„Wir wollen denen helfen, die am stärksten unter der „neuen Normalität“ leiden.“

Anca Entwicklerin, die örtlichen Unternehmen und Krankenhauspersonal hilft, die Pandemie zu überstehen Rumänien, Bukarest

Anca wollte verhindern, dass örtliche Unternehmen wegen der Pandemie aufgeben müssen. Ihre Idee: auf Facebook für Gutscheine zu werben, die man nach der Ausgangssperre einlösen kann. „In den sozialen Medien verbreitete sich die Kampagne wie ein Lauffeuer – in weniger als 24 Stunden“, erzählt Anca. „Die Online-Buchungsplattform CardCadou beschloss, mit uns zusammenzuarbeiten. Inzwischen machen schon mehr als 140 Kleinunternehmen in ganz Rumänien mit.“ Doch Anca war noch immer voller Tatendrang. Deswegen schuf sie die Plattform #CafeaPentruSpitale (Kaffee für Krankenhäuser). Dort kann man Kaffeegutscheine für Krankenhauspersonal kaufen. „Über #CafeaPentruSpitale konnten wir Krankenhäuser in Bukarest und fünf anderen rumänischen Städten hektoliterweise mit erstklassigem Kaffee versorgen“, freut sich Anca. Das Krankenhauspersonal war überwältigt von der Aktion – und die Berliner Kaffeerösterei The Barn war so beeindruckt, dass sie in Deutschland ein ähnliches Projekt auf die Beine stellte.

„Ich will den Menschen dabei helfen, ihre eigenen vier Wände sinnvoll umzugestalten.“

Diana Ordnungsberaterin, die aufzeigt, wie unser Wohnraum unser Wohlergehen beeinflusst Rumänien, Bukarest

Wegen der Pandemie sind wir gezwungen, zuhause zu arbeiten. Deswegen ist es besonders wichtig, den Wohnraum angenehm zu gestalten. Diana hat ihre eigene Ordnungsmethode entwickelt, die sie #MareaOrganizare nennt – was etwa so viel bedeutet wie „Das große Aufräumen“. Damit setzt sie sich für nachhaltiges Wohnen ein. Diana stellt Aktivitäten, Ideen und praktische Tipps vor, die man an seine individuellen Bedürfnisse anpassen kann. Ordnung machen fällt dadurch nicht nur leichter, sondern macht auch noch Spaß. Die Leute, die mitten in der Pandemie mitmachten, erzählen, dass es ihnen geholfen hat, sich auf etwas Praktisches und Positives zu konzentrieren. Und gleichzeitig konnten sie ihren Wohnraum an die neuen Lebensumstände anpassen. Auf den ersten Blick erscheint es unlogisch, auszumisten, während die meisten Menschen ihre Vorratsschränke bis oben hin auffüllen. Aber Diana ist überzeugt, dass Putzen und Aufräumen auch entspannend sein kann. Einer ihrer wichtigsten Tipps lautet: Bevor man in den Supermarkt geht, sollte man nachsehen, was man schon zu Hause hat. Ungenießbar gewordene Lebensmittel sollte man wegwerfen, und seine Vorräte sollte man so anordnen, dass man alles gut im Blick hat.

„Wir helfen den am stärksten Gefährdeten, indem wir ihnen alles Lebensnotwendige bringen. Eine einfache Idee, bei der viele mitmachen, die die gleiche Vorstellung von Solidarität haben: Das ist wirklich europäisch!“

Marian Aktivist, der die schützt, die am stärksten ansteckungsgefährdet sind Rumänien, Bukarest

Allen, die schon älter sind, Vorerkrankungen haben oder an einer Behinderung leiden, kann allein der Gedanke Angst machen, für den Einkauf von Lebensmitteln und lebenswichtigen Medikamenten das Haus verlassen zu müssen. Hilfe leisten ihnen die Geeks for Democracy. Die Gruppe bringt alles Notwendige bis an die Haustür: mit einem Arzt und einem Ernährungsberater zusammengestellte Lebensmittelkörbe, Sets mit Hygiene- und Reinigungsprodukten und sogar Medikamente. „Wir haben dafür gesorgt, dass Ärzte und Patienten Rezepte per E-Mail an Apotheken schicken können“, sagt Marian. Der Lieferdienst läuft in Bukarest und Umgebung und in neun anderen Regionen Rumäniens auf vollen Touren. Er hat sogar eine landesweite Telefonzentrale, die Bestellungen entgegennimmt, und mehr als 450 helfende Hände sorgen dafür, dass alles wie gewünscht geliefert wird. Die Gruppe tut aber noch mehr: Zusammen mit Partnerorganisationen versorgt sie Schutzbedürftige mit allem Lebensnotwendigen.

„In dieser schweren Zeit muss unser ganzes Land zusammenhalten.“

Adi Koch, der das Hilfsprojekt „Solidar Social“ leitet Rumänien, Bukarest

Adi Hădean ist Koch und hat das Hilfsprojekt „Solidar Social“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Dutzenden anderen Köchinnen und Köchen, die ehrenamtlich mitmachen, kocht er täglich für das Personal der Bukarester Krankenhäuser und für ältere Menschen, die auf sich allein gestellt sind. Pro Tag bereitet das Team 1 200 warme Mahlzeiten zu, die dann ausgeliefert werden. All das ist nur dank der Unterstützung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und Spenden von Unternehmen und Einzelnen möglich. „Wir haben ‚Solidar Social‘ auf die Beine gestellt, weil der Bedarf einfach da war. Wir helfen, indem wir das tun, was wir am besten können: für andere zu kochen. Damit das funktioniert, müssen alle mithelfen. 1 200 warme Mahlzeiten zuzubereiten, ist nicht einfach. Deswegen brauchen wir in vielen Bereichen Hilfe: von der Beschaffung der Zutaten über die Logistik bis hin zu gespendeter Schutzausrüstung“, erklärt Adi. Bisher hat das Team von „Solidar Social“ mehr als 26 000 warme Mahlzeiten für Bedürftige gekocht.  Auf lange Sicht will Adis Stiftung ihr Hilfsprojekt auf ganz Rumänien ausweiten, um möglichst vielen Menschen in Not zu helfen.

„Ich will in den sozialen Medien etwas Gutes für die Gesellschaft tun.“

Alin Aktivist, der sich der Aufdeckung von Falschmeldungen verschrieben hat Rumänien, Bukarest

Als Alin bemerkte, dass Falschinformationen über das Coronavirus in den sozialen Medien immer stärker um sich griffen, wusste er, was zu tun war – und machte sich mit seiner Organisation daran, sie zu entkräften. Das Internet verstärkt all unsere Eigenschaften, auch die schlechten: Es ist ein schier unergründlicher Wissensfundus – leider auch mit immer mehr Falschinformationen. Darum hat Alin das Projekt „Just“ (was auf Rumänisch so viel bedeutet wie „wahrheitsgemäß“) ins Leben gerufen – eine Serie von Instagram-Stories, mit denen er Falschinformationen über das Coronavirus aufdecken will. Und er will seine Follower zu kritischem Denken anregen. Zweimal pro Woche erreicht er so tausende Menschen, und hunderte von ihnen beteiligen sich aktiv an den Diskussionen. Alin lässt seine Follower raten, ob es sich um echte oder falsche Meldungen handelt. Die Antwort ist oft überraschend! Denken Sie immer daran: Vertrauen Sie nur auf zuverlässige Quellen, und verbreiten Sie keine Falschinformationen. Hier finden Sie Tipps zur Erkennung von Falschinformationen über das Coronavirus: https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/priorities/eu-antwort-auf-das-coronavirus/20200326STO75917/mythen-uber-covid-19-woran-erkennt-man-falschinformationen.

„Wir müssen unsere Hilfsbereitschaft zeigen – gerade jetzt“

Ioana hilft Älteren und Schutzbedürftigen im Alltag Rumänien, Oradea

Zusammenhalt und europäische Solidarität sind in dieser schwierigen Zeit wichtiger denn je. Ioana hat erkannt, dass auch ganz in ihrer Nähe Menschen Hilfe brauchen. Das kann praktische Hilfe im Alltag sein – etwa Einkäufe und andere wichtige Erledigungen. Aber auch soziale Kontakte helfen, so kann man sich etwa per Telefon oder Videoanrufen Gesellschaft leisten. Weil man allgemein Abstand halten soll, fühlen sich manche von uns einsamer als sonst. Aber zum Glück kann man dagegen einiges tun. Zeigen Sie anderen, dass Sie bei #EuropaGegenCovid19 mitmachen, und motivieren Sie Ihren Freundes- und Bekanntenkreis, es Ihnen gleichzutun. Verbreiten Sie positive Stimmung und helfen Sie anderen, besser mit der Krise umzugehen – so wie Ioana.