Schwerpunkte der Plenartagung 
 

Neue Vorschriften zur Bekämpfung der von der EU verursachten Entwaldung weltweit 

Um Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt zu bekämpfen, sollen Unternehmen garantieren, dass in der EU verkaufte Produkte nicht von zuvor abgeholzten oder geschädigten Flächen stammen.

Eine neue Verordnung über entwaldungsfreie Produkte steht am Montag zur Debatte und am Dienstag zur Abstimmung. So soll der Beitrag der EU zum Klimawandel und zum Verlust der biologischen Vielfalt weltweit verringert werden. Das neue Gesetz würde Unternehmen dazu verpflichten, zu überprüfen, dass die in der EU verkauften Waren nicht auf zuvor abgeholzten oder geschädigten Flächen hergestellt wurden (so genannte "Sorgfaltspflicht"). Es wird erwartet, dass die Abgeordneten eine Ausweitung des Geltungsbereichs der Verordnung fordern und dass die Unternehmen auch nachweisen müssen, dass diese Waren in Übereinstimmung mit den Menschenrechtsbestimmungen in internationalen Abkommen hergestellt werden und die Rechte der indigenen Völker respektieren.


Die Abgeordneten werden auch über eine neue EU-Forststrategie für 2030 debattieren und abstimmen. Der Berichtsentwurf betont die multifunktionale Rolle der Wälder, die den Klimawandel abmildern und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen. Angesichts der vielfältigen Wälder und Klimabedingungen in der EU sollte die Waldbewirtschaftung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene und in Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern entwickelt werden, so die Abgeordneten.

Hintergrund


Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass zwischen 1990 und 2020 420 Millionen Hektar Wald - eine Fläche größer als die EU - durch Entwaldung verloren gegangen sind. Es wird geschätzt, dass der EU-Verbrauch etwa 10 % der weltweiten Entwaldung ausmacht.

Im Oktober 2020 machte das Parlament von seinem im Vertrag verankerten Vorrecht Gebrauch und forderte die Kommission auf, Rechtsvorschriften vorzulegen, um die von der EU verursachte weltweite Entwaldung zu stoppen.



Aussprachen: Montag, 12. September 2022

Abstimmungen: Dienstag, 13. September 2022


Verfahren: Mitentscheidungsverfahren (Ordentliches Gesetzgebungsverfahren) (Entwaldung) und Initiativverfahren (EU-Forststrategie)