„Wir nehmen die Sicherheit von Fahrgästen, Fahr- und Hilfspersonal sehr ernst.“

Mario, Marthese und Joseph Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, die für die Sicherheit von Fahrgästen und Personal sorgen Malta, Qormi

Der Gedanke, in Pandemiezeiten mit dem Bus fahren zu müssen, macht manche nervös. Wer regelmäßig den Nahverkehr in Malta nutzt, kann da ein bisschen entspannter sein. „Wir nehmen die Sicherheit von Fahrgästen, Fahr- und Hilfspersonal sehr ernst“, sagen Mario, Marthese und Joseph. Sie arbeiten bei den maltesischen Verkehrsbetrieben – und tun, was sie können, um denen zu helfen, die für wichtige Fahrten den Nahverkehr nutzen müssen. Sie mussten sich an die neuen Gegebenheiten anpassen – und das taten sie gewissenhaft. „Zuerst einmal machten wir Schluss mit Wechselgeld – wer seine Fahrkarte im Bus kauft, muss passend zahlen. In den Bussen gibt es keine Stehplätze mehr, und wir reinigen sie mehrmals am Tag gründlich.“ Personal, das mit Fahrgästen in Kontakt kommt, erhält Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken. Und die Fahrgäste müssen an Haltestellen und im Bus Gesichtsmasken oder Visiere tragen. Außerdem schützen nun in allen Fahrzeugen Schutzwände Fahrpersonal und Fahrgäste.

„Die Coronavirus-Pandemie ist für mich ein Beweis dafür, wie anpassungsfähig wir eigentlich sind.“

Casa Antonia Pflegeheim, in dem man sich aufopferungsvoll um ältere Menschen kümmert Malta, Balzan

Casa Antonia ist ein privates Altenheim in Balzan (Malta). Die Ansteckungsgefahr für die Bewohnerinnen und Bewohner zu verringern, ist besonders wichtig. Deswegen leben seit dem 18. März auch die 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Heim – für jeweils drei Wochen. Das gilt für das Pflege-, Küchen-und Reinigungspersonal ebenso wie für die Techniker, den Gärtner und die Heimleitung. Die Folge: In der Casa Antonia leben jetzt 70 Menschen mehr als sonst. Sie alle brauchen nicht nur ein Bett und etwas zu essen, sondern müssen auch andere Dinge des Alltags dort erledigen – zum Beispiel Wäsche waschen. Da ist es kein Wunder, dass der Wasser- und Stromverbrauch rapide angestiegen ist – von der Auslastung des Internetanschlusses ganz zu schweigen. Obwohl sie lange von ihren Familien getrennt sind, haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außerordentlich gut an diese fast schon unwirkliche Situation gewöhnt. Viele von ihnen haben noch nie in einer WG gelebt. Jetzt wohnen sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt unter einem Dach – und ihre Arbeitstage sind deutlich länger geworden. Am Arbeitsplatz zu leben, ist eine große Herausforderung. Doch diese außergewöhnliche Situation bringt auch ungeahnte Talente zum Vorschein: Das Küchenpersonal übt sich in der Zubereitung asiatischer Gerichte, um den Kolleginnen und Kollegen aus Asien eine Freude zu machen, und die Techniker werden abends zu DJs, die alle im Haus mit guter Musik unterhalten.

„Wir müssen alle mithelfen.“

Mark Schafzüchter, der frische Lebensmittel ausliefert Malta, San Pawl il-Baħar

Mark züchtet Schafe und stellt traditionelle maltesische Lebensmittel her. Auch er will zur Bekämpfung der Pandemie beitragen. Deswegen kann sein Hof im Moment nicht besucht werden. Seine Produktion hat er allerdings nicht eingestellt, denn Lebensmittel sind in dieser schwierigen Zeit besonders wichtig. Der Lieferdienst für seine frischen Erzeugnisse läuft jetzt auf Hochtouren. Damit versorgt er vor allem Angehörige von Risikogruppen, die zuhause bleiben müssen und denen die Vorräte ausgehen könnten. Alle, die Lebensmittel brauchen, können sich über die sozialen Medien an Mark wenden. Er findet dann einen Weg, ihnen frische Waren zukommen zu lassen. Unterstützt wird er dabei von seinem Sohn, und es freut ihn besonders, dass auch andere landwirtschaftliche Betriebe auf Malta und Gozo Solidarität leben und ähnliche Initiativen ins Leben gerufen haben. Landwirte in ganz Europa setzen sich dafür ein, uns mit Lebensmitteln zu versorgen – auch wenn das nicht immer einfach ist. Die Europäische Union unterstützt sie auch in Zukunft – in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten. Sie tut, was nötig ist, um für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen in Europa zu sorgen.

„Unser Ziel: Die Helden, die an vorderster Front kämpfen, mit Essen zu versorgen.“

Saviour Koch, der jetzt für Krankenhauspersonal kocht Malta, Balzan

Das Delikatessenlokal Bottarga Gourmet Fish Shop in Malta hat es sich auf die Fahne geschrieben, alle, die in Krankenhäusern an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen, mit gutem Essen zu versorgen. Im Rahmen einer ehrenamtlichen Initiative wird nun für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses Mater Dei gekocht. Das Kochteam sieht das als Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. So kann es seine Wertschätzung für diejenigen ausdrücken, die selbst ein Risiko eingehen, um Kranken zu helfen. Menschen in ganz Europa nutzen ihre Fähigkeiten und Ressourcen, um den Helden des Gesundheitswesens zu helfen.

„Menschen zusammenzubringen, war noch nie so wichtig wie jetzt.“

Zoe, Vegard, Keit und Niels Veranstalter des „Lockdown Festivals“, das Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit und dem Publikum Kulturgenuss von zuhause aus bot Malta, Valletta

Wegen der Coronakrise mussten viele Veranstaltungen verschoben oder abgesagt werden. Mit dem „Lockdown Festival“ boten Zoe, Vegard, Keit und Niels aus Malta Künstlern die Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten – wenn auch nur über das Internet. Solche Veranstaltungen können Menschen aufmuntern und verbinden, jetzt, wo sich viele in den eigenen vier Wänden isoliert fühlen. Deshalb will das Festivalteam Online-Veranstaltungen nun auch regelmäßig anbieten. In der Kultur- und Kreativbranche sind viele auf sich allein gestellt, ob als Solokünstler, Kleinunternehmen oder Wohltätigkeitsorganisation. Für sie alle ist es oft schwierig, an nationale oder europäische Fördergelder zu kommen. Damit EU-Gelder bei den Kulturschaffenden ankommen, soll die Kommission nach Ansicht der Europaabgeordneten die Garantiefazilität für die Kultur- und Kreativbranche (Programm „Kreatives Europa“) mit Mitteln aus dem Haushalt 2021 oder aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen aufstocken.

„Gemeinsam können wir dem Coronavirus besser die Stirn bieten“

Chef Dario vernetzt sich mit anderen und hilft so denen, die an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen Malta, Kirkop

Die Gastronomie leidet besonders unter der Coronakrise. Dario ist selbst Koch – und er wollte die Not lindern. Er gründete die gemeinnützige Organisation Feeding Heroes Malta, die sich ausschließlich aus Spenden finanziert. Ohne Darios private Kontakte allerdings liefe hier gar nichts. Im Rahmen von Feeding Heroes setzt er sich dafür ein, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden und arbeitslos gewordene Köche wieder Arbeit haben. Dafür sammelt er das, was Restaurants nicht mehr brauchen, erhält Lebensmittel von Lieferanten und arbeitet mit Köchen zusammen, deren Restaurants geschlossen sind. So gelingt es Dario, sein Umfeld zu mobilisieren und mit innovativen und nachhaltigen Ideen der Krise zu trotzen.

„Geschichten tragen uns weit über unsere vier Wände hinaus, die wir gerade nicht verlassen sollten“

Marija bereitet Kindern Freude, indem sie ihre Fantasie beflügelt Malta, Mtarfa

Konsequent zuhause zu bleiben, fällt zurzeit allen schwer. Die jüngsten Familienmitglieder sind da keine Ausnahme. Um die Lage wenigstens ein bisschen erträglicher zu machen, schlossen sich fünf Frauen zusammen, um Kindern mit fantasievollen Geschichten eine Freude zu machen. Auf ihrer Facebook-Seite „My Storytime“ werden für verschiedene Altersgruppen Geschichten und Gedichte auf Englisch und Maltesisch vorgelesen. Die Vorleserinnen und Vorleser nehmen die Texte zwar selbst auf, doch die fünf Initiatorinnen des Projekts kümmern sich um alles Weitere. Sie bearbeiten die Aufnahmen, erstellen den Zeitplan, beantworten Anfragen und gewinnen weitere Vorleser für ihre Sache. Die Initiative findet regen Zuspruch: Die Seite, die seit dem 23. März online ist, hat mittlerweile fast 4 300 Abonnenten. Lassen Sie in der Coronakrise andere an Ihrer Kreativität teilhaben und regen Sie Ihre Mitmenschen an, es Ihnen gleichzutun – mit dem Hashtag #EuropaGegenCovid19.