„Wie soll man vier Monate lang mit nur 735 Euro auskommen?“

Giuliano Ehrenamtlicher Helfer, der vier Monate lang ohne Gehalt dastand und in seiner Freizeit anderen hilft Italien, Reggio Emilia

Was würden Sie tun, wenn Sie und Ihre 11-jährige Tochter vier Monate lang ohne Gehalt auskommen müssten? Die meisten würden wahrscheinlich in Panik geraten. Nicht aber Giuliano: Er beschloss, wieder mehr Zeit in der Natur zu verbringen – und sich ehrenamtlich zu engagieren und in seiner Nachbarschaft Masken zu verteilen. „Ich arbeite für ein Unternehmen, das Förderbänder herstellt. Am 3. März wurde ich nach Hause geschickt. Das Unternehmen musste schließen und Angestellte entlassen. Arbeitslosengeld bekam ich erst Anfang Mai: eine Einmalzahlung von 735 Euro brutto – das war’s. Das war eine außerordentlich schwierige Zeit“, erinnert sich Giuliano. Die EU setzt sich dafür ein, in solchen Situationen zu helfen. Unter anderem hat sie ein 100 Milliarden Euro schweres Paket geschnürt, das Entlassungen verhindern soll. Den Ärmsten der Armen hilft sie mit Lebensmittelhilfen und anderen Waren des täglichen Bedarfs. Und aus den EU-Strukturfonds fließen 37 Milliarden Euro in eine Initiative, mit der das Gesundheitswesen sowie die Unternehmen und Arbeitskräfte unterstützt werden.

„Bücher zu spenden, ist eine großartige Möglichkeit, krisengebeutelte Familien während der Ausgangssperren zu unterstützen“

Giuseppina und Gianfranca Aktivistinnen, die Familien, die stark unter der Coronakrise leiden, Bücher schenken Italien, Mailand

„Kifubon“ ist Japanisch und bedeutet so viel wie „Bücher teilen“. Es ist aber auch der Name eines internationalen Projekts, das es 2019 nach Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien geschafft hat. Im Rahmen dieser einzigartigen Initiative werden regelmäßig Bücher an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet. In der Coronakrise spendete der weltbekannte Friedensbotschafter Prem Rawat dem Projekt zum Beispiel mehr als 10 000 Exemplare seines Buches „Splitting the Arrow: Understanding the Business of Life“. Sein Werk war eine wichtige Inspirationsquelle für die Erklärung „Pledge to Peace“, an der auch der damalige Präsident des Europäischen Parlaments mitgearbeitet hat. „Wir haben das Buch ausgewählt, weil seine kurzen und lustigen Geschichten vor positiver Energie geradezu sprühen. Es geht um Integration, innere Stärke und unsere Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen – und um den Frieden, den wir alle in uns tragen“, erklärt Giuseppina. Die Bücher wurden an Eltern und Kinder verteilt, die wegen der Coronakrise eine schwierige Zeit durchmachten.

„Jetzt weiß ich, was ein starkes und geeintes Europa wert ist.“

Joe Major, der in der Coronavirus-Pandemie gemeinsam mit italienischen Fachkräften Menschenleben rettete Italien, Lecco

Das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen der EU entsandte ein Team medizinischer Fachkräfte aus Rumänien nach Italien, um das dortige Gesundheitspersonal zu unterstützen. Mehr als zwei Wochen lang arbeitete es unter der Leitung von Major Joe Stroescu gemeinsam mit den italienischen Kolleginnen und Kollegen daran, Coronakranken das Leben zu retten. Das Team bestand aus drei Pflegekräften und elf Fachärztinnen und -ärzten für Lungenmedizin, Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin. Bevor sie in ihre Schutzkittel schlüpften, besuchten sie eine dreitägige Schulung zum italienischen Gesundheitssystem. Dann waren sie bereit, sich um Coronakranke in den lombardischen Städten Lecco und Merate zu kümmern. Für Joe ist klar: „Woher wir kommen, ist egal. Das Wichtigste im Leben sind unsere Taten. In dieser schwierigen Zeit müssen wir Solidarität leben und einander helfen – denn diesen Kampf können wir nur gemeinsam gewinnen. Unsere gelebte Solidarität hat Menschenleben gerettet und gezeigt, aus welchem Holz die EU-Familie wirklich geschnitzt ist.“ Da können wir nur zustimmen.

„Wir tun, was wir können, um der Bevölkerung und den Gesundheitsdiensten vor Ort zu helfen.“

Antonio und Francesco Techniker, die mit einem 3D-Drucker Ventile für Beatmungsgeräte herstellen Italien, Varese

Normalerweise beschäftigt sich Antonio Piscia von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission in Italien mit Maßanfertigungen im Dienste der Wissenschaft. Aber wegen der Ausgangssperre wurden auch die Labors geschlossen. Deswegen stellt Antonio jetzt mit einem 3D-Drucker Ventile für Beatmungsgeräte her. Am 15. April lieferte sein Kollege Francesco Scaffidi-Argentina die ersten 22 lebensrettenden Ventile an ein Krankenhaus in Varese. „Unsere Forscherinnen und Forscher beschäftigen sich mit vielen Aspekten der Coronavirus-Pandemie. Wir von der Technik- und Unterstützungsabteilung freuen uns, wenn wir der Bevölkerung und den Gesundheitsdiensten vor Ort helfen können, so gut es nur geht“, erzählt Antonio. Auch das Personal der anderen Standorte der Forschungsstelle in Belgien, Deutschland und den Niederlanden hilft – mit gespendeter medizinischer Ausrüstung und anderen Hilfsgütern für die örtliche Bevölkerung und die Gesundheitsdienste. „Wir wollen der Bevölkerung vor Ort und unseren europäischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zeigen, dass sie uns wichtig sind und dass wir tun, was wir können, um ihnen zu helfen“, betont Rien Stroosnijder, der die Forschungsstelle in Italien leitet.

„Wir müssen denen beistehen, die am dringendsten Hilfe brauchen“

Marco Ehrenamtlicher Helfer, der beim Projekt „Il tempo della gentilezza“ des Italienischen Roten Kreuzes mitmacht und zeigt, das in Krisenzeiten auch kleine Gesten zählen Italien, Rom

„Il tempo della gentilezza“ (Zeit der Freundlichkeit) ist ein Projekt des Italienischen Roten Kreuzes, das sich auf ganz Italien erstreckt. Hunderte von Freiwilligen helfen denen, die am stärksten unter der Coronakrise leiden – zum Beispiel indem sie für sie in den Supermarkt oder die Apotheke gehen. Marco D’Amico aus Rom ist einer dieser ehrenamtlichen Helfer. „Auf diesem Foto sieht man mich bei der Vorbereitung einer Lieferung“, erklärt er. „Für mich ist klar, dass wir denen beistehen müssen, die in der Coronakrise am dringendsten Hilfe brauchen.“ Das Italienische Rote Kreuz setzt bei seinen Hilfsaktionen auf intelligente Lösungen, Sicherheit und Freundlichkeit. Es betont, dass auch kleine Gesten zählen – von ermutigenden Botschaften, die Krankenwagen auf die Windschutzscheibe geklemmt werden, über gespendete Masken und Schutzbrillen bis hin zu Frühstücks- oder Abendessenslieferungen für das Krankenhauspersonal. Um die Wirtschaft nach der Coronakrise wiederanzukurbeln und Europa umweltfreundlicher, widerstandsfähiger und fit für das digitale Zeitalter zu machen, braucht es unter anderem einen ehrgeizigen neuen Langzeithaushalt. Mehr dazu erfahren Sie auf https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/priorities/mfr

„Hunger lässt sich von der Quarantäne nicht aufhalten.“

Mircea Freiwilliger, der etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln tut Italien, Pescara

Die Lebensmitteltafel Fondazione Banco Alimentare ONLUS unterstützt 1,5 Millionen Bedürftige in Italien: Sie verteilt übriggebliebene Lebensmittel an 7 500 Wohltätigkeitsorganisationen. Wegen der Coronavirus-Pandemie haben in Italien in den letzten zwei Monaten 40 % – und in einigen Regionen sogar 60 % – mehr Menschen Lebensmittelhilfe beantragt. Die Lebensmitteltafel ist die ganze Zeit offen geblieben: Alle dort wissen, wie wichtig ihre Arbeit für das ganze Land ist. Im Jahr 2020 hat die Organisation bereits 30 000 Tonnen Lebensmittel verteilt. Möglich gemacht haben das unter anderem Gelder der EU. Während der Essenslieferungen bleiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Freien. Sie sorgen dafür, dass alle Abstand halten, und versichern den Menschen, dass genug für alle da ist. „Wir wurden von einem Tsunami der Solidarität überrollt“, erklärt Giovanni Bruno, der die Organisation leitet. Maria, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin aus Salerno, fügt hinzu: „Seit dem Ausbruch der Pandemie helfen noch mehr Ehrenamtliche mit. Ich bin überwältigt! Wir müssen jetzt mehr tun – nicht weniger.“

„Wir erkannten, dass wir Italiens „Patient 1“ vor uns hatten – so konnten wir die Ausbreitung des Virus eindämmen“

Annalisa Ärztin, die den ersten Corona-Fall in Europa diagnostizierte Italien, Codogno

Am 20. Februar 2020 traf Dr. Annalisa Malara eine Entscheidung, die nicht nur ihrem Patienten Mattia Maestri, sondern auch vielen anderen in Europa das Leben retten sollte. Dem sportlichen 37-jährigen Wissenschaftler ging es gar nicht gut. Da alle Untersuchungen ohne Befund blieben, testete Annalisa ihn auf das neuartige Coronavirus. Inzwischen gilt Mattia als Europas „Patient 1“. Heute weiß Annalisa: Wenn sie damals nicht gleich Alarm geschlagen hätte, hätten Italien und andere europäische Länder wahrscheinlich nicht so schnell gehandelt. Für die Ärztin sind länderübergreifende Solidarität und wissenschaftliche Zusammenarbeit der Schlüssel zur Bewältigung der Pandemie. „Mit meiner Geschichte will ich zeigen, dass man – ganz gleich, wo man arbeitet und wer man ist – etwas bewirken kann, wenn man mit Fleiß und Leidenschaft an die Arbeit herangeht. Europa sollte geeinter und stärker sein. Schwere Krisen wie diese können wir nämlich nur bewältigen, wenn wir zusammenhalten – wie eine einzige große Nation.“

„Gegen Desinformation muss man mit einfachen Mitteln vorgehen – und es muss Spaß machen.“

Sarah Unterstützerin freier und unabhängiger Medien Italien, Rom

Die Coronakrise wird sich in das Gedächtnis Europas einbrennen: Miteinander zu kommunizieren, ist auf einmal schwierig – und zuverlässige Informationen zu finden, sogar noch schwieriger. Deshalb beschloss Sarah, eine kostenlose Podcast-Reihe mit dem Titel „Coffee al Fly“ zu starten, als die Pandemie begann. Ihre Themenpalette ist sehr breit – vom täglichen Abstandhalten über Finanzwissen bis hin zur Frage nach der Souveränität Europas. Jede Woche bespricht sie die aktuellen Nachrichten im Kollegen- und Freundeskreis. Dabei versucht sie herauszufinden, wie die Dinge wirklich stehen. So leistet sie Aufklärungsarbeit: Wer gerade in der Coronakrise mehr über die Entscheidungen der Regierenden in Europa erfahren möchte, ist bei ihr an der richtigen Adresse. Um die Informationspolitik kümmert sich auch das Europäische Parlament. Es fordert eine europäische Informationszentrale, damit alle in Europa geprüfte, verlässliche Informationen in ihrer Sprache bekommen können. Außerdem sollen die wichtigsten sozialen Medien gezielt gegen Desinformation und Hetze im Internet vorgehen. Mit ihrem Podcast bringt Sarah ihr Publikum auf den Boden der Tatsachen zurück und korrigiert falsche Vorstellungen. So will sie in diesen außergewöhnlichen Zeiten dem Frieden und der Solidarität dienen.

„Statt Kleidung stellen wir jetzt Masken her. Damit tun wir das Richtige.“

Anna Unternehmerin, die Arbeitsplätze für benachteiligten Frauen schafft und die Produktion auf wiederverwendbare Masken umgestellt hat Italien, Verona

Anna ist Gründerin und Geschäftsführerin des Sozialunternehmens Quid. Sie gibt Frauen aus benachteiligten Gesellschaftsschichten die Chance auf einen Arbeitsplatz. Und sie tut auch etwas für die Umwelt: Das Unternehmen stellt Kleidung aus Recyclingmaterialien her. Im April wurde die Produktion umgestellt. Jetzt machen die Näherinnen von Quid Masken aus einem speziell beschichteten antimikrobiellen Stoff, der keine Tröpfchen durchlässt und bis zu 15-mal gewaschen werden kann. Die Umstellung auf die Maskenherstellung meldete Anna bei der zuständigen Gesundheitsbehörde. Jetzt darf sie die Masken als Medizinprodukte der Klasse 1 vertreiben. Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des italienischen Genossenschaftsverbands Legacoop. Wie bei vielen anderen gemeinschaftlichen Initiativen geht es darum, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

„Wir haben die Zukunft in der Hand: Wir dürfen nicht untätig zusehen.“

Isinnova Entwickler, die mit 3D-Druckern Masken, Ventile für Beatmungsgeräte und medizinische Geräte herstellen Italien, Brescia

In ihrem örtlichen Krankenhaus waren Ventile für Beatmungsgeräte Mangelware. Das Designlabor Isinnova entwarf daher einen Prototyp – jetzt kann es mithilfe von 3D-Druckern in nur wenigen Stunden neue Ventile herstellen. Die Druckvorlage kann kostenlos heruntergeladen werden: So kann jeder, der einen 3D-Drucker hat, Ventile herstellen und sie an Krankenhäuser liefern. Aber das ist nicht alles: In Zusammenarbeit mit Ärzten hat Isinnova Schnorchelmasken in Operationsmasken umgewandelt. So will man die enorme Nachfrage des Krankenhauspersonals nach persönlicher Schutzausrüstung decken.

„Macht es möglich!“

Massimo Unternehmer, der mit seinem neuen 450-köpfigen Team Gesichtsmasken herstellt Italien, Bologna

Massimo und sein Unternehmen GVS spielen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Coronavirus in Italien. Sie arbeiten beständig daran, noch mehr der dringend benötigten Schutzmasken herzustellen und ihre Produktion auszuweiten. Ihr Schwerpunkt liegt auf persönlicher Schutzausrüstung und Filtern für den medizinischen Bedarf – speziell für den italienischen Markt. GVS arbeitet auch mit der Universität Bologna zusammen. Dort werden Gesichtsmasken für medizinisches Personal getestet und Reinigungsverfahren erforscht. Außerdem wurde bereits ein Projekt für digitale Bildung auf den Weg gebracht. Die Europäische Union unterstützt die Herstellung von medizinischer Ausrüstung. Der im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Union und rescEU erstmals angelegte europaweite Vorrat an medizinischer Ausrüstung – der auch Schutzmasken umfasst – steht nun allen EU-Ländern zur Verfügung.

„Wir setzen auf Gutscheine, damit es morgen noch Restaurants gibt“

Global Shapers unterstützt Restaurants und Cafés Italien, Rom

Damit sich das Coronavirus nicht noch stärker ausbreitet, mussten viele Betriebe schließen – ganz besonders traf es dabei Restaurants und Cafés. Sie stehen nun vor großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Genau da setzt die Gruppe Global Shapers Rome mit ihrer Plattform Save One Seat an: Hier kann man Essensgutscheine seines Lieblingsrestaurants kaufen, die eingelöst werden können, wenn der Notstand vorbei ist. Die Betriebe erhalten dadurch Geld, um ihre laufenden Kosten zu decken – und alle, die Gutscheine kaufen, können sich schon einmal darauf freuen, bald mit der Familie oder Freunden ins Restaurant zu gehen. Auch die EU unterstützt krisengebeutelte Unternehmen. Aus dem Europäischen Investitionsfonds sind zum Beispiel schon 8 Milliarden Euro an mindestens 100 000 Unternehmen geflossen, die in der Coronakrise in Not geraten sind.

„Ich helfe Krankenhäusern, die neuesten Verfahren zur Erkennung von COVID-19 einzusetzen“

Claudio Molekularbiologe, der medizinische Fachkräfte in der Anwendung modernster Diagnoseverfahren schult Italien, Rom

In dieser schwierigen Lage, die sich rasch verändert, müssen wir Europäer das Coronavirus gemeinsam stoppen. Claudio ist Molekularbiologe und will mit Innovationsgeist und wissenschaftlich fundierten Ratschlägen seinen Beitrag leisten. Als Mitglied von Servizi Diagnostici ist er spezialisiert darin, Labors mit Diagnosematerial zu versorgen und Lösungen für Unternehmen des Gesundheitswesens in ganz Europa zu entwickeln. Nach dem EU-Beschluss über schwerwiegende grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren darf medizinische Ausrüstung gemeinsam beschafft werden. Ziel ist, dass sie in ganz Europa zu gerechten Preisen angeboten wird – und dass die Mitgliedstaaten enger zusammenarbeiten.

„Ich suche nach einer Lösung – für mich, für meine Freunde und für ganz Europa“

Giuseppe Forscher, der innovative Behandlungsmethoden entwickelt und so Leben rettet Italien, Ancona

Giuseppe Bungaro stammt aus der süditalienischen Kleinstadt Fragagnano. Er gewann den EU-Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler und wurde daraufhin als eine der 100 Eccelenze Italiane bezeichnet. Giuseppe fand heraus, dass eine Sauerstofftherapie in Überdruckkammern Corona-Patienten helfen kann. Mit ihr lässt sich übermäßige Narbenbildung in der Lunge verhindern und die durch das Virus SARS-CoV-2 verursachten Symptome einer Lungenentzündung behandeln. Die EU fördert solche Forschungsprojekte besonders intensiv. Ihre bestehenden Fördermittel helfen Wissenschaftlern, auch möglichst rasch einen Impfstoff zu finden. Zum Beispiel werden 47,5 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Programm Horizont 2020 für 17 ausgewählte Forschungsprojekte bereitgestellt. So soll das Coronavirus besser verstanden und auch seine Behandlung in der klinischen Praxis verbessert werden.

„In dieser Krise brauchen Ärzte einfach zu bedienende, vollautomatische Geräte, die auf künstliche Intelligenz zurückgreifen“

Filippo und Marco Jungunternehmer, die mit technischen Neuerungen COVID-19-Patienten das Atmen erleichtern Italien, Parma

Das Coronavirus führt bei manchen Patienten zu Kurzatmigkeit, bei anderen zu schwerer Atemnot. Deswegen sind Beatmungsgeräte lebenswichtig. Es gibt aber zu wenige. Darum haben Marco und Filippo, die gemeinsam das Start-up Omnidermal betreiben, ein Beatmungsgerät mit dem Namen ABU (Automatic Breathing Unit) entwickelt. Ihre Erfahrung mit medizinischen Geräten und der automatischen Verabreichung von Arzneimitteln soll Corona-Patienten das Atmen erleichtern und bei der Genesung helfen. Mit ihrer Initiative Innovative Arzneimittel will die EU zudem die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen. Außerdem will man so neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen und Ressourcen schaffen, auf die die Wissenschaft freien Zugriff hat. Einige der mit dieser Initiative geförderten Projekte helfen Patienten jetzt schon.

„Gemeinsam sind wir stärker“

Im medizinischen Notdienst tätige Ehrenamtliche Anpas Emilia Romagna (Italien) Ehrenamtliche bereiten sich auf einen weiteren Tag beim medizinischen Notdienst vor Italien, Parma

In ganz Europa finden sich Gruppen von Bürgern zusammen, um in dieser schweren Zeit Solidarität zu zeigen. Die Anpas Emilia Romagna ist eine dieser Gruppen. Sie leistet medizinischen Notdienst in einigen Landesteilen Italiens, die am stärksten unter der Krise leiden. Unterstützung erhält sie dabei von rescEU, das zum Katastrophenschutzverfahren der EU gehört: Es sorgt dafür, dass die Mitgliedstaaten schnell an die benötigte medizinische Ausrüstung kommen. So können nun alle Mitgliedstaaten aus dem Vorrat an Medizingeräten schöpfen, der mithilfe von rescEU erstmals angelegt wurde: Verfügbar sind dadurch zum Beispiel Beatmungsgeräte und Schutzmasken.

„Ja, ich habe Angst, wie wir alle. Aber wir bleiben und kämpfen weiter“

Claudia arbeitet als Ärztin in der Corona-Notaufnahme eines Mailänder Krankenhauses Italien, Mailand

Claudia ist Gastroenterologin. Im Moment hat sie Dienst in der Corona-Notaufnahme im Mailänder Krankenhaus Fatebenefratelli Sacco. In dem Krankenhaus wurden vier Corona-Stationen eingerichtet, und in Claudias Abteilung werden diejenigen versorgt, deren Zustand am kritischsten ist. Die meisten ihrer 40 Patientinnen und Patienten sind an Beatmungsgeräte angeschlossen, und viele von ihnen müssen schließlich auf die Intensivstation verlegt werden. Wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen in ganz Europa hat sich auch Claudia auf die neue Situation eingestellt. Um das medizinische Personal bei dieser anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen, stellt die EU den Krankenhäusern in Europa mehr Geld bereit. Außerdem hat sie die Herstellung von Medizinprodukten hochgefahren, indem sie entsprechende Ausschreibungen veröffentlicht und über neue Lieferungen verhandelt hat.

„Ich bin mehr denn je bereit“

Francesco Francesco (Italien) Ehrenamtlicher bei der Anpas Emilia Romagna Italien, Parma

Francesco lebt in Parma, in einem der Landesteile Italiens, der die Corona-Pandemie am stärksten zu spüren bekommen hat. Er arbeitet ehrenamtlich als Krankenwagenfahrer für den medizinischen Notdienst, die Assistenza Pubblica – und seine Dienste werden dringend benötigt, um seiner Stadt bei der Bewältigung der Krise zu helfen. Die EU unterstützt Freiwillige und medizinisches Fachpersonal über Landesgrenzen hinweg: Sie sorgt dafür, dass medizinische Ausrüstung zur Verfügung steht, indem die Herstellung von Medizinprodukten und -geräten hochgefahren und über neue Lieferungen in die am stärksten betroffenen Regionen verhandelt wird.