„Hoffnung und Hilfsbereitschaft: Das ist unser Antrieb.“

PNEUMA-Entwicklungsteam Team, das ein günstiges und leicht montierbares Beatmungsgerät entwickelt Portugal, Porto

Der Bedarf der Krankenhäuser an Beatmungsgeräten ist in die Höhe geschnellt. In Porto schloss sich deshalb ein multidisziplinäres Team unter der Leitung des Forschungsinstituts INESC TEC zusammen: Es entwickelt PNEUMA, ein günstiges Beatmungsgerät, das sich leicht zusammenbauen lässt. Es soll vor allem für Entlastung sorgen, damit herkömmliche Beatmungsgeräte für wirklich schwere Fälle genutzt werden können. Und auch technisch bietet es eine Alternative zur invasiven Beatmung von Patienten mit akutem Lungenversagen. Außerdem kann diese Lösung Gold wert sein, wenn Beatmungsgeräte plötzlich Mangelware werden. Europäische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind bei Forschung und Innovation ganz vorn dabei auf der Welt: Über Grenzen hinweg arbeiten sie zusammen, um unsere Gesundheitsversorgung gemeinsam besser zu machen. Die EU unterstützt Start-ups und mittelständische Unternehmen, die beim Kampf gegen das Virus auf neue Ideen setzen. Im Rahmen des Finanzierungsprogramms des Europäischen Innovationsrates „EIC-Accelerator“ stehen 164 Millionen Euro bereit, um ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

„Kunst ist der Spiegel der Menschlichkeit. Sie macht uns Mut, Hoffnung und Freude.“

Ana Betreiberin einer Plattform, die Künstlern eine digitale Bühne für bezahlte Auftritte bietet Portugal, Torres Vedras, Lissabon

„Think Arts. Talk Business. Make Culture!“ So lautet das Motto der Plattform RHI Stage, die von der gemeinnützigen Organisation Arte Institut eingerichtet wurde und unter RHI-Think.com im Internet zu finden ist. Hier erhalten Künstler eine digitale Bühne für bezahlte Auftritte. Die Coronavirus-Pandemie hat viele Branchen in allen Mitgliedstaaten der EU schwer getroffen. Die Kulturbranche ist keine Ausnahme. Über das EU-Programm „Kreatives Europa“ werden kleine und mittlere Unternehmen aus dem Kultur- und Kreativbereich mit Krediten unterstützt. Finanzspritzen gibt es aber auch in Form anderer Kredite und Bürgschaften. Es macht Mut, dass Gemeinden in der gesamten EU die Arbeit von Kunstschaffenden unterstützen können, die ihre Solidarität mit ihrer Kunst zum Ausdruck bringen.

„Dank uns können Gefährdete zuhause bleiben – so retten wir Leben!“

Vizinho amigo Gruppe, die Einkäufe für Menschen erledigt, die das Haus nicht verlassen können Portugal, Lissabon

„Vizinho Amigo“ heißt so viel wie „freundlicher Nachbar“. Diese Gruppe junger Freiwilliger hilft denen, für die das Coronavirus eine große Gefahr ist – zum Beispiel Älteren und Kranken. Bei einer Ansteckung drohen Angehörigen dieser Risikogruppen schwere Folgen. Deswegen wird ihnen dringend empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden – zum Beispiel in Supermärkten oder Apotheken. Doch zum Glück gibt es die „freundlichen Nachbarn“: Sie kaufen Lebensmittel, Medikamente und andere notwendige Dinge und liefern sie bis an die Haustür. Die Gruppe macht in der Nachbarschaft mit Flugblättern auf ihren Lieferdienst aufmerksam und arbeitet mit den Behörden vor Ort zusammen. Diesen Geist der Solidarität haben auch die EU-Länder bewiesen – indem sie vor allem denen geholfen haben, die am stärksten unter der Pandemie leiden. So schickte zum Beispiel die Slowakei Schutzmasken und Desinfektionsmittel nach Italien, und Österreich versorgte Kroatien mit Handschuhen und Desinfektionsmittel. In deutschen Krankenhäusern wurden schwer erkrankte Patientinnen und Patienten aus Italien und Frankreich behandelt, und Tschechien lieferte Schutzkleidung nach Italien und Spanien. Diese Beispiele zeigen, wie wir diese Krise gemeinsam überstehen können.

„Das hier geht uns alle an.“

SOS.COVID19 Gruppe, die Geld für Schutzausrüstung sammelt Portugal, Lissabon

Fachkräfte wie Pflegepersonal und Ärzte, die Patienten in Krankenhäusern versorgen, brauchen große Mengen an Schutzausrüstung – und zwar in ganz Europa. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist deshalb ein großer Vorrat an Schutzmasken, -kitteln und sonstigem Material für unser medizinisches Fachpersonal nötig. Genau darum geht es SOS.COVID19.PORTUGAL, einer portugiesischen Solidaritätsbewegung, die von acht Frauen gegründet wurde. Mit einer Crowdfunding-Kampagne wollen sie Krankenhäusern den Ankauf von Schutzausrüstung ermöglichen. Aber auch Altenpflegeheime sollen nicht leer ausgehen – deshalb haben sie noch eine weitere Kampagne gestartet. Gesammelt wird auch auf EU-Ebene: Im Rahmen von rescEU wird ein Vorrat an medizinischem Gerät und Schutzausrüstung angelegt. Damit will man dort helfen, wo die Pandemie am dringendsten gebremst und eingedämmt werden muss.

„Wir schlagen neue Wege ein, um unseren Teil zur Eindämmung der Pandemie beizutragen“

Miguel stellt lebenswichtige Produkte her und unterstützt so das portugiesische Gesundheitswesen Portugal, Porto

In Nordportugal trägt die Zusammenarbeit der regionalen Gesundheitsverwaltung mit dem Getränkehersteller Super Bock Group und der Levira-Brennerei Früchte: Zwölf Krankenhäuser in der Region erhalten nun dringend benötigtes Desinfektionsmittel, das für die Vorbeugung gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus unverzichtbar ist. Mittlerweile sind schon stolze 18 000 Liter des Händedesinfektionsmittels zusammengekommen, das ein Nebenprodukt der Herstellung von alkoholfreiem Bier ist. Ein beeindruckendes Beispiel der Solidarität von Privatunternehmen mit denjenigen, die im Gesundheitswesen an vorderster Front dem Virus die Stirn bieten.

„Eine innovative Gesellschaft ist weniger von anderen abhängig und krisenfester“

Das achtköpfige Team von VIVA Lab Entwickler, die in Open-Source-Projekten medizinische Schutzausrüstung herstellen Portugal, Porto

Bei VIVA Lab dreht sich alles um Bildung, Innovation und Design. In der Coronakrise geht das Team neue Wege: Es stellt seit kurzem Schutzmasken, Gesichtsvisiere und Schutzbrillen für Krankenhäuser in Porto her. In der Werkstatt wird nun am Fließband gearbeitet – ehrenamtliche Helfer und Näherinnen stehen zusammen. Bisher hat das Team 4.500 Gesichtsvisiere, 1.300 Schutzmasken und 500 Schutzmasken an den Mann und die Frau gebracht. Da es sich um ein Open-Source-Projekt handelt, verwenden mittlerweile auch Unternehmen aus Brasilien, Italien und Spanien die Vorlagen von VIVA Lab. In ganz Europa helfen Staaten, Regionen und Städte einander bei der Krisenbewältigung – vor allem aber helfen sie denen, die Hilfe am dringendsten nötig haben. So sieht gelebte europäische Solidarität aus. Einen Überblick darüber, was die EU gegen die Coronavirus-Pandemie tut, gibt es unter: https://ec.europa.eu/info/live-work-travel-eu/health/coronavirus-response_de

„Es reicht nicht, sich bei Ärzten und Pflegern zu bedanken. Wir alle müssen mit anpacken“

Eurico Unternehmer, der mit 3D-Druckern Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger herstellt Portugal, Setúbal

Eurico arbeitet bei FAN 3D, einem auf 3D-Druck spezialisierten Beratungsunternehmen. In der Krise wendet es diese innovative Technik an, um Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger herzustellen. Das ist nur eines von vielen Beispielen gelebter europäischer Solidarität. Frankreich hat bisher eine Millionen Masken nach Italien gespendet. Deutschland wiederum hat tonnenweise lebensrettende medizinische Ausrüstung nach Italien geschickt – zum Beispiel Beatmungsgeräte und -masken.

„Technische Unterstützung in Krankenhäusern ist in Zeiten der Pandemie wichtiger denn je“

André Informatiker, der Krankenhäusern bei der Wartung und Instandsetzung von medizinischen Geräten hilft Portugal, Vale de Cambra

André arbeitet an einer Online-Plattform, über die Krankenhäuser effizienter mit anderen Gesundheitseinrichtungen kommunizieren können. In erster Linie geht es dabei um die Wartung und Instandsetzung medizinischer Geräte. Die Bereitstellung angemessener medizinischer Ausrüstung ist eines der wichtigsten Ziele der EU in dieser Krise. André hilft dem Technikpersonal bei den logistischen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Wartung und Instandsetzung der Geräte, die die Ärztinnen und Ärzte dringend brauchen, um ihre Patienten zu versorgen.

„Wir wollen lokale Lösungen für die ganze Welt finden und der Menschheit beim Kampf gegen Corona helfen, indem wir altes medizinisches Material wie Beatmungsgeräte wieder einsatzbereit machen“

João Techniker, der mit seinen Fähigkeiten Krankenhäusern hilft Portugal, Cascais

In Joãos „Project Open Air“ tüfteln Technikfreaks gemeinsam an neuartigen Beatmungsgeräten und der Instandsetzung alter Beatmungsgeräte, um Krankenhäusern zu helfen. Aber nicht nur das: Im Rahmen des Projekts geht es auch um Prävention, Eindämmung, Fernwartung, logistische Unterstützung, Smartphone-Apps und andere technische Hilfsmittel in der aktuellen Krise. So sollen vor Ort Lösungen gefunden werden, die weltweit helfen. Das passt zum Ziel der EU, die Bürger vor Ort zu unterstützen und gleichzeitig Lösungen für ganz Europa zu finden.

„Wer lernt, das Virus zu stoppen, kann die Welt retten“

Virus Fight Club hat ein Handyspiel entwickelt, das auch über Maßnahmen der WHO informiert Portugal, Braga

Dieses neunköpfige Team hat die App Virus Fight Club entwickelt. Bei diesem Spiel, das sich an alle Altersgruppen richtet, reist man um die ganze Welt, um die Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen. Neben Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist auch für Unterhaltung gesorgt. Zu den wichtigsten Spielzügen zählen häufiges Händewaschen und die Ausgabe von Schutzmasken an Infizierte. Initiativen wie dieses Spiel ergänzen auf kreative Weise die Maßnahmen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten. Das Zentrum erstellt in kürzester Zeit Risikobewertungen und bietet aktuelle Informationen über die Pandemie.