Neue Vorschriften zur Erleichterung von Crowdfunding in der EU 

 
 

Diese Seite teilen: 

Dank neuer EU-Vorschriften können europäische Crowdfunding-Plattformen neue Möglichkeiten für Start-ups und Investoren eröffnen.

Am 5. Oktober 2020 hat das Europäische Parlament neue Vorschriften gebilligt, die es Crowdfunding-Plattformen ermöglichen werden, im gesamten EU-Binnenmarkt Dienstleistungen anzubieten. Dadurch wird der Pool potenzieller Investoren für Start-ups, Innovatoren und kleine Unternehmen vergrößert und Investoren eine größere Auswahl an Projekten sowie besserer Schutz geboten.


Crowdfunding-Plattformen, die in mehr als einem EU-Land tätig sind, müssen nur mehr eine Reihe von Grundregeln, die in einer neuen Verordnung festgelegt sind, einhalten, anstatt in jedem Land unterschiedliche Vorschriften berücksichtigen zu müssen. Mithilfe einer begleitenden Richtlinie erhalten Kleinunternehmen besseren Zugang zu Finanzmitteln. Die neuen Vorschriften gelten für Schwarmfinanzierungen von bis zu 5 Millionen Euro über einen Zeitraum von 12 Monaten.

Neue Regeln machen Crowdfunding in der EU einfacher ©AdobeStock/Arpad Nagy-Bagoly  

Warum sind europäische Crowdfunding-Rechtsvorschriften erforderlich?


Die bestehenden nationalen Crowdfunding-Vorschriften sind nicht einheitlich, was Rechtsunsicherheit mit sich bringt und Investitionen in Projekte in anderen Ländern verringert. Crowdfunding-Dienstleister werden davon abgehalten, grenzüberschreitende Dienstleistungen anzubieten.


In der Folge werden Unternehmen, die von Investitionen einer großen Zahl von Menschen profitieren könnten, nur begrenzte Möglichkeiten geboten, insbesondere, wenn sie auf kleineren Märkten tätig sind.

Wie werden die neuen Vorschriften Investoren schützen?


Ein großes Risiko bei Crowdfunding besteht darin, dass Investitionsentscheidungen häufig nicht auf Daten beruhen, sondern von Emotionen beeinflusst werden können. Der Konkurs von Kleinunternehmen oder Verzögerungen bei Warenlieferungen zählen zu den häufigsten Problemen, die Investoren nicht vorhersagen können.


Nach den neuen Vorschriften müssen Crowdfunding-Dienstleister den Kunden klare Informationen über die potenziellen finanziellen Risiken einzelner Projekte zur Verfügung stellen. Investoren müssen ein vom Projektträger oder der Plattform erstelltes Basisinformationsblatt über das Projekt erhalten.

Was ist Crowdfunding? 
  • Start-ups und innovative Unternehmen haben häufig Schwierigkeiten, über herkömmliche Mittel wie Bankkredite Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten. 
  • Crowdfunding-Dienstleister ermöglichen es ihnen, sich an mehrere kleine Investoren zu wenden und Finanzierung zu erhalten, in der Regel über digitale Plattformen. 

Nächste Schritte


Die Anwendung der neuen Vorschriften für europäische Crowdfunding-Dienstleister erfolgt 12 Monate nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU.


Was die EU-Abgeordneten zum Thema Crowdfunding sagen, erfährt man auf EP Newshub.