Neue, zukunftsfähige EU-Arzneimittelpolitik 

 
 

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Beschäftigter in der Arzneimittelindustrie in Schutzkleidung  

Erschwingliche Arzneimittel, Vermeidung von Engpässen und eine klimaneutrale Industrie – Das Parlament drängt auf eine neue EU-Arzneimittelpolitik.

Auf der November-Plenartagung in Straßburg hat das Europäische Parlament eine Reihe von Empfehlungen für die Aktualisierung der EU-Arzneimittelgesetzgebung 2022 ausgesprochen.

Im Jahr 2019 hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) 103 Arzneimittel für seltene Leiden – sogenannte Orphan-Arzneimittel – zugelassen, aber nur die Hälfte von ihnen kam mit einer durchschnittlichen Verzögerung von zwei Jahren auf den Markt. Dies ist nur eines der Probleme, die in einem Bericht über die EU-Arzneimittelstrategie angesprochen werden. Zur Lösung dieses Problems fordern die Abgeordneten kürzere Zulassungszeiten der nationalen Agenturen und eine Angleichung an die EMA, um einen schnellen und gleichberechtigten Zugang zu Arzneimitteln in der gesamten EU sicherzustellen.

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Engpässe bei Arzneimitteln

Die COVID-19-Krise hat einen Mangel an Arzneimitteln und medizinischer Ausrüstung aufgezeigt, der dazu führte, dass Patienten gefährdet sind und die nationalen Gesundheitssysteme unter Druck geraten. Das Parlament fordert die Kommission auf, die Ursachen für die Arzneimittelknappheit anzugehen und nachhaltige Lösungen vorzuschlagen, einschließlich der rechtzeitigen Markteinführung von Generika und Biosimilar-Arzneimitteln. So soll der Zugang der Patienten zu erschwinglichen Arzneimitteln sichergestellt werden.

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Umweltfreundliche Arzneimittelindustrie

Das Parlament fordert außerdem, dass die Arzneimittelindustrie umweltfreundlich wird und die Produktlebenszyklen klimaneutral sind. Die Abgeordneten betonen die Notwendigkeit, die Produktions- und Versorgungssicherheit in der EU zu stärken und die Transparenz bei den Preisen und der öffentlichen Finanzierung von Forschung und Entwicklung zu erhöhen.

Die Abgeordneten empfehlen koordinierte Sensibilisierungskampagnen zur antimikrobiellen Resistenz und den Aufbau angemessener Kapazitäten für die nachhaltige Produktion von Wirkstoffen, Rohstoffen und Arzneimitteln, um die Abhängigkeit von externen Quellen zu verringern.

Mit dem Bericht fordert das Parlament die Kommission auf, die EU-Verordnung über klinische Prüfungen vollständig umzusetzen. Dadurch soll der Start großer klinischer Prüfungen mit harmonisierter und koordinierter Durchführung auf EU-Ebene erleichtert werden.