„Wir sind immer da – in guten wie in schlechten Zeiten.“

Alberto Landwirt, der nach dem Ausbruch der Pandemie mit seinem Traktor freiwillig Straßen desinfizierte Spanien, Laguna de Negrillos, León

Alberto gibt stets sein Bestes für die Menschen in seiner Gegend. Für ihn als Biobauer hieß das bisher im Wesentlichen, der Bevölkerung von Laguna de Negrillos in der Region León, aber auch anderen hochwertige Lebensmittel zu bieten. Sein Alltag veränderte sich in der Coronakrise nicht allzu sehr. Mit einer Ausnahme: Er begann, auch sonntags zu arbeiten. Das sorgte für Aufsehen: Sein unermüdlicher Einsatz blieb sogar der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) nicht verborgen. Alberto selbst betrachtet es nüchtern: „Wir haben eigentlich genauso weitergearbeitet wie davor, aber ein paar andere Bauern und ich kamen auf die Idee, den Behörden bei der Desinfektion von Straßen und anderen möglichen Ansteckungsquellen im öffentlichen Raum zu helfen. Wir stellten unsere Idee vor, und die Regierung gab uns die nötigen Leitlinien an die Hand.“ Bald hatte er ein Team von Freiwilligen beisammen. Eine einzige Botschaft reichte aus, um sie zu überzeugen: „Wenn wir zusammenarbeiten und unsere älteren Mitmenschen vor einer Ansteckung bewahren und schützen können – worauf warten wir dann?“ Wo es ging, setzten die Freiwilligen ihre Traktoren ein. Den Rest erledigten sie sogar zu Fuß – als Zeichen dafür, wie sehr ihnen die Menschen in ihrer Nachbarschaft am Herzen liegen.

„Ich hoffe, es geht jetzt wieder stetig bergauf.“

Viri Restaurantbesitzerin, die die Ausgangssperre als Chance für Verbesserungen begriffen hat Spanien, San Román de Candamo, Asturien

Für Restaurantbesitzer in ganz Europa ist die Coronakrise ein Wechselbad der Gefühle. Auch Viri kann ein Lied davon singen. Sie musste ihr Restaurant „El Llar de Viri“ schließen, als die Sperre in Spanien verhängt wurde: „Die Entscheidung, alle Restaurants dichtzumachen, traf uns wie ein Blitz. Wir konnten es einfach nicht glauben. Unsere Reaktion verlief stufenweise: Zuerst waren wir verunsichert, danach verwirrt. Und dann kam die Phase, in der man das Nichtstun nicht mehr aushält und einfach nicht mehr stillsitzen kann.“ Viri hat umgedacht – und das Beste aus der Krise gemacht. Sie stellte Essenspakete für ihre Kundschaft zusammen und legte einen eigenen Gemüsegarten an. „Unsere Zutaten haben wir jetzt immer sofort griffbereit“, schwärmt sie. Die Wiedereröffnung war ein Erfolg – und Viri war überglücklich, die freundlichen Gesichter ihrer treuen Stammkundinnen und -kunden zu sehen. Zwar ist sie immer noch ein bisschen skeptisch, wie es jetzt weitergeht, doch eines ist sicher: Sie wird jeden noch so kleinen Augenblick mit ihrer Kundschaft genießen wie nie zuvor.

„Meiner Firma wurde dank der EU geholfen.“

Isabel Unternehmerin, deren Betrieb dank der EU überlebt hat Spanien, Cabo de Palos

Am 13. März machte die spanische Region Murcia ihre Grenzen dicht, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das war zwar notwendig, aber es bedeutete auch, dass die für die Region so wichtige Tourismusbranche plötzlich zum Stillstand kam. Für Isabel Laguardia, die eine Tauchbasis betreibt, hatte das besonders schlimme Folgen. Sie musste ihre Tauchbasis schließen und konnte weder über die Osterfeiertage noch für die Sommersaison wie geplant Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Die EU handelte schnell, um Kleinunternehmen wie das von Isabel zu schützen. Geändert wurden zum Beispiel die Bestimmungen über staatliche Beihilfen, die jetzt flexibler sind. Dadurch kann die spanische Regierung Unternehmen nun rascher finanziell unter die Arme greifen, um pandemiebedingte Entlassungen zu verhindern. Dank der geänderten Bestimmungen können die Mitgliedstaaten innerhalb kurzer Zeit wirksame Maßnahmen ergreifen, was sowohl Bürgerinnen und Bürgern als auch Unternehmen nützt, die wegen der Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ganz besonders geht es dabei um Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen. Alle Mitgliedstaaten können Unternehmen mit jeweils bis zu 800 000 EUR unterstützen, damit sie sich in dieser schwierigen Zeit über Wasser halten können.

„Ich mache mir noch immer Sorgen um mein Restaurant, aber ich gebe nicht auf“

Antoine Restaurantbesitzer, der alles tut, damit sein Lokal wieder läuft, und dabei auf den gebotenen Abstand achtet Spanien, Valencia

Im „Salad Planet“ bekommt man gesunde, frische und regionale Produkte. Herzstück ist die Salatbar – sie war sofort ein voller Erfolg. Im Nu wurde das „Salad Planet“ eines der angesagtesten Lokale Valencias. Für Antoine, den Besitzer, war die Ausgangssperre der Super-GAU. „Wegen Corona musste ich mein Restaurant vom 15. März bis zum 10. Mai schließen. Mein Mitarbeiter und ich mussten Arbeitslosenhilfe beantragen“, erinnert er sich. Auch die Wiedereröffnung war kein Zuckerschlecken. Zunächst wurden nur Gerichte zum Mitnehmen angeboten. Dann wurde die Terrasse wieder geöffnet – mit halb so vielen Plätzen wie früher. Erst danach folgte der Innenbereich, wo derzeit nur 30 % der Plätze besetzt werden dürfen. „Das ‚Salad Planet‘ liegt mitten im Geschäftsviertel von Valencia. Deswegen habe ich den Großteil meiner Stammkundschaft verloren, denn bis September arbeiten die meisten von zuhause aus. Momentan stehe ich noch allein an der Theke – mein Mitarbeiter ist noch immer arbeitslos gemeldet“, erzählt Antoine.

„Wir müssen unser Wissen einsetzen, um unseren Mitmenschen zu helfen“

Bibiana, Balbina und Pilar Schuhmacherinnen, die mit ihren Schuhmaschinen jetzt Masken und Schutzkittel nähen Spanien, Elda und Petrer in der Provinz Alicante

In der Coronakrise haben sich Hunderte Schuhmacherinnen, die in Spanien als „aparadoras“ bekannt sind, zusammengeschlossen. Mit ihren Schuhnähmaschinen stellen sie jetzt dringend benötigte Masken und Schutzkittel her – ohne etwas dafür zu verlangen. Zu Beginn der Pandemie betrachteten sie das Projekt als Experiment. Inzwischen nähen sie jeden Tag hunderte Masken. Sie setzen ihre flinken Hände, ihr Wissen und ihre Zeit ein und wachsen über sich hinaus, um technische Probleme zu lösen. „Wir mussten vorsichtiger und genauer als sonst mit unseren Schuhmaschinen arbeiten, weil der Stoff für die Masken so dünn ist und leicht reißt“, erklärt Pilar. Aufgeben kam aber nicht in Frage, als bekannt wurde, dass Masken in Alicante zur Mangelware wurden. Die Initiative wird mit Materialspenden (selbstverständlich sterilisiert!) unterstützt – und die „aparadoras“ sind fest entschlossen, alle Hindernisse zu überwinden.

„Wir werden weiterkämpfen, um die Infektionskette zu unterbrechen.“

Ainhoa Ärztin, die wegen der Coronavirus-Pandemie in einem Pflegeheim arbeitet Spanien, Valencia

Die 26-jährige Ainhoa war drauf und dran, sich auf Geburtshilfe und Gynäkologie zu spezialisieren – da kam die Pandemie dazwischen. Sie wollte mithelfen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Also beschloss sie, als Ärztin in einem Pflegeheim zu arbeiten. In Spanien kommen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gehäuft in Pflegeheimen vor – wo einige der am stärksten gefährdeten Menschen unter einem Dach leben. Zwar ist der Kampf gegen das Virus noch lange nicht vorbei, aber es tröstet Ainhoa ein wenig, dass in dem Pflegeheim, in dem sie arbeitet, noch keine Fälle gemeldet wurden. Bald beginnt ihre Facharztausbildung im Krankenhaus, doch sie denkt, dass ihr befristeter Job im Pflegeheim sie sowohl beruflich als auch persönlich weitergebracht hat, denn sie hat viel von den älteren Menschen gelernt. „Wir haben das bald überstanden. Wir schaffen das.“ Da ist sie sich sicher.

„Ich habe nähen gelernt, weil ich einfach helfen musste!“

Elena Freiwillige Helferin, die schon fast 4 000 Masken genäht hat Spanien, Madrid

Als die Pandemie über Spanien hereinbrach, war für Elena klar, dass sie etwas tun musste: Sie wollte dem Krankenhauspersonal helfen, das jeden Tag Menschenleben rettet. Sie brachte sich selbst bei, mit der alten Maschine ihrer Mutter zu nähen, und begann, aus Stoffresten Masken zu fertigen. Als sie die ersten 25 Masken fertiggestellt hatte, brachte sie sie in ein nahegelegenes Pflegeheim. Dann fand Elena heraus, dass sich in ihrer Nachbarschaft eine Gruppe zusammengetan hatte, deren Mitglieder sich vorgenommen hatten, in nur fünf Tagen jeweils 200 Masken zu nähen. Die Polizei brachte das nötige Material vorbei und holte dann die fertigen Masken ab. Dann wurden sie von der Polizeiwache aus verteilt. Elena nahm die Herausforderung an. Danach trat sie einer anderen Gruppe bei, die Schutzkittel für das Personal in Madrider Pflegeheimen nähte. Seit kurzem ist sie auch Mitglied der Gruppe „Sponge Cakes“. Sie bäckt jetzt Kekse für Unterkünfte, das Rote Kreuz und andere Organisationen, die Familien in Not mit Essen versorgen. All das schafft sie neben ihrem Job, den sie jetzt von zuhause aus erledigt – während sie sich auch noch um ihre drei Kinder kümmert.

„Dank der Solidarität der Menschen lernen wir, die menschliche, intellektuelle und politische Größe der Gründer der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu schätzen.“

Eusebio Ehrenamtlicher Helfer, der die Verteilung von Lebensmittelspenden an mehr als 25 000 Bedürftige koordiniert Spanien, Tarragona

Eusebio Alonso Redondo leitet die Lebensmitteltafel in der spanischen Hafenstadt Tarragona. Jeden Tag versorgt sie mehr als 25 000 Menschen in der gesamten Provinz mit Lebensmitteln. Eusebio ist Notar im Ruhestand. Jetzt hat er sich ganz der Solidarität verschrieben. Seine Tafel bekommt täglich tonnenweise Lebensmittel von Landwirtschaftsbetrieben, kleinen und großen Supermärkten und landwirtschaftlichen Genossenschaften. Sogar Familien, die selbst knapp bei Kasse sind, helfen mit kleinen Geldspenden von 10 oder 15 Euro. Sie wollen Menschen helfen, die es schlechter haben als sie selbst. „Gibt es einen größeren Ausdruck der Solidarität?“ fragt Eusebio. Die gelebte Solidarität der Menschen in ganz Europa macht Eusebio die enorme menschliche, intellektuelle und politische Größe der Gründer der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bewusst, die dem Römischen Vertrag von 1957 den Weg ebnete. Er bringt es auf den Punkt: „Liebe und Solidarität gehen Hand in Hand. Das ist unser Vermächtnis für die Nachwelt!“

„Desinformation ist genauso ansteckend wie das Coronavirus.“

David Journalist, der den Menschen in Europa hilft, die Pandemie zu verstehen Spanien, Madrid

David berichtet über Gesundheitsthemen – im Moment an vorderster Front: bei Pressekonferenzen der spanischen Gesundheitsbehörden. Als Journalist bei Europa Press kämpft er gegen das Virus, indem er geprüfte Daten und Fakten weiterleitet und so Desinformation entgegenwirkt. Wie alle in Spanien arbeitet er zuhause und hält sich strikt an die Kontaktsperre. Das macht Berichte über die aktuelle Lage zwar noch schwieriger, doch damit schützt David sich selbst und andere. Die Leserschaft von Europa Press kann er trotzdem auf dem neuesten Stand halten. Letzten Endes rettet er so Leben. Es gibt nämlich auch eine Pandemie der Falschinformationen über das Virus, von gesundheitsschädlichen Ratschlägen bis hin zu abstrusen Verschwörungstheorien. Ein gutes Mittel dagegen sind überprüfte, wissenschaftlich fundierte und tatsachengetreue Pressemeldungen und -analysen. Experten und Politiker aus der EU besprechen außerdem regelmäßig per Videokonferenz, wie man am besten gegen Desinformation vorgeht.

„Um diese beispiellose Herausforderung zu meistern, reichen innovative Ideen nicht aus – wir müssen zusammenarbeiten und solidarisch sein.“

Tomás Forscher, der einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt Spanien, Santiago de Compostela

Tomás Pose, Natalia Barreiro, Rebeca Menaya und José Manuel Martínez Costas vom Forschungszentrum CiQUS der Universität von Santiago de Compostela arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Sie programmieren Zellen unterschiedlicher Art um, damit sie Mikropartikel erzeugen, die Virusproteine absorbieren. Bei der Entwicklung von Impfstoffen geht es darum, eine Immunreaktion des Körpers auszulösen, die das Virus aufhält. Tomás geht davon aus, dass die Entwicklung eines Impfstoffs mehr als ein Jahr dauert. Es seien nämlich bis zu drei klinische Prüfungen nötig, um sicherzugehen, dass der Impfstoff für die Anwendung beim Menschen geeignet ist. Das in seinem Labor entwickelte innovative System ist jedoch sehr vielversprechend. Unterstützt wird das Team mit 150 000 Euro vom Gesundheitsinstitut Carlos III, das dem Ministerium für Wissenschaft untersteht. Sie sollen dafür sorgen, dass die entscheidende nächste Phase des Projekts eingeleitet werden kann.

„Ganz gleich, was du machst – mach es mit Liebe und Fantasie!“

Yolanda und Aitana Alltagsheldinnen, die älteren Mitmenschen und Menschen mit Gesundheitsproblemen helfen, die Quarantäne zu überstehen Spanien, Madrid

In vielen Ländern sind ältere Menschen derzeit besonders gefährdet – und der Alltag stellt sie vor viele Probleme. Mit dem Coronavirus können wir uns zwar alle anstecken, aber bei Älteren kommt es viel öfter zu schweren Krankheitsverläufen: Der Körper verändert sich im Alter eben, dann kommen vielleicht auch noch Vorerkrankungen hinzu. Yolanda und ihre Tochter Aitana wollen älteren Menschen in dieser schwierigen Zeit im Alltag beistehen. Aitana sorgt dafür, dass ihre Großeltern genug zu essen haben: Sie hilft ihnen, die Einkaufsliste zu schreiben. Ihre Mutter geht dann einkaufen und stellt den Nachschub aus dem Supermarkt vor der Tür der Großeltern ab. Um zu verhindern, dass sich die Großeltern alleine und verlassen fühlen, verabreden sie sich regelmäßig zu Videoanrufen. Yolanda hilft aber auch ihren älteren Nachbarinnen und Nachbarn. Sie sind jetzt mehr als früher auf Hilfe angewiesen. Yolanda tut, was sie kann, um ihnen das Leben zu erleichtern: Sie bringt den Müll runter und holt Medikamente aus der Apotheke ab – denn für sie wäre eine Ansteckung mit dem Coronavirus ein viel geringeres Risiko.

„Soll ich eine Maske tragen? Wie schütze ich mich am besten? Ich möchte aufklären und hoffe, wenigstens ein paar Leute überzeugt zu haben, zuhause zu bleiben.“

Mindaugas Arzt aus Litauen, der in einem spanischen Krankenhaus arbeitet und auf YouTube in seiner Muttersprache Ratschläge gibt Spanien, Lleida

Mindaugas Gudelis arbeitete schon vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie als Arzt beim FC Barcelona. Als die Fälle anfingen, sich zu häufen, bot er an, im Krankenhaus von Lleida zu mitzuhelfen und an vorderster Front gegen das Virus zu kämpfen. Außerdem begann er, auf YouTube ansprechende, faktengestützte Videos hochzuladen, die sich in Litauen in den sozialen Medien rasch verbreiteten.

„Solidarität heißt, ein Risiko einzugehen, um andere zu schützen.“

Ignacio Großzügiger Mitbürger, der Masken an die Guardia Civil spendete, die ungeschützt ihren Dienst verrichtete Spanien, Madrid

Ignacio hatte Glück: Er hat Freunde in Singapur, die ihm einen Vorrat an Schutzmasken zuschickten. Auf dem Weg zur Arbeit bemerkte er, dass die Mitarbeiter der spanischen Militärpolizei Guardia Civil ohne Schutzausrüstung arbeiteten. Sie sorgten dafür, dass sich die Bevölkerung während der Ausgangssperre an die Schutzvorschriften hielt. Ignacio bot den Polizisten an, seinen Maskenvorrat mit ihnen zu teilen – sie nahmen an, gerührt von seiner Großzügigkeit.

„Wir wollen, dass wirklich alle die Hilfe bekommen, die sie brauchen.“

Patricia Psychologin, die beim Umgang mit der Coronakrise hilft Spanien, Madrid

Wer nicht von zuhause aus arbeiten kann, hat während der Ausgangssperre unter Umständen nicht nur wirtschaftliche Probleme: Auch die psychische Gesundheit kann leiden, wenn die Sozialkontakte eingeschränkt sind und man nichts im Freien unternehmen kann. Damit der Umgang mit der Situation leichter wird, hat eine Gruppe von zehn Fachfrauen einen speziellen Leitfaden namens „psiCOVIDa-10“ erstellt. Darin geht es um die seelischen Folgen der Quarantäne – und wie man damit zurechtkommen kann. Den Leitfaden können alle, die Rat suchen, im Internet kostenlos herunterladen. Insbesondere geht es darin um Unterstützung für ältere Menschen, Familien mit Kindern (auch mit Behinderungen), Pflegekräfte, Berufstätige, die von zuhause aus arbeiten, medizinisches Personal und andere betroffene Berufsgruppen.

„Wer in Hotels und Gaststätten arbeitet, gibt uns so viel – da ist es jetzt an der Zeit, etwas zurückzugeben.“

Sara Mitarbeiterin eines Unternehmens, das Hotels und Gaststätten in Spanien und Portugal hilft Spanien, Madrid

Dass viele derzeit in den eigenen vier Wänden bleiben, trifft Hotels und Restaurants in ganz Europa empfindlich. Saras Unternehmen will ihnen helfen: Es hat bisher eine Million Euro für Beschäftigte von Hotels und Gaststätten gespendet, die unter der Coronavirus-Pandemie leiden. Außerdem bietet es Online-Schulungen für alle an, die im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig sind. Keiner weiß, wie lange die Krise noch dauern wird. Aber damit wir gestärkt daraus hervorgehen, arbeitet die Europäische Union bereits an einem krisenfesten neuen Haushalt für Europa.

„Das Engagement und die positive Energie meiner Kollegen und aller, die im Krankenhaus arbeiten, beeindrucken mich“

Matilde Anästhesistin, die in einem Madrider Krankenhaus für mehr Intensivbetten sorgt Spanien, Madrid

Matilde ist Professorin an der Madrider Universität Complutense und Anästhesistin an der Uniklinik Gregorio Marañón. In der Coronavirus-Pandemie hat sie dabei geholfen, mehr Betten für Intensivpatienten bereitzustellen. Zu Beginn der Krise hatte ihr Krankenhaus nur 40 Intensivbetten – jetzt können 115 schwerkranke Patienten gleichzeitig behandelt werden. Das hat vielen Menschen das Leben gerettet. Matilde ist beeindruckt davon, wie viel Engagement und Energie all ihre Kolleginnen und Kollegen in dieser schwierigen Zeit an den Tag legen. Die Europäische Union will dafür sorgen, dass engagiertes medizinisches Personal die Ausrüstung hat, die es für ihre Arbeit braucht. Darum hat sie den Export von Schutzausrüstung in Länder außerhalb der EU eingeschränkt.

„Daten sind der Schlüssel zur Bewältigung der Pandemie“

Amparo Forscherin, dank deren Arbeit Infektionen schneller festgestellt und gemeldet werden können Spanien, Madrid

Amparo forscht am Instituto de Salud Carlos III. Sie nutzt offizielle Daten zur Coronavirus-Pandemie und andere Quellen, um so viele Informationen wie möglich zusammenzutragen. So hilft sie regionalen und nationalen Gesundheitsbehörden bei der Eindämmung der Pandemie. Ihr Team beteiligt sich auch am Projekt I-MOVE-COVID-19, das als eines von 17 ausgewählten Forschungsprojekten mit Geldern des EU-Programms Horizont 2020 gefördert wird. Ziel ist, den Coronavirus besser zu verstehen und die Behandlung zu verbessern. Insgesamt werden dafür 47,5 Millionen Euro bereitgestellt. Weitere 45 Millionen Euro steckt die EU in die Initiative Innovative Arzneimittel. Hierbei geht es um die Entwicklung von Behandlungs- und Diagnoseverfahren. So will man nicht nur die aktuelle Coronavirus-Pandemie bewältigen, sondern sich auch für die Zukunft rüsten.

„Warum ich das tue? Ich will informieren, Denkanstöße geben und dieser weltweiten Krise ein Gesicht geben“

Eduardo Fotojournalist, der die Coronavirus-Pandemie bildlich festhält Spanien, Madrid

Fotojournalisten wie Eduardo, der für die spanische Nachrichtenagentur Europa Press arbeitet, zeigen uns die Welt durch ihre Augen. Sie sind stille Zeugen historischer Ereignisse und bilden die Welt ab, wie sie ist, ohne etwas zu beschönigen oder zu beeinflussen. Aber warum ist Fotografie so wichtig – nicht nur für sie, sondern für uns alle? Bilder sind die Lingua franca unserer Zeit. Fotojournalisten lenken unsere Aufmerksamkeit auf Dinge, die oft übersehen werden, auf das, was weit weg am anderen Ende Europas geschieht, und auf die Menschen, die dort leben. Sie halten das chaotische Weltgeschehen bildlich fest und sorgen dafür, dass wir auch im Durcheinander den Überblick behalten. Sie tun also das Gegenteil von dem, was jene tun, die mit Falschmeldungen die Eindämmung der Pandemie behindern. Die Europäische Union will klarmachen, wie sehr Falschmeldungen nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch die Demokratie gefährden. Es heißt jetzt also nicht nur Abstand halten und Hände waschen. Wir müssen auch etwas tun, um die Verbreitung schlechter Ratschläge und manipulativer Geschichten zu stoppen.

„Man muss kein Held sein, um anderen zu helfen – Mensch zu sein, reicht schon“

Sara Lehrerin, die jetzt Schutzmasken für Ärzte und Pfleger näht Spanien, Madrid

Wir müssen zwar zuhause bleiben, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Das heißt aber nicht, dass wir anderen Menschen, die an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen, nicht helfen können. Sara hilft mit: Sie näht Schutzmasken für Ärzte und Pfleger. Das macht sie von zuhause aus. Eigentlich ist Sara Lehrerin. Jetzt nutzt sie ihre freie Zeit, um ihre Solidarität und ihr Mitgefühl unter Beweis zu stellen. In ganz Europa sehen wir dieser Tage, wie Einzelne vielen anderen helfen können. Zusammenhalt ist der Schlüssel zur Bekämpfung des Virus. Bedanken Sie sich bei denjenigen, die sich auf ihre Art für europaweite Solidarität einsetzen.

„Musik verbindet – sie macht Mut und verleiht Kraft“

Ana María Geigenspielerin, die auf ihrem Balkon Mittagskonzerte gibt Spanien, Albacete

Eine gute Tat kann eine Kettenreaktion auslösen. So war es jedenfalls bei Ana María und ihrem Mann, die beide leidenschaftlich gerne Geige spielen. Eines Nachmittags gaben sie auf ihrem Balkon ein Konzert für ihre Nachbarn. Am nächsten Tag gesellte sich ein Bratschenspieler hinzu, am übernächsten ein Saxophonist. Inzwischen werden ihre Mittagskonzerte in der Nachbarschaft jeden Tag sehnlich erwartet. Die Musik lässt die Menschen aufleben und spüren, dass sie in dieser schwierigen Zeit nicht alleine sind. Ganz Europa ist voller großartiger Talente: Das ist die Bewegung #EuropaGegenCovid19. Vielleicht haben auch Sie ein Hobby, mit dem Sie Ihren Mitmenschen den Tag versüßen können. In Europa zählt jeder und jede von uns. Gemeinsam werden wir die Krise überwinden.

„Wir wissen, die Menschen brauchen uns – und wir lassen sie nicht im Stich“

Cecilia sorgt dafür, dass Grundnahrungsmittel auch in der Krise verfügbar bleiben Spanien, Villaquejida, León

Cecilia und ihr Mann sind Milchbauern. Ihren Familienbetrieb halten sie alleine am Laufen, und sie sind stolz darauf, trotz der Krise weiterzumachen. So bleiben Grundnahrungsmittel wie Milch für die vielen Familien erhältlich, die darauf angewiesen sind. Wie viele andere landwirtschaftliche Familienbetriebe werden auch Cecilia und ihr Mann im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU unterstützt. Noch nie hat sie ihre Arbeit mit so viel Stolz erfüllt wie jetzt. Sie wissen, dass wir uns auf sie verlassen, das zu bekommen, was wir zum Leben brauchen und normalerweise für selbstverständlich halten. Auch wenn es derzeit schwierig ist - sie machen unermüdlich weiter.