Neue Regeln zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sollen Unternehmen in die Pflicht nehmen 

 
 

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Beim Einsturz einer Bekleidungsfabrik im Jahr 2013, der schlimmsten Industriekatastrophe in Bangladesch, kamen 1.129 Menschen ums Leben.  

Das Parlament fordert neue EU-Vorschriften mit denen sichergestellt werden soll, dass Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn ihr Handeln den Menschen oder der Umwelt schadet.

Am 10. November einigte sich das Parlament auf seinen Standpunkt zu neuen Regeln für die Rechenschaftspflicht von Unternehmen. Das Parlament spricht sich für ein Gesetz aus, mit dem größere Unternehmen in der EU dazu verpflichtet werden, sich mit Aspekten ihrer Wertschöpfungsketten zu befassen, die die Menschenrechte, die Umwelt und die Sozialstandards beeinträchtigen könnten.

Mit dem neuen Gesetz sollen detaillierterer Anforderungen an die Berichterstattung über die Auswirkungen von Unternehmen in diesen Bereichen, die auf gemeinsamen Kriterien im Einklang mit den Klimazielen der EU basieren, eingeführt werden. Damit erhofft sich das Parlament, der Grünfärberei ein Ende zu setzen. Die Anforderungen sollten auch die soziale Marktwirtschaft in der EU stärken und den Grundstein für Nachhaltigkeitsberichtsstandards auf globaler Ebene legen.

Verbindliche Regeln über Grenzen hinweg

Die Vorschriften würden für alle großen Unternehmen in der EU gelten, unabhängig davon, ob sie börsennotiert sind oder nicht. Auch börsennotierte KMU würden einbezogen, erhielten aber mehr Zeit für die Anpassung an die neuen Regeln.

Das Parlament fordert, dass die verbindlichen Vorschriften über die EU-Grenzen hinausgehen sollen, das heißt, dass auch Nicht-EU-Unternehmen, die in der EU in erheblichem Umfang tätig sind (mit einem Umsatz von mehr als 150 Millionen Euro), die Vorschriften einhalten müssen.

„Europa zeigt der Welt, dass es in der Tat möglich ist, sicherzustellen, dass die Finanzwirtschaft im engeren Sinne des Wortes nicht die gesamte Weltwirtschaft beherrscht“, sagte Parlamentsberichterstatter Pascal Durand (Renew Europe, Frankreich) während einer Plenardebatte.

Im Februar 2020 veröffentlichte die Kommission eine Studie, aus der hervorging, dass nur eines von drei Unternehmen in der EU derzeit irgendeine Form von Sorgfaltspflichtmaßnahmen ergreift, obwohl 70 Prozent der europäischen Unternehmen EU-weite Sorgfaltspflichtvorschriften unterstützen.

Das Parlament forderte die Kommission im März 2021 auf, ein Gesetz zum besseren Schutz der Menschenrechte und der Opfer in Drittstaaten vorzulegen und Importe zu verbieten, die mit schweren Menschenrechtsverletzungen wie Zwangs- oder Kinderarbeit in Verbindung stehen.

Erfahren Sie mehr darüber, wie die EU-Handelspolitik zur Förderung von Menschenrechten und Umweltstandards beiträgt.