Premierministerin Estlands: Es liegt in unserem Interesse, dass die Ukraine stabiler wird 

 
 

Diese Seite teilen: 

Kaja Kallas, Premierministerin von Estland  

Die erste Aussprache der Reihe „Das ist Europa“ fand mit der estnischen Premierministerin Kaja Kallas am 9. März im Europäischen Parlament statt.

Bei der Eröffnung der Aussprache sagte die Präsidentin des Parlaments, Roberta Metsola, dass die Rolle der Europäischen Union in dieser neuen Welt neu bewertet werden müsse. Ihre Investitionen in Verteidigung und innovative Technologien müssten verstärkt werden. Es sei nun an der Zeit, entschlossene Schritte zu unternehmen, um für die Sicherheit aller Europäerinnen und Europäer zu sorgen, um eine echte Sicherheits- und Verteidigungsunion zu errichten und um die Abhängigkeiten vom Kreml zu verringern.

Angesichts der Invasion der Ukraine und als Premierministerin eines Landes mit einer fast 300 Kilometer langen gemeinsamen Grenze mit Russland forderte Kaja Kallas eine stärkere Verteidigung der EU und die Verringerung der Energieabhängigkeit. Sie hob außerdem den hohen Stellenwert des NATO-Bündnisses hervor.

Mit Blick auf die große Bedeutung der Zukunft der Ukraine führte sie an, es sei im eigenen Interesse der EU, dass die Ukraine stabiler und wohlhabender werde und fest auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit stehe. Es sei jedoch nicht nur im eigenen Interesse der EU, der Ukraine eine Beitrittsperspektive zu eröffnen, sondern es sei auch ihre moralische Pflicht. Die Ukraine kämpfe nicht nur für die Ukraine, sondern auch für Europa.

Sie wandte sich direkt an die russischen Bürgerinnen und Bürger und versicherte ihnen, dass die EU nicht gegen sie sei, sondern dass mit den Sanktionen Präsident Wladimir Putin und seine Regierung isoliert werden sollten. Man hoffe nach wie vor auf ein stabiles und demokratisches Russland, das seine Nachbarn achte und im Einklang mit rechtsstaatlichen Grundsätzen regiert werde.

Fraktionsvorsitzende

Als Reaktion auf die Rede von Kaja Kallas forderten die Mitglieder des Europäischen Parlaments, der Ukraine verstärkt bei ihrem Kampf zu helfen – auch mit mehr Waffen – und die Abhängigkeit der EU von russischem Öl und Gas zu verringern. Sie erörterten außerdem das Erfordernis, ukrainische Geflüchtete zu unterstützen und die europäischen Werte zu verteidigen.

Sehen Sie sich die Aufzeichnung der Plenardebatte an.