Warum ist Unionsfinanzierung für die Regionen wichtig? 

 
 

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Mit Unionsfinanzierung werden die Regionen dabei unterstützt, sich von der Corona-Krise zu erholen, Ungleichheiten zu verringern, umweltfreundlicher zu werden und Arbeitsplätze zu schaffen.

Die europäischen Regionen entwickeln sich noch immer in unterschiedlichem Tempo, und die Stärkung des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts bleibt eine der wichtigsten Prioritäten der EU. In einer Zeit, in der diese Situation durch die Corona-Pandemie zusätzlich verschärft wurde, erhält die regionale Entwicklungs- und Kohäsionspolitik 243 Milliarden Euro für den Zeitraum 2021–2027 (in Preisen von 2018).


Mit den Mitteln werden Klimamaßnahmen, soziale Programme und nachhaltige Stadtentwicklung unterstützt.


Mehr dazu auf Soziales Europa.


Überarbeitung der EU-Regionalpolitik

Während einer Plenarsitzung im Juni verabschiedete das Parlament ein „Kohäsionspaket“, das die wichtigsten Regionalfonds umfasst: den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Kohäsionsfonds und das Ziel der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (Interreg), welches hauptsächlich durch den EFRE finanziert wird. Zudem werden durch das Kohäsionspaket eine Reihe von Zielen für die Fonds – die Dachverordnung – festgesetzt.


Unterstützung von intelligentem und nachhaltigem Wachstum in den EU-Regionen 

Mit der neuen Kohäsionspolitik wird dazu beigetragen, dass Verfahren vereinfacht und Investitionen effektiver werden. Sie steht im Einklang mit dem Übergang der Regionen zu einem klimaneutralen Europa, der Teil des Grünen Deal und des COVID-19-Aufbauplans ist.

Ein wesentlicher Teil der Mittel wird in Projekte zur Förderung von intelligentem Wachstum und grüner Wirtschaft fließen. Die Zielsetzungen der Kohäsionspolitik umfassen:

  • die Umleitung von mindestens 30 % der regionalen Finanzmittel in Klimaschutzmaßnahmen
  • die Berücksichtigung der Ziele in Bezug auf Umwelt, Klima, Artenvielfalt und Kreislaufwirtschaft
  • die Investition in nachhaltiges Wachstum und in die Schaffung von Arbeitsplätzen
  • die maßgeschneiderte Unterstützung von Regionen in äußerster Randlage, Inseln und entvölkerten Gebieten
  • die Schwerpunktlegung auf Forschung und Innovation
  • die Bereitstellung von mindestens 8 % der EFRE-Mittel für die nachhaltige Stadtentwicklung

Kernenergie und fossile Brennstoffe sind von der Förderung ausgeschlossen, abgesehen von Projekten, die Kohle durch Erdgas ersetzen. Diese sind bis zum 31. Dezember 2025 förderfähig sind.


Mit den Mitteln sollen Kultur, nachhaltiger Tourismus, Digitalisierung und ein widerstandsfähigeres öffentliches Gesundheitswesen unterstützt werden, wodurch zudem ein Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise in den Regionen geleistet wird.

Finanzierung der regionalen Entwicklung und Zusammenarbeit 

Die Mittel für die Kohäsionspolitik stammen zum Teil aus dem langfristigen EU-Haushalt sowie aus dem Aufbauprogramm „NextGenerationEU“.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)  
  • Eingerichtet 1975 
  • Ziel ist der Ausgleich regionaler Ungleichgewichte, die Unterstützung von Gebieten mit Entwicklungsrückstand und die Umstellung von Industriegebieten mit rückläufiger Entwicklung 
  • Unterstützung für Regionen, die von schweren und dauerhaften natürlichen oder demografischen Nachteilen betroffen sind 
Interreg 
  • Eingerichtet 1990 
  • Unterstützt grenzüberschreitende Projekte, unter anderem in den Bereichen Gesundheit und Umwelt 
  • Unterstützt grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit sowie Regionen in äußerster Randlage 
  • Bereitstellung von Mitteln für Klimaschutz- und Sozialprogramme, einschließlich für Programme im öffentlichen Gesundheitswesen, sowie für kleine Projekte 
Der Kohäsionsfonds 
  • Eingerichtet 1994  
  • Unterstützt Projekte in den Bereichen Umwelt und transeuropäisches Netz 
  • Finanziert Projekte, die unter das kohäsionspolitische Ziel „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ fallen 
  • Richtet sich an weniger entwickelte Regionen in EU-Ländern mit einem Bruttonationaleinkommen unter 90 % des EU-Durchschnitts 

Weitere finanzielle Unterstützung für Regionen 

Als Teil des Klima-Investitionsplans sollen mit dem Fonds für einen gerechten Übergang Gebiete unterstützt werden, die auf fossile Brennstoffe angewiesen und am stärksten vom Übergang zur Klimaneutralität betroffen sind. Im Mai 2021 hat das Parlament den Fonds für einen gerechten Übergang angenommen, der mit 7,5 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt für den Zeitraum 2021–2027 sowie mit 10 Milliarden Euro aus dem Aufbauinstrument der Europäischen Union ausgestattet werden wird.

Darüber hinaus erhalten europäische Regionen Hilfe durch REACT-EU – das neue Instrument zur Unterstützung der Bereiche, die am stärksten von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie betroffen sind.