Rettungsanker. Darum haben Mohamed, Bilal und Hamza, drei Freunde aus dem Brüsseler Anneessens-Viertel, gleich zu Beginn der Kontaktsperre beschlossen, eine Solidaritätsinitiative ins Leben zu rufen. Sie stellen Lebensmittelpakete zusammen, die sie Menschen in Not bringen. Die Spenden stammen von Einzelpersonen und aus dem Einzelhandel. Einen Sponsor, der sie mit Geld unterstützt, haben sie nicht. Inzwischen machen mehr als 20 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit. Die Aktion hat außerdem Vorbildwirkung: In anderen Brüsseler Vierteln gibt es mittlerweile ähnliche Initiativen.

„Wir müssen in unseren Herzen Platz für unsere „unsichtbaren Nachbarn“ schaffen – und zwar gemeinsam.“

Cynthia Aktivistin, die Obdachlose mit gutem Essen versorgt Belgien, Brüssel

„Solidarité Grands Froids“ ist eine Brüsseler Freiwilligenorganisation, die jahrein, jahraus für Obdachlose da ist. Wegen der Coronakrise haben die meisten Vereine, die sich um Obdachlose kümmern, zugemacht. Für unsere „unsichtbaren Nachbarn“ ist der Alltag deswegen noch härter geworden. Für Cynthia Simpson, die den Verein gegründet hat, war klar: Sie konnte sich nicht einfach zurücklehnen und nichts tun, während Obdachlose ganz besonders unter der Pandemie leiden. Gemeinsam mit acht anderen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern und zwei angesehenen Köchen beschloss sie, Menschen in Not mit hochwertigem, gesundem Essen zu versorgen. Schnell sprach sich herum, dass sie immer um 16 Uhr an den wichtigsten Bahnhöfen der Stadt gutes Essen ausgeben. Aber das ist nicht alles: Sie verteilen auch Spendenpakete mit Hygieneartikeln, sauberen Socken und mehr.

„Wir müssen etwas gegen das Coronavirus tun, aber wir dürfen dabei Menschenrechte und Menschenwürde nicht außer Acht lassen.“

Anne-Sophie Aktivistin, die an die Bedürfnisse von älteren Mitmenschen denkt Belgien, Overijse

In der Coronakrise dürfen wir die Rechte und die Menschenwürde unserer älteren Mitmenschen nicht vernachlässigen. Als Generalsekretärin von AGE Platform Europe leitet Anne-Sophie ein großes Netz, das sich auf EU-Ebene genau dafür einsetzt. Ältere Menschen leisten Unglaubliches für ihre Familien und Wohnviertel. Oft kümmern sie sich aufopferungsvoll um andere – zum Beispiel wenn sie ihre Enkelkinder betreuen oder Verwandten und Nachbarn beistehen, die Hilfe brauchen. Seit dem Ausbruch der Coronakrise haben alle bei AGE Platform Europe ein gemeinsames Ziel: Sie wollen darauf aufmerksam machen, wie sich die Pandemie auf die Rechte Älterer auswirkt. Und sie befassen sich mit den moralischen Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen. Die besonderen Probleme, vor denen ältere Menschen stehen, müssen erkannt und gelöst werden. Das gilt ganz besonders für das Gesundheitswesen und die Langzeitpflege – etwa wenn es um den Zugang zu ärztlicher Behandlung und Betreuung geht. Die Organisation hat ihre Mitglieder befragt und ihren Standpunkt zum Thema „COVID-19 und Menschenrechtsbelange für ältere Menschen“ veröffentlicht. Außerdem hat sie eine eigene Website eingerichtet, auf der man Vorschläge dazu findet, wie man älteren Menschen helfen kann, die isoliert leben.

„Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass es bald einen erschwinglichen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt.“

Europaweites Konsortium für die Schnellentwicklung eines Einzeldosenimpfstoffs gegen das Coronavirus Unternehmen, die mit vereinten Kräften einen neuen Impfstoff entwickeln und herstellen wollen Belgien, Brüssel, Rom, Berlin

Um Hochrisikogruppen zu schützen, die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen und das Gesundheitswesen zu entlasten, muss unbedingt ein Impfstoff her. Er muss aber nicht nur sicher sein und schützen, es müssen auch in Rekordzeit Millionen von Impfstoffdosen hergestellt werden – und das auch noch zu einem erschwinglichen Preis. Damit das gelingt, haben sich drei europäische Biotechnikunternehmen zu einem europaweiten Konsortium zusammengeschlossen: ReiThera aus Italien, LEUKOCARE aus Deutschland und Univercells aus Belgien wollen gemeinsam einen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt bringen. Für diesen Sommer ist bereits die klinische Prüfung des infrage kommenden Impfstoffs vorgesehen, und schon bald soll die Massenproduktion anlaufen. Dabei bündeln die Partner ihr enormes Fachwissen bei der Entwicklung vektorbasierter Impfstoffe und der Impfstoffformulierung bzw. -herstellung. Und die EU? Sie hat eine Online-Geberkonferenz organisiert, bei der mindestens 7,5 Mrd. EUR für Impfstoffe, Arzneimittel und Diagnostika zusammenkommen sollten, damit das Coronavirus weltweit besiegt wird.

„Alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, helfen uns – und jetzt brauchen wir Hilfe, um sie zu schützen.“

Julie und Cathy Aktivistinnen, die Wäschespenden zu Schutzkitteln für Pflegekräfte umnähen lassen Belgien, Brüssel

Julie hatte die Idee, und Cathy machte mit: Gemeinsam gründeten sie die Facebook-Gruppe „Les petites mains bruxelloises pour des blouses“, was so viel wie Flinke Brüsseler Hände stellen Kittel her bedeutet. Sie sammeln Wäschespenden (Bettwäsche oder Tischdecken), und Hobbynäherinnen und -näher machen daraus Kittel für Pflegekräfte. Die Gruppe hat schon mehr als 50 Kittel für Krankenhäuser und Altenwohnheime hergestellt. Zurzeit suchen Julie und Cathy weitere Helferinnen und Helfer, denn die Nachfrage ist groß: Benötigt werden weitere 500 Kittel.

„Gebt uns Nadel und Faden – wir schaffen damit ein Netz der Solidarität“

Masque tissu - Solidarité Coronavirus hilft bei der Verteilung selbstgenähter Schutzmasken Belgien, Brüssel

Masken sind sinnvoll, um das Coronavirus zu bremsen und alle in unserer Umgebung zu schützen. Einwegmasken sind vielerorts jedoch so gefragt, dass sie Mangelware sind. Die Facebook-Gruppe „Masque tissu – Solidarité Coronavirus – Belgique“ wollte etwas dagegen unternehmen und ein Forum für selbstgenähte, wiederverwendbare Masken bieten. Hier können alle, die Masken brauchen, direkten Kontakt zu denen aufnehmen, die Masken nähen.

„Ich bin stolz auf meine Kollegen, die die Menschen hier vor Ort mit ganzer Kraft unterstützen“

Joelle arbeitet in einem Bioladen, der für eine bewusste Ernährung wirbt Belgien, Brüssel

Auch während der Ausgangssperre ist es wichtig, dass die Menschen verantwortungsvoll und nachhaltig erzeugte Lebensmittel kaufen können und so etwas für ihre Gesundheit tun. Joelle arbeitet in einem Genossenschaftsladen, der regionale und fair gehandelte Bioprodukte anbietet. Ihr Geschäft wirbt auch in dieser schwierigen Zeit unentwegt für eine gute Ernährung. In Krisenzeiten ist es überlebenswichtig, dass die Kollegen, die Kunden und wir alle in Europa solidarisch sind. Und in solchen Zeiten sollten wir uns auch bewusst machen, was Unternehmen vor Ort alles tun, um der Bevölkerung und den Produzenten zu helfen.

„Wir konnten nicht einfach aus der Ferne zusehen, wie Italien leidet. Europa bedeutet, dass jeder Einzelne sich einbringt“

Zusammenschluss junger Italiener in Belgien Der Geld für das Italienische Rote Kreuz sammelt, um dem Land zu helfen Belgien, Brüssel

Italienerinnen und Italienern, die im Ausland leben, bricht es das Herz, dass ihr Heimatland so stark unter der Pandemie leidet. Ihr Zusammenschluss Rete Giovani Italiani in Belgio – REGIB hat Geld für das Italienische Rote Kreuz gesammelt. Es ist für das Personal und die Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes bestimmt, die an vorderster Front medizinische Hilfe leisten, ihren Mitmenschen helfen und Hilfsdienste organisieren. Aber nicht nur die Bürgerinnen und Bürger halten zusammen – auch auf europäischer Ebene wird Solidarität großgeschrieben. Der EU-Beschluss über schwerwiegende grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren soll die Mitgliedstaaten enger zusammenschweißen: Medizinische Ausrüstung soll in ganz Europa zu gerechten Preisen erhältlich sein, damit besonders stark betroffene Länder wie Italien das anschaffen können, was sie brauchen.

„Ich helfe anderen Europäern, indem ich das tue, was ich am meisten mag“

Elena Yogalehrerin, die im Internet kostenlose Stunden anbietet Belgien, Brüssel

Als die ganze Welt das Leben ins Internet verlegte, beschloss Elena, online kostenlose Yogastunden anzubieten – für alle, die wegen der Ausgangssperre zuhause festsitzen. Sie erreichte damit einiges: Insgesamt spendeten die Teilnehmer in den ersten zwei Wochen mehr als 800 Euro für italienische Krankenhäuser. Man kann sich auf vielerlei Art für Zusammenhalt und europäische Solidarität einsetzen. Elenas Yogastunden haben Vorbildcharakter: Sie zeigen, wie Menschen aus ganz Europa mit einigem Abstand zusammenkommen und dabei die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz einhalten können. Solidarisch zeigen sich auch viele Digitalunternehmen: Netflix, Youtube und Facebook fuhren auf Wunsch der EU die Streaming-Qualität in Europa herunter. So sorgen sie dafür, dass das Internet nicht zusammenbricht, wenn viele Menschen in ihren eigenen vier Wänden bleiben müssen.

„Musik verbindet über Grenzen hinweg und zeigt uns, was Europa geistig und kulturell eint“

Roch Gründer eines Online-Flötenorchesters zur Förderung von Solidarität und Freundschaft in Europa Belgien, Houyet

Die Musikschulen waren kaum geschlossen worden – da begann Roch nach einer Lösung zu suchen, wie er mit seinen Schülern in Kontakt bleiben und den Unterricht fortsetzen konnte. Zuerst bat er sie, ihm Aufnahmen zur Beurteilung zuzuschicken. Die Schüler waren so motiviert, dass Roch eine neue Idee kam. Er gründete ein Online-Flötenorchester, das Beethovens Ode an die Freude spielen sollte – wie es auch schon das Philharmonische Orchester Rotterdam getan hatte. Damit sorgt Roch nicht nur dafür, dass seine Schüler weiterlernen, sondern er eröffnet ihnen auch ganz neue zwischenmenschliche Möglichkeiten. Freundschaft und Solidarität über Grenzen hinweg: Diese Idee steckt hinter diesem Projekt, das zeigt, wie wichtig Musik – und Kunst im Allgemeinen – ist, um ganz Europa in schwierigen Zeiten zusammenzubringen. Solidarität fördern, indem man die Menschen in Europa an ihre gemeinsame Kultur erinnert: So kann man den Menschen in der ganzen EU zeigen, wie viel sie gemein haben.

„Gemeinsam machen wir bürgerschaftliches Engagement und Solidarität möglich“

Les Badass Solidaires Gruppe, die betroffenen Gemeinden beim Austausch grundlegender Dienstleistungen hilft Belgien, Brüssel

Neun junge Frauen aus Brüssel haben die Facebook-Gruppe „Solidarité Solidariteit Brussels Bruxelles Coronavirus“ gegründet. Sie soll normale Menschen, Organisationen und medizinische Fachkräfte miteinander verbinden. Das Problem im Moment ist nämlich, dass viele helfen wollen, aber nicht wissen, wie sie das tun können. Die Gruppe hilft dabei, dass die Hilfe am richtigen Ort ankommt: Gemeinsam haben ihre Mitglieder effiziente Strategien erarbeitet, um Bedürftigen zu helfen und medizinische Fachkräfte zu unterstützen. Ihre Initiative hat bewirkt, dass Solidarität nun mehr ist als nur ein Lippenbekenntnis: Wer ehrenamtlich helfen möchte, findet jetzt ganz einfach heraus, wo seine Hilfe am dringendsten gebraucht wird.

„Wir wollen wissen, wie das Virus funktioniert und was wir dagegen tun können“

Philippe forscht zum Coronavirus, um es besser verstehen und bekämpfen zu können Belgien, Leuven

Wie viele andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Europa wollen auch Philippe und sein Team an der KU Leuven Epidemien wie die Coronavirus-Pandemie besser verstehen lernen. Epidemiologen wie Philippe werden mit EU-Geldern gefördert, da dies Teil der Antwort der EU auf die Bedrohung durch Viruserkrankungen ist. Wissenschaftliche Forschung ist auch in der aktuellen Coronakrise der Schlüssel zur Bewältigung von Epidemien: Wenn wir Gesundheitsprobleme lösen wollen, müssen wir sie erst verstehen. Philippe und sein Team arbeiten mit Hochdruck auf dieses Ziel hin.

„Es ist meine Pflicht, die Erwachsenen von morgen weiter zu unterrichten“

Mihaela Lehrerin an einer Programmierschule für junge Leute, die Online-Unterricht anbietet Belgien, Brüssel

Mihaela arbeitet in der Logiscool Montgomery, einer Brüsseler Schule, in der Kinder und Jugendliche lernen, wie man programmiert. Gleich nach Beginn der Ausgangssperre in Belgien richtete die Schule in Windeseile Video-Tutorials und Online-Kurse ein, damit der Unterricht weitergehen konnte. Schließlich führt die gegenwärtige Krise deutlich vor Augen, dass Digitaltechnik, Robotik und künstliche Intelligenz enorm wichtige Forschungsbereiche sind. Mihaela und ihre Kollegen sehen es als ihre Pflicht an, die Erwachsenen von morgen in diesen Bereichen weiter zu unterrichten. Auf diese Weise eignen sich die Europäer nämlich das Rüstzeug an, um Probleme wie die Coronavirus-Pandemie und ihre Folgen zu bewältigen. In ganz Europa helfen Staaten, Regionen und Städte der Bevölkerung, die Krise zu bewältigen, und aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union werden bis zu 800 Millionen Euro bereitgestellt, um unsere Länder bei der Eindämmung des Coronavirus zu unterstützen.