„Es ist toll, Teil dieser Welle der Herzlichkeit zu sein, die ganz Litauen erfüllt und dazu beiträgt, das Coronavirus zu besiegen.“

Tadas Mitarbeiter einer Bibliothek, die im Kampf gegen das Coronavirus auf innovative Lösungen setzt Litauen, Kaunas

Die Stadtbibliothek „Vincas Kudirka“ im litauischen Kaunas geht in der Pandemie neue Wege: Sie stellt jetzt Türgriffe her, die man nicht mit den Händen anfassen muss – eine einfache und wirkungsvolle Idee. Das Bibliotheksteam nutzt alle zur Verfügung stehenden 3D-Drucker, um abnehmbare Griffaufsätze „auszudrucken“. Mit ihnen kann das Ansteckungsrisiko gesenkt werden. Aber nicht nur das: Das Team aus Bibliothekaren und IT-Technikern stellte mit seinen 3D-Druckern auch Hunderte von Gesichtsschutzschildern für Gesundheitspersonal her.

„Um keine Lebensmittel wegwerfen zu müssen, beschlossen wir, sie den Krankenhäusern vor Ort anzubieten. Daraus wurde dann ganz schnell eine große Solidaritätsbewegung“

Odeta versorgt dank Spenden aus der Bevölkerung Krankenhauspersonal und Lebensmitteltafeln mit kostenlosem Essen Litauen, Vilnius

Da Odetas Restaurantkette Jurgis ir drakonas (Jurgis und der Drache) pandemiebedingt vor dem Problem stand, große Mengen an Lebensmitteln wegschmeißen zu müssen, traf sie eine Entscheidung: Sie wollte damit lieber Mahlzeiten zubereiten und sie Krankenhausteams in Vilnius und Kaunas anbieten. Nachdem sie in den sozialen Medien auf ihre Aktion aufmerksam gemacht hatte, boten Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen aus dem ganzen Land ihre Mithilfe an. Dank ihrer Spenden versorgen Odeta und ihr Team nicht nur Krankenhauspersonal mit kostenlosem Essen, sondern auch Lebensmitteltafeln und Bedürftige vor Ort.

„Auch bei Problemen, die nichts mit dem Coronavirus zu tun haben, muss es nach wie vor ärztliche Hilfe geben“

Mindaugas bietet während der Ausgangssperre kostenlose Online-Sprechstunden an Litauen, Vilnius

Die Pandemie hält uns alle in Atem, und auch im Gesundheitswesen dreht sich alles um das Coronavirus. Die Folge: Manche von uns können seitdem ihre Ärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten und Psychologen nicht mehr aufsuchen. Mindaugas, der selbst Arzt ist, hat deshalb eine Sprechstundenseite auf Facebook eingerichtet. Dort kann man bei medizinischen Problemen schnell ärztlichen Rat bekommen – schnell bedeutet dabei zwischen zehn Minuten und 24 Stunden (je nach Dringlichkeit). Dies sorgt für eine medizinische Grundversorgung, und nimmt den Druck vom medizinischen Personal, das sich um Coronapatienten kümmert. Außerdem wird so die öffentliche Hand entlastet: Staatliche Gelder müssen nicht für Leistungen verwendet werden, die weder überlebenswichtig noch besonders dringend sind.

„Gemeinsam können wir etwas bewegen!“

Gabija und Ieva sammeln Geld für Schutzausrüstung in Krankenhäusern Litauen, Vilnius

Mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Laisves TV („Freies Fernsehen“), einem regierungsunabhängigen Internetsender, brachten Gabija und Ieva eine Crowdfunding-Kampagne auf den Weg. Von dem gesammelten Geld soll vor allem Schutzausrüstung für Krankenhäuser in abgelegenen Gebieten gekauft werden, wo die Lage kritischer ist als in größeren Städten. In gerade einmal zwei Wochen haben sie schon mehr als 2 Millionen Euro zusammenbekommen. Außerdem arbeiten sie mit Modemachern vor Ort zusammen: Sie helfen ihnen dabei, ihre Produktion auf Schutzausrüstung umzustellen.

„Jede Krise bietet auch Chancen – nutze sie, um Menschen zusammenzubringen“

Robertas Hersteller von Schutzausrüstung für medizinisches Fachpersonal Litauen, Vilnius

Unterstützt von freiwilligen Helfern machte sich Robertas daran, im großen Maßstab Schutzausrüstung für medizinisches Fachpersonal in Litauen herzustellen. In gerade einmal sechs Wochen wurden so hunderttausende Artikel gefertigt: mehr als 100.000 Operationsmasken, über 240.000 antibakterielle Einwegschutzmasken bzw. HEPA-10-Masken mit Schwebstofffilter und gut 20.000 Einwegschutzanzüge. Robertas und seinen Freiwilligen ist es zu verdanken, dass der Engpass bei der Schutzausrüstung zum Teil behoben werden konnte. Wer solche Initiativen ergreift, ermöglicht medizinischen Fachkräften sicheres Arbeiten – und erspart ihnen das Los, selbst von Helfern zu Patienten zu werden.

„So schnell haben wir noch nie ein Projekt auf die Beine gestellt“

Eimantas und Tomas helfen Krankenhäusern in Litauen beim Kauf von Medizingeräten Litauen, Vilnius

Zusammen mit ihrem Team bei Tesonet und mit Unterstützung vieler anderer litauischer Technikspezialisten sammelten Eimantas und Tomas 440 000 Euro, damit Krankenhäuser in Litauen medizinische Geräte kaufen können. Die gesamte Summe bekamen sie in gerade einmal 72 Stunden zusammen. Mit ihrem Projekt verhalfen sie dem größten Krankenhaus Litauens zu dringend benötigten Beatmungsgeräten und Altersheimen zu wichtiger Ausrüstung wie Schutzkitteln oder Schutzmasken aus Baumwolle. Initiativen wie diese ergänzen das EU-Programm rescEU, mit dem ein Vorrat an medizinischer Ausrüstung angelegt wird. So wird dafür gesorgt, dass EU-Länder bei Engpässen rasch das nötige Material erhalten.