Covid-19: Das tut die EU gegen Jugendarbeitslosigkeit 

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Vor dem Hintergrund der Corona-Krise soll eine neue EU-Initiative jungen Menschen helfen, Arbeit zu finden.

Die Corona-Pandemie könnte zum Entstehen einer "Lockdown-Generation" führen, da sie die Beschäftigungsaussichten junger Menschen drastisch schmälert. Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) warnt vor "verheerenden und unverhältnismäßigen" Auswirkungen der Krise. Jüngste Zahlen zeigen, dass junge Menschen bei ihrer Weiterbildung und Ausbildung, beim Jobwechsel und beim Eintritt in den Arbeitsmarkt mit großen Hindernissen konfrontiert sind.


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Eine neue EU-Initiative soll junge Menschen vor dem Hintergrund der Corona-Krise unterstützen ©JackF/AdobeStock  

Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit in Corona-Zeiten

Vor der Pandemie lag die Jugendarbeitslosigkeit in der EU (15-24 Jahre) bei 14,9 Prozent und damit unter ihrem Höchststand von 24,4 Prozent, der im Jahr 2013 verzeichnet worden war. Im Juli 2020 stieg sie auf 17 Prozent. Die EU-Wirtschaft dürfte 2020 um 8,3 Prozent schrumpfen, wie aus der Sommerprognose der Kommission hervorgeht. Der EU droht somit die tiefste Rezession ihrer Geschichte. Um die Auswirkungen auf junge Menschen abzumildern, hat die Europäische Kommission die Initiative "Förderung der Jugendbeschäftigung junger Menschen: Eine Brücke ins Arbeitsleben für die nächste Generation" vorgelegt.


Alle Maßnahmen der EU zur Bewältigung der Corona-Krise im chronologischen Überblick

Das Paket zur Förderung der Jugendbeschäftigung umfasst 4 Aktionsbereiche: 
  • Gestärkte Jugendgarantie 
  • Zukunftsfähige berufliche Aus- und Weiterbildung 
  • Neue Impulse für die Lehrlingsausbildung 
  • Zusätzliche Maßnahmen zur Förderung der Jugendbeschäftigung 

Was ist die Jugendgarantie?


Die Kommission schlägt vor, die Jugendgarantie zu stärken. Die Jugendgarantie war 2013 auf dem Höhepunkt der damaligen Beschäftigungskrise ins Leben gerufen worden. Sie ist die Zusage der Mitgliedstaaten, zu gewährleisten, dass alle jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten, nachdem sie arbeitslos geworden sind oder ihre Ausbildung abgeschlossen haben, ein hochwertiges Angebot für eine Beschäftigung, eine Weiterbildungsmaßnahme, eine Lehrstelle, einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum erhalten.

Wie soll die Jugendgarantie gestärkt werden? 
  • Sie richtet sich an junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren. 
  • Ihre Reichweite wird auf schutzbedürftige junge Menschen in der gesamten EU ausgeweitet (wie Minderheiten, junge Menschen mit Behinderungen). 
  • Sie ist auf den Bedarf von Unternehmen abgestimmt und vermittelt erforderliche Kompetenzen und kurze Vorbereitungskurse. 
  • Sie stellt maßgeschneiderte Beratung, Anleitung und Betreuung bereit. 

Der Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten hat am 22. September eine Entschließung zum Vorschlag der Kommission angenommen. Die Ausschussmitglieder begrüßen die neue Initiative, fordern jedoch, mehr Gelder für den nächsten Programmplanungszeitraum (2021-2027) der Jugendgarantie zu mobilisieren. Sie bedauern die auf dem EU-Gipfel im Juli vorgenommenen Haushaltskürzungen für die Jugendbeschäftigung.


Außerdem tritt der Ausschuss dafür ein, einen Rechtsrahmen zu schaffen, der unbezahlte Praktika und Lehrstellen in der EU verbietet. Die Abgeordneten kritisieren auch, dass nicht alle Mitgliedstaaten die freiwilligen Empfehlungen der Jugendgarantie einhalten und fordern deshalb, diese zu einem verbindlichen Instrument zu machen.


Das Parlament wird voraussichtlich auf seiner Plenartagung Beginn Oktober über die Entschließung abstimmen.

Parlament fordert stärkere Unterstützung der Jugend


In einer am 10. Juli angenommenen Entschließung über beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedstaaten forderten die Abgeordneten, die bestehenden Leitlinien zu überarbeiten, und betonten, dass der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit durch die Stärkung der Jugendgarantie Vorrang eingeräumt werden solle.


Im Juli stimmte das Parlament auch zu, die Mittel für die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (YEI) auf 145 Millionen Euro für 2020 aufzustocken. Sie ist das wichtigste Haushaltsinstrument für Jugendgarantie-Programme in den EU-Ländern.


Bereits 2018 hatte sich das Parlament in einer Entschließung zur Umsetzung der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen für eine erhebliche Aufstockung der Mittel im Rahmen des nächsten langfristigen EU-Haushalts ausgesprochen. Die Mitglieder begrüßten die Tatsache, dass die Initiative seit 2013 mehr als 1,6 Millionen junge Menschen unterstützt hat, forderten jedoch Verbesserungen, einschließlich der Erhöhung der Altersgrenze und der Festlegung klarer Qualitätskriterien und Arbeitsnormen.

24 Millionen  ; Seit ihrer Einführung im Jahr 2013 hat die Jugendgarantie 24 Millionen junge Menschen erreicht.

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