Klimawandel: Was sind die Ziele der COP23? (Video) 

 
 

Diese Seite teilen: 

Eine EP-Delegation nimmt von 14. bis 17.11. an der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn teil. Was steht im Mittelpunkt der COP23 nach dem Pariser Klimaabkommen? Was sind die Herausforderungen?

Die Delegation von 12 Abgeordneten, die diese Woche an der Konferenz in Bonn teilnimmt, wird von der Vorsitzenden des Umweltausschusses, Adina Vālean (EVP) aus Rumänien, geleitet.


Im Vorfeld der Konferenz sagte der deutsche EU-Abgeordnete Peter Liese (EVP): "Es werden keine großen, neuen Beschlüsse gefasst, aber es ist extrem wichtig jetzt, nachdem die Vereinigten Staaten angekündigt haben, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen, dass der Rest der Welt zusammenhält." Er fügte hinzu, dass er trotz der Entscheidung der Regierung Trump hoffe, dass es möglich sei "mit anderen Partnern wie China, Kanada oder Japan einen Schritt nach vorne zu machen und die Amerikaner dann wieder einzubinden, wenn eine andere Regierung in den USA da ist."


Bereits am 8. November trafen der Umweltausschuss und die Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten den Gouverneur Kaliforniens Edmund G. Brown Junior. "Der Klimawandel ist eine existenzielle Bedrohung, und der Grad des Engagements nicht ausreichend, um dieser Bedrohung zu begegnen“, warnte Brown und fügte hinzu: "Der Umgang mit dem Klimawandel ist schwierig und die Dekarbonisierung stellt eine Transformation unserer gesamten Zivilisation dar [...] Wir müssen bis 2050 Null Emissionen erreichen, oder auch noch früher. Es ist beinahe unvorstellbar, wie wir dies schaffen sollen, aber die Forschung zeigt klar auf: Wir haben keine andere Wahl. Sogar das 2-Grad-Ziel könnte nicht ausreichend sein."


Brown ist während der COP23 Sonderberater für Länder und Regionen. Er gründete zusammen mir den Gouverneuren Jay Inslee (Washington) und Andrew Cuomo (New York) die "US Klimaallianz" als Reaktion auf die Entscheidung der US-Regierung, aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten. Momentan sind 15 US-Bundesstaaten Teil der Allianz. Sie repräsentieren 36 Prozent der US-Bevölkerung und  tragen 7 Billionen US-Dollar zum Bruttoinlandsprodukt bei.    


Was sind die Ziele der COP23?


Die Klimakonferenz COP23 findet vom 6. bis 17. November in Bonn statt. Der Inselstaat Fidschi hat die Präsidentschaft der Konferenz inne, Deutschland unterstützt als "technischer Gastgeber".

Die Regierungen treffen sich auf der COP23, um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranzutreiben. Im Kern geht es um die Erarbeitung von Leitlinien, wie die Vorgaben des Pariser Abkommens umgesetzt werden sollen - das sogenannte "Pariser Regelbuch". Es geht dabei um eine Vielzahl von Bereichen wie Transparenz, Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Emissionsverringerung, Bereitstellung von Finanzierung und Technologie sowie Kapazitätsaufbau. Ziel ist, in allen diesen Bereichen Fortschritte zu erzielen, sodass die Leitlinien dann beim nächsten Klimagipfel COP24 Ende 2018 in Polen verabschiedet werden können.


Was sind die Herausforderungen?


Eine der Hauptaufgaben der COP23 ist, den für 2018 vorgesehenen "unterstützenden Dialog" darüber vorzubereiten, wie die nationalen Beiträge verbessert werden müssen, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen.


Die Ankündigung der Vereinigten Staaten als weltweit zweitgrößtem CO2-Produzent aus dem Klimaabkommen auszusteigen, führt zu zusätzlicher Unsicherheit bezüglich der Perspektiven für die Umsetzung der Ziele.


Die Delegation des Europäischen Parlaments in Bonn


Der EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie, Miguel Arias Cañete, wird die Delegation täglich über die Arbeit unterrichten. Außerdem nehmen die Abgeordneten an Hintergrundgesprächen mit Vertretern der Vereinten Nationen, Delegationen aus verschiedenen Ländern, sowie Vertretern von internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft teil.


Was macht das Parlament?


Das Parlament arbeitet derzeit an drei verschiedenen Gesetzesentwürfen um das Pariser Klimaabkommen umzusetzen. Die EU-Abgeordneten arbeiten an einer Reform des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS), um mehr Anreize für Investitionen in neue nachhaltige Technologien zu schaffen sowie an nationalen Zielen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen für die Sektoren Verkehr, Gebäude, Abfälle und Landwirtschaft. Des Weiteren wird an Maßnahmen gearbeitet, um die Fähigkeit der Wälder und Böden, CO2 zu absorbieren, zu erhalten und erhöhen.


Was ist das Pariser Klimaabkommen?


Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) im Dezember 2015 hatten sich 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt. Der Klimavertrag umfasst einen globalen Aktionsplan ab 2020, der den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten begrenzen soll. Das Pariser Klimaabkommen trat am 4. November 2016 in Kraft, nachdem das EU-Parlament zugunsten der Ratifizierung des Klimaabkommens durch die EU im Oktober 2016 gestimmt hatte.