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Presse - Fotografen
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15.000 Besucher*innen: Guben-Gubin wird zum Drehkreuz am Europatag

©Europäische Union/UNe

Eine ganze Stadt feierte mit als die Verbindungsbüros des Europäische Parlaments und die Vertretungen der Europäischen Kommission in Deutschland und Polen in der deutsch-polnischen Doppelstadt Guben-Gubin zum Europatag einluden mit dem Ziel eines Fests der Solidarität. Robert Schuman, dem damaligen französischen Außenminister, hätte das Fest wohl gefallen.

©Europäische Union/Andreas Franke

Völkerverständigung à la Schuman, das war der Europatag in Guben-Gubin am Samstag wirklich. Sowohl auf polnischer als auch auf deutscher Seite war die ganze Stadt - nein, eigentlich waren es zwei, plus umliegender Regionen - auf den Beinen. Es wurde über Europa diskutiert, gesungen und geredet, in vielen Sprachen und mit Gesten, verstanden hat man sich sowieso - ob in den 26 Gondeln des Storytelling-Riesenrades an der Neiße in Guben, an den über 25 Ständen in beiden Städten oder beim Auftritt des aus Guben stammenden Sängers Alexander Knappe. Vor allem war Europa in der Doppelstadt überall spürbar an diesem Samstag. Einer der Höhepunkte des Festes, das unter dem Motto „Solidarität mit der Ukraine“ stand, war der gemeinsame Auftritt der polnischen Folkrock Band Enej und der polnisch-ukrainischen A-Cappella-Gruppe Zazula auf der Theaterinsel in Gubin. 

©Europäische Union/Andreas Franke
EP-Vizepräsidentin Dr. Katarina BarleyEP-Vizepräsidentin Dr. Katarina Barley
EP-Vizepräsidentin Dr. Katarina Barley©Europäische Union/Andreas Franke

"That's what Europe is all about"

Für mich ist Europa genau das, was hier das ganze Jahr über stattfindet, aber was man heute besonders sehen kann, dass Menschen zusammenleben, die in unterschiedlichen Städten wohnen, die unterschiedliche Staatsangehörigkeiten haben, die unterschiedliche Sprachen sprechen, aber im Grunde genommen zusammen eine Einheit bilden und miteinander so verwoben sind, dass man meinen könnte, es sei eine Stadt, was hier in der Vergangenheit auch war, sagte die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Dr. Katarina Barley, die eigens zum Europafest nach Guben-Gubin gereist war. Das sei es, was Europa ausmache.

Auch der Europaabgeordnete Helmut Scholz war vor Ort und genoß die Gondelfahrt mit Bürger*innen, die zufällig zu ihm in die Gondel steigen durften, um einmal all die Fragen über Europa stellen zu dürfen, die sie schon immer mal fragen wollten.

Europaabgeordneter Helmut Scholz mit Bürgern im GesprächHelmut Scholz, MdEP
Europaabgeordneter Helmut Scholz mit Bürgern im Gespräch©Europäische Union/Andreas Franke

Der Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, betonte die Bedeutung Fests der Solidarität als Krönung deutsch-polnischer Zusammenarbeit in Guben-Gubin. „Viele Menschen haben sich in den letzten Jahren für grenzübergreifende Kooperation engagiert. Jetzt sieht man, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen immer enger wird und mittlerweile nicht nur eine gute Nachbarschaft, sondern eine Freundschaft entstanden ist.“

Auch Marschallin der Wijwodschaft Lebus, Elżbieta Polak sieht in Guben-Gubin einen großen symbolischen Wert: „Vor 72 Jahren wurde die Schuman-Erklärung von Europäer*innen mit Träumen und Weitsicht geschaffen, heute leben wir diese Einigkeit in unserem Alltag. Besonders heute zum Fest der Solidarität ist die Stadt ein Symbol von europäischer Solidarität und Einigung.“ Der Europatag sei zudem die Gelegenheit, die Forderungen von damals immer wieder neu zu stellen: „Wir müssen uns solidarisch mit der Ukraine zeigen, damit die Werte, die wir im Alltag leben, auch dort gelten können.“

©Europäische Union/Andreas Franke
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Der Tag in Bildern

(©Europäische Union/Andreas Franke @/UNe)

"Wir wünschen uns die Konferenz als kontinuierlichen Austausch"

Teilnehmende der EU-Bürgerforen der Konferenz zur Zukunft Europas aus Deutschland und Polen diskutierten im Anschluss auf der Hauptbühne mit der EP-Vizepräsidentin Dr. Katarina Barley und dem Europaabgeordneten Helmut Scholz sowie mit Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreichs in Deutschland und Marzenna Guz-Vetter, kommissarische Leiterin der Europäischen Kommission in Polen sowie Jacek Wasik, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Wrocław die Vorschläge zu Reformen der EU. "Wir sind froh, dass die Europäische Union aktiv zuhören will, um die Meinungen und Perspektiven von uns jungen Menschen zu berücksichtigen," unterstrichen die Jugendlichen. Die EU müsse vor allem viele unterschiedliche Formate kreieren, damit sich möglichst viele EU-Bürger*innen engagieren und die EU mitgestalten können.

"Das ist wichtig, damit Diskussionen über die EU und europäische Integration gemeinsam, und nicht aus den einzelnen Ländern wie Deutschland oder Polen heraus, stattfinden. Außerdem dürfen solche Konferenzen nicht nur alle fünf oder zehn Jahre stattfinden, wir wünschen uns einen kontinuierlichen Austausch", betonten die Teilnehmenden.

Der Maßnahmenkatalog enthält viele Forderungen und Empfehlungen die umgesetzt werden müssen und die Bürger*innen fordern verbindliche Formulierungen, was mit diesen Vorschlägen und Ideen passieren soll. Zum Abschluss der Runde überreichten die Teilnehmenden den Europaangeordneten den Forderungskatalog.

Diskussion über die EU-Zukunftskonferenz
Diskussion über die EU-Zukunftskonferenz©Europäische Union/Andreas Franke

Insgesamt besuchten rund 15.000 Personen aus Deutschland und Polen den Europatag in der Doppelstadt Guben-Gubin. Das Fest wurde anlässlich des Europatages von den Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments und der Vertretungen der Europäischen Kommission in Deutschland und Polen veranstaltet.

Die Besucher*innen konnten sich nicht nur über das europäische Zusammenleben in ihrer Region und über aktuelle EU-Themen informieren, auch das kulturelle Programm hatte für jeden etwas zu bieten: Zahlreiche Auftritte von Chören, Orchestern und Tanzgruppen fanden auf der Theaterinsel in Gubin - in der Mitte beider Städte - statt. Eine Lasershow bildete den krönenden Abschluss des Festes zum Europatag in Guben/Gubin.

©Europäische Union/UNe
Geboren in Guben: Alexander Knappe sang am Europatag zum ersten Mal auf der Theaterinsel in GubinGeboren in Guben: Alexander Knappe sang am Europatag zum ersten Mal auf der Theaterinsel in Gubin.
Geboren in Guben: Alexander Knappe sang am Europatag zum ersten Mal auf der Theaterinsel in Gubin©Europäische Union/UNe
 

Der Europatag (9. Mai) erinnert daran, dass wir in Europa in Frieden und Einheit leben. Es ist der Tag der historischen Schuman-Erklärung: Am 9. Mai 1950 hielt der damalige französische Außenminister Robert Schuman in Paris eine Rede. Sein Vorschlag war die Schaffung einer überstaatlichen europäischen Institution zur Verwaltung und Zusammenlegung der Kohle- und Stahlproduktionhatte. Die Idee dahinter, eine neue Art der politischen Zusammenarbeit in Europa, um Kriege zwischen den europäischen Nationen unvorstellbar zu machen. Dieser Vorschlag gilt als Grundstein der heutigen Europäischen Union. 

 
EIB-Präsident Dr. Werner Hoyer
EIB-Präsident Dr. Werner Hoyer©Europäische Union/Andreas Franke
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Leiter des EP-Verbindungsbüros in Deutschland, Georg Pfeifer und EP-Vizepräsidentin Dr. Katarina Barley
Leiter des EP-Verbindungsbüros in Deutschland, Georg Pfeifer und EP-Vizepräsidentin Dr. Katarina Barley©Europäische Union/UNe
Der Abschluss des Festes: eine Lasershow
Der Abschluss des Festes: eine Lasershow©Europäische Union/UNe