Abschaffung der Roaming-Gebühren wird Wirklichkeit 

 
 

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Tschüss, Roaming-Gebühren! Ab 15. Juni können Sie im EU-Ausland ohne Zusatzkosten telefonieren und surfen, ganz wie zu Hause. Roam like at home!

Ab dem 15. Juni können Sie bei Reisen innerhalb der EU zu denselben Konditionen wie zu Hause mobil telefonieren, SMS versenden und im Internet surfen. Vor rund einem Jahrzehnt startete die damalige EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, den "Feldzug" gegen die Roaming-Aufschläge. Nun ist die Luxemburgerin EU-Abgeordnete im Europäischen Parlament. Wir haben sie zum Anlass der Abschaffung der Roaming-Gebühren interviewt. Sehen Sie unser Videointerview.


Mobilität


"Mit dem Ende der Roaming-Gebühren wird die Freiheit der Bürger, des Reisens, das Gefühl, daheim zu sein, jenseits der Grenzen nicht zahlen zu müssen, sondern Europa als Heimat zu sehen, wiederhergestellt", sagte Viviane Reding.


Das EU-Parlament setzte sich zum Beispiel dafür ein, dass es keine zeitliche Begrenzung bezüglich der Auslandsaufenthaltsdauer gibt, sondern ein großzügiges "Prinzip der angemessenen Nutzung" Anwendung findet. Solange Sie also mehr Zeit im Inland verbringen als im Ausland oder Ihr Handy mehr zu Hause nutzen als im Ausland, können Sie bei Reisen überall in der EU Roaming zu Inlandspreisen in Anspruch nehmen ("Roam like at home"). Um möglichem Missbrauch entgegenzuwirken, kann der Mobilfunkbetreiber zusätzliche Roaming-Gebühren verlangen, wenn die Nutzung im EU-Ausland die Nutzung zu Hause überschreitet.


Außerdem werden Island, Norwegen und Liechtenstein, die Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums sind, die Roaming-Gebühren ebenfalls mit 15. Juni 2017 abschaffen.


Wie die Roaming-Gebühren gesunken sind


Die Abschaffung der Roaming-Gebühren war ein langer Prozess. 2007 wurde der sogenannte "Eurotarif" eingeführt. Die EU-Institutionen hatten damals zum ersten Mal das Thema Roaming-Gebühren in Angriff genommen und Preisobergrenzen eingeführt. Damals waren die Preise für internationales Roaming viel höher als die von den Mobilfunkanbietern getragenen Kosten. Im Jahr 1998 kostete ein Anruf aus dem Ausland durchschnittlich 1,63 Euro pro Minute; 2014 nur mehr 19 Cent. Ab April 2016 lagen die Aufschläge für einen Anruf unter 5 Cent pro Minute.


Die Frage der Roaming-Kosten ist insbesondere für den Daten-Roaming-Markt relevant, da das Volumen des Roaming-Marktes von 2007 bis 2013 um 630 Prozent wuchs.


Wenn die Verordnung zur Portabilität von Online-Inhaltediensten im ersten Halbjahr 2018 in Kraft tritt, können Nutzer ihre Online-Abonnements für Filme und Serien auch bei Reisen im EU-Ausland ohne Zusatzkosten nutzen.


Niedrigere Großhandelspreise


Dem ursprünglichen Kommissionsvorschlag gemäß wurde das Verbot der Roaming-Aufschläge möglich, nachdem das EU-Parlament und der Ministerrat eine Einigung über die Roaming-Großhandelspreise erzielt hatten. (Die Telekom-Unternehmen stellen sich für die Auslandsnutzung ihrer Kunden gegenseitig Kosten in Rechnung.) Das EU-Parlament erreichte, dass die Obergrenzen niedriger angesetzt wurden als anfangs von der Kommission vorgeschlagen.


Die Berichterstatterin des Parlaments, Pilar del Castillo Vera aus Spanien, sagte in einem Interview: "Wir verdanken es der Entschlossenheit des Europäischen Parlaments, dass die Roaming-Gebühren endlich abgeschafft werden [...] In Zukunft werden wir durch ganz Europa reisen können, ohne dass uns nach unserer Rückkehr ein Rechnungsschock bevorsteht."


Am Donnerstag (15.6.) veranstalten wir auch um 11 Uhr ein Facebook-Live mit Pilar de Castillo Vera. Stellen Sie Ihre Fragen rund um die Abschaffung der Roaming-Gebühren.