Schwerpunkte der Plenartagung 
 

Bekämpfung von EU-getriebener weltweiter Entwaldung  

Damit der Verbrauch in der EU nicht zu einer weltweiten Entwaldung führt, sollen verbindliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen gelten, die bestimmte Rohstoffe in der EU in Umlauf bringen.

Es gibt derzeit keine EU-Gesetze, die das Inverkehrbringen von Produkten, die zur Zerstörung von Wäldern beitragen, auf dem europäischen Markt verbietet. Infolgedessen wissen auch Verbraucher nicht, ob die von ihnen gekauften Produkte zur Entwaldung beitragen.

Es ist zu erwarten, dass die Abgeordneten freiwillige Initiativen als unwirksam einstufen und deshalb die Kommission auffordern werden, eine EU-Gesetzgebung mit verbindlichen Maßnahmen vorzulegen. Dies soll es ermöglichen, die von der EU angetriebene globale Entwaldung aufzuhalten und umzukehren.

Der Gesetzgebungsinitiative betont, dass ein neuer EU-Rechtsrahmen mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit fördern und eine verbindliche Sorgfaltspflichten beinhalten sollte. Dies würde bedeuten, dass Unternehmen geeignete Maßnahmen ergreifen müssen, um das Problem zu ermitteln, zu verhüten und zu mildern sowie Rechenschaft darüber abzulegen, wie sie diesem begegnen. Unternehmen, die Produkte auf den EU-Markt bringen, die von Rohstoffen stammen, die Wälder und Ökosysteme gefährden, sollten mit Strafen belegt werden.

Hintergrund

Seit 1990 sind 1,3 Millionen km2 Wald verloren gegangen – eine Fläche größer als Südafrika. Der Stopp und Rückgang der globalen Entwaldung wäre der Schlüssel zum Schutz der biologischen Vielfalt, zur Schaffung von Kohlenstoffsenken und zur nachhaltigen Unterstützung lokaler Gemeinschaften. Es wird geschätzt, dass der Verbrauch in der EU etwa 10 Prozent der weltweiten Entwaldung ausmacht, wobei Palmöl, Fleisch, Soja, Kakao, Eukalyptus, Mais, Holz, Leder und Gummi zu den Hauptverursachern der Entwaldung zählen.


Debatte: Mittwoch, 21. Oktober
Abstimmung: Donnerstag, 22. Oktober
Verfahren: Verfahren für Gesetzgebungsinitiativen