„Fakten schützen uns. Angst tut das nicht.“

Gunnar Ehrenamtlicher Helfer, der den Gesundheitszustand von Passagieren prüft und sie ausführlich berät Estland, Tallinn

Bei der Wiedereröffnung der Häfen und Flughäfen ist Vorsicht geboten, damit es nicht zu einer zweiten Corona-Welle kommt. In der estnischen Hauptstadt Tallinn helfen Freiwillige des Roten Kreuzes tatkräftig mit. Gunnar ist einer von ihnen: „Ich sorge dafür, dass alle ankommenden Fluggäste gut informiert sind und wissen, was sie tun müssen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Wir überprüfen ihren Gesundheitszustand, messen ihre Körpertemperatur und geben ihnen wichtige Tipps.“ Gunnar und andere Ehrenamtliche beim Roten Kreuz spielen bei der Eindämmung der Pandemie eine wichtige Rolle. Sie informieren – auch über Präventionsmaßnahmen – und beugen Falschinformationen und Legenden über das Virus vor. Außerdem sorgen sie dafür, dass keine Panik ausbricht. Tallinn steht beispielhaft für andere Städte in Europa. Das Europäische Parlament fordert, dass die Grenzen in der EU rasch und vollständig wiedergeöffnet werden – dabei darf niemand wegen der Staatsangehörigkeit benachteiligt werden. So will das Parlament dafür sorgen, dass sich die Wirtschaft der EU nach der Coronavirus-Pandemie wieder erholt. Mehr dazu erfahren Sie hier: https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/priorities/eu-grenzen/20200506STO78514/covid-19-offnung-der-schengen-grenzen-was-kann-die-eu-tun.

„Geschichten zu erzählen und unsere Freude und Erfolge miteinander zu teilen, hilft uns durch die Krise.“

Pille Projektinitiatorin, die Eltern mit einer Lesekampagne unterstützt Estland, Tallinn

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus, und für die meisten, die normalerweise tagtäglich ins Büro gehen, ist alles anders geworden: Sie arbeiten jetzt zuhause. In ganz Europa wurden außerdem die Schulen geschlossen – außer für Kinder von systemrelevanten Arbeitskräften. Deswegen verbringen die meisten Familien jetzt sehr viel Zeit in den eigenen vier Wänden. Den Arbeitsalltag und das hektische Familienleben unter einen Hut bringen zu müssen, macht so manchem Angst. Da setzt die Lesekampagne von Pille und ihrem Team an: Sie unterstützen Eltern, die jetzt zuhause arbeiten und ihre Kinder mit spannenden Aktivitäten fördern wollen. Im Rahmen der Lesekampagne werden Kinder dazu ermutigt, Geschichten zu lesen und anzuhören – oder sogar eigene Geschichten zu schreiben! Das Ganze läuft über Videoanrufe auf Facebook oder Skype. Jedes Kind wird individuell unterstützt – und natürlich wird dabei auf die jeweilige Lesekompetenz eingegangen und dafür gesorgt, dass die Kinder mit Eifer bei der Sache bleiben. Laut zu lesen, hilft Kindern beim Lesenlernen und stärkt ihr Selbstvertrauen.

„Der Zugang zu hochwertiger Bildung für alle Schülerinnen und Schüler sollte auch während der Ausgangssperre eine Selbstverständlichkeit sein.“

Maria Unternehmerin im Bereich Bildungstechnologie, die sich dafür einsetzt, dass alle, die zur Schule gehen, Zugang zu elektronischen Geräten für den Fernunterricht haben Estland, Tallinn

Wenn wir die Coronavirus-Pandemie gemeinsam überwinden wollen, sind Solidarität und gegenseitige Hilfe wichtiger denn je. Dieser Gedanke leitet auch Maria: Sie bringt Familien in Estland miteinander in Kontakt, damit sie sich ganz konkret helfen können. Estnische Schulkinder sollen von zuhause aus am Online-Unterricht teilnehmen. Manche können das aber nicht, weil sie keine Laptops oder Tablets haben. Hier setzt Marias Projekt „Ein Computer für jedes Schulkind“ an: Familien, die zuhause oder im Büro ungenutzte Geräte haben, können sie denjenigen geben, die keine haben. So wird dafür gesorgt, dass alle am Fernunterricht teilnehmen können. In weniger als einem Monat haben 1 200 Computer den Besitzer oder die Besitzerin gewechselt.