Gehe zu Inhalt
Presse - Fotografen
Presse - Fotografen
 

Drei Filme, viele Sprachen und ein begeistertes Publikum

Das war der LUX-Tag im Babylon, Berlin

Brisante Themen, europäische Zusammenarbeit und zahlreiche Denkanstöße: das war der Lux-Tag am Mittwoch, 13. April, im Kino Babylon in Berlin. Das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland hat einem zahlreich erschienen Publikum die drei für den LUX-Publikumspreis 2022 nominierten Filme "Quo vadis, Aida?", "Flee" und "Große Freiheit" präsentiert. Eine Diskussion mit der Europaparlamentarierin Martina Michels, der mehrfach ausgezeichneten Kamerafrau Christine A. Maier und dem Journalisten Frank Hofmann zum Spielfilm "Quo vadis, Aida?", der als Thema das Massaker von Srebrenica behandelt, war der Höhepunkt der Veranstaltung. Lisa Buschmann moderierte die Runde.

Am Mittwoch, 13. April, fand im Kino BABYLON die kostenlose Filmvorführung der drei nominierten Filme für den LUX-Publikumsfilmpreis 2022, sowie eine Diskussion zum Film „Quo vadis, Aida?“ statt. Gemeinsam mit der Europaabgeordneten Martina Michels, der Kamerafrau Christina A. Meier und dem Journalisten Frank Hofmann diskutierte die Moderatorin vor zahlreich erschienenen Gästen über die Rolle von Kultur und den vorgestellten Filmen für die Europäische Union in aktuellen Zeiten.

Während der Begrüßung hob Michels die Bedeutung der Filme für die europäische Identität hervor, nicht nur in Bezug auf die glücklichen und friedlichen Aspekte: „Schenken wir den Filmen auch über den heutigen Tag hinaus unsere volle Aufmerksamkeit.“ Die Kultur müsse insbesondere nach der Pandemie finanziell stärker unterstützt werden.

Den Anfang machte der Film „Quo vadis, Aida?“ mit einer anschließenden Filmdiskussion, bei der die Zuschauer*innen ihre Fragen rund um den Film stellen konnten. Danach folgten die Filmvorführungen von „Flee“ und „Große Freiheit“.

„Die Filme können dazu beitragen, Vergessenes unvergessen zu machen“

Zu Beginn der Filmdiskussion unterstrich Michels, dass die Filme uns Vergessenes wieder vor Augen führten und so zu der steten Debatte um europäische Identität beitrügen. In aktuellen politischen Debatten werde oft von einer Zeitenwende gesprochen, „Quo vadis, Aida?“ zeige aber, dass das gar nicht stimmt und Kriege in Europa bereits länger bestehen.

Frank Hofmann berichtete während des Krieges in Bosnien und beschäftigte sich später mit der Aufarbeitung der Geschehnisse. Für ihn zeigt der Film, dass bis heute keine richtige Aufarbeitung geschehen sei. „Die Täter sind nicht zur Rechenschaft gezogen worden und so konnte eine Aufarbeitung bei den Tätern nicht stattfinden. Und wenn wir jetzt nach Butscha und Charkiw schauen, dann ist es wichtig zu betonen, dass es immer noch dieses ‚denial‘ von damals gibt und die Gräueltaten von damals wieder geschehen.“

„Ein großer Kraftakt!“

Einige Fragen bezogen sich auch auf den Prozess des Filmdrehs und die Komplikationen, vor denen die Filmproduktion stand. „Wir wollten die Geschichte anders erzählen, andere Bilder über den Krieg finden und das Davor und Danach erzählen, anstatt nur die Gräueltaten zu zeigen. Vor allem wollten wir die weibliche Perspektive einbeziehen und dadurch eine neue Sichtweise schaffen“ antwortete Kamerafrau Christine A. Meier. Die Dreharbeiten beschrieb sie als sehr emotional und strapaziös, allgemein sei der Film ein großer Kraftakt gewesen.

Die diesjährigen Finalisten: „Quo vadis, Aida?“, „Flee“ und „Große Freiheit“

Filme, die für den LUX-Preis nominiert werden, müssen aus europäischen (Ko-)Produktionen stammen und sich mit aktuellen politischen und sozialen Fragen befassen, die Diskussionen über europäische Werte anregen. Die nominierten Filme für den diesjährigen LUX-Preis erzählen, inspiriert von wahren Begebenheiten, von Verletzlichkeit und Teilung, aber auch von der heilenden Kraft der Toleranz und des Mitgefühls.

”Quo Vadis, Aida?” von Jasmila Žbanić erzählt von Aida, einer Dolmetscherin für die Friedenstruppen in Srebrenica im Sommer 1995. Ihre Familie gehört zu den Tausenden von Zivilisten, die in dem UN-Lager Schutz suchen. Aida erfährt, dass ihrer Familie und ihrem Volk ein schreckliches Schicksal bevorsteht, aber kann sie etwas tun, um es zu verhindern?

In dem Animationsfilm „Flee“ von Jonas Poher Rasmussen erzählt Amin von seiner Reise als afghanisches Flüchtlingskind, das allein in Dänemark ankam. Er versucht, mit der Vergangenheit, aber auch mit sich selbst und den Geheimnissen, die er verbirgt, Frieden zu schließen.

 

„Grosse Freiheit“ von Sebastian Meise spielt im Nachkriegsdeutschland wo Hans mehrfach inhaftiert wird, weil er homosexuell ist. Wegen Verstoßes gegen den Paragrafen 175 des deutschen Strafgesetzbuches wird ihm systematisch die Freiheit verweigert. Die einzige Konstante in seinem Leben wird sein langjähriger Zellengenosse Viktor, ein verurteilter Mörder.

Abstimmen über den LUX-Publikumspreis

Seit dem vergangenen Jahr wird der Preis vom Europäischen Parlament in Zusammenarbeit mit der Europäischen Filmakademie als Publikumspreis vergeben - nun können nun auch EU-Bürger*innen mitbestimmen, welcher Film den Preis erhält. Über eine Abstimmungsplattform kann man für jeden Film ein bis fünf Sterne vergeben und so für den eigenen Favoriten stimmen. Die endgültige Rangliste wird bestimmt, indem die Publikumswertung und die Wertung der Mitglieder des Europäischen Parlaments zusammengerechnet werden.

Bis zum 25. Mai 2022 können Sie sich die Filme in Kinos oder auf Online-Plattformen anschauen und über die Filme abstimmen. Die feierliche Preisverleihung in Anwesenheit von Regisseuren und Schauspielern findet am 8. Juni 2022 im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg statt.

Jetzt heißt es abstimmen! Welcher Film soll am Ende mit dem LUX-Publikumspreis ausgezichnet werden? Am 8. Juni wird der Gewinner im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg bekannt gegeben. Abstimmen können Sie noch bis zum 25. Mai 2022.

(Fotos ©Bernahrd Ludewig und ©EP, Berlin)