Emissionen des Luft- und Schiffsverkehrs: Zahlen und Fakten (Infografik) 

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Die Treibhausgasemissionen der internationalen Luftfahrt haben sich innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte mehr als verdoppelt. Wie steht es um den Schiffsverkehr? Mehr in unserer Grafik.

Obwohl die internationale Luftfahrt und der Schiffsverkehr jeweils weniger als 3,5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU ausmachen, zählen sie zu den Sektoren mit dem am stärksten zunehmenden Emissionsaufkommen, das zum Klimawandel beiträgt.


Der Grund hierfür liegt hauptsächlich im überproportionalen Anstieg der Passagierzahlen und des Handelsvolumens. Nicht zuletzt deshalb wurden erst kürzlich Anstrengungen unternommen, die Treibhausgasemissionen in diesen Bereichen zu reduzieren - sowohl auf EU-Ebene als auch auf globaler Ebene.


In einer Entschließung, die im Vorfeld des COP25 Klimagipfels angenommen wurde, sprach sich das Europäische Parlament dafür aus, die Ambitionen zu erhöhen, um die durch Luftfahrt und Schiffsverkehr verursachten Emissionen zu verringern, indem beispielsweise marktorientierte Maßnahmen verstärkt werden.


Weitere Zahlen und Fakten zum Klimawandel

Verkehrsemissionen als Anteil an den gesamten EU-Treibhausgasemissionen  

Die am schnellsten wachsenden Quellen von Treibhausgasemissionen


Die Treibhausgasemissionen der internationalen Luftfahrt und des Schiffsverkehrs haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa 130 Prozent beziehungsweise 32 Prozent erhöht. Dies stellt den stärksten Anstieg im gesamten Verkehrssektor dar. Der Verkehr ist der einzige Bereich, der einen Emissionsanstieg seit 1990 verzeichnet.


Trotz Einsparungen beim Treibstoffverbrauch werden die Emissionen von Flugzeugen bis 2050 voraussichtlich sieben- bis zehnmal höher ausfallen als noch 1990, während die Emissionen von Schiffen um voraussichtlich 50 bis 250 Prozent ansteigen werden.

Entwicklung der Treibhausgasemissionen nach Sektor  

Zunahme des Luft- und Seeverkehrs


Der Anstieg der Treibhausgasemissionen durch die internationale Luftfahrt und den Schiffsverkehr geht maßgeblich auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zurück. Die Anzahl der Flugpassagiere in der EU hat sich seit 1993 verdreifacht. In den letzten zwei Jahrzehnten erhöhte sich zugleich auch das internationale Handelsvolumen auf dem Seeweg deutlich.


Zunehmende Bedenken bezüglich der Umweltfolgen könnten künftig mehr Menschen dazu bewegen, bei der Wahl ihrer Fortbewegungsmittel stärker auf ihren CO2-Fußabdruck zu achten.


Bislang macht sich mehr als eine von zehn Personen diesbezüglich Gedanken, wie eine Eurobarometer-Umfrage ergibt. Hier erfahren Sie, wieviel CO2 bei Ihrem Flug ausgestoßen wird.

Anzahl der Flugpassagiere in der EU  


Was wird unternommen, um die Emissionen des Luftverkehrs zu reduzieren?


Die EU hat Schritte gesetzt, um die Emissionen der Luftfahrt über ihr Emissionshandelssystem zu verringern.


Außerdem arbeitet die EU gemeinsam mit der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation daran, globale marktorientierte Maßnahmen (CORSIA - System zum Ausgleich und zur Reduzierung von CO2-Emissionen für die internationale Luftfahrt) einzuführen, mittels derer Fluglinien ihre Emissionen ausgleichen können, indem sie in Umweltprojekte investieren, die zum Beispiel Bäume pflanzen. 



Wie sich die EU für einen effizienten, fairen und sauberen Seeverkehr einsetzt

Am 16. September 2020 stimmten die EU-Abgeordneten dafür, die CO2-Emissionen der Seeschifffahrt ab 2022 in das Emissionshandelssystem aufzunehmen. Schifffahrtsunternehmen sollten zudem verpflichtet werden, ihre Emissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren.


Nach Ansicht der Abgeordneten waren die von der Kommission ursprünglich vorgeschlagenen Änderungen an den Vorschriften zur Erhebung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen von Schiffen nicht ehrgeizig genug. Die Überarbeitung soll die Vorschriften mit internationalen Bestimmungen in Einklang bringen.


Am 27. April 2021 wies das das Parlament erneut auf die Notwendigkeit hin, die Emissionen in der Schifffahrtsindustrie deutlich zu senken und in das EU-Emissionshandelssystem zu integrieren. Dabei sei es auch wichtig, die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze in der Branche zu untersuchen sowie das Risiko von „Carbon Leakage“ zu berücksichtigen.


Das Parlament fordert folgende Maßnahmen, um den Schiffverkehr sauberer und effizienter zu machen und so den im europäischen Green Deal vorgesehenen Übergang zu einem klimaneutralen Europa zu erleichtern:

  • die schrittweise Abschaffung von Schwerölen mit gleichzeitigen Steuerbefreiungen auf alternative Kraftstoffe als Kompensation
  • die Dekarbonisierung, Digitalisierung und Automatisierung der europäischen Häfen
  • die Reglementierung des Zugangs zu EU-Häfen für die umweltschädlichsten Schiffe
  • technische Verbesserungen wie: Optimierung der Schiffsgeschwindigkeit, Innovation in der Hydrodynamik und neue Antriebssysteme




Bisher gibt es keine EU-Regelungene zur Verringerung der Treibhausgasemissionen von Schiffen.