LUX-Filmpreis 2018 - Gewinnerfilm: Über eine Frau, die die Welt retten will 

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"Gegen den Strom" gewann den LUX-Filmpreis 2018. Wir sprachen mit dem Regisseur Benedikt Erlingsson über den Klimawandel und die damit verbundenen Herausforderungen für die Demokratie.

"Es geht um Demokratie, manipulative Medien, den Kampf um die Umwelt und das Recht der Menschen zu handeln, auch wenn sie gegen Regeln verstoßen" - so beschreibt der isländische Regisseur seinen Film. Sein lustiger und surrealer "Arthouse Actionthriller mit viel Musik" zeigt vor der Kulisse der atemberaubenden Natur Islands die dramatische Dringlichkeit der Umweltprobleme, mit denen wir es zu tun haben.

Ein Appell und ein Aktivistenfilm

"Mein Film ist auch ein Warnruf. Es gibt eine seltsame Kultur, dieses Problem zu verleugnen und aufzuschieben. Es ist unser Lebensstil, den wir ändern müssen, und dies ist eine große Herausforderung für unsere Generation", sagte Erlingsson nach der Preisverleihung in einem Facebook-Live-Interview.

"Gegen den Strom" (Originaltitel: Kona fer í stríð) erzählt die Geschichte von Halla, einer Musiklehrerin, die als leidenschaftliche Umweltaktivistin ein Doppelleben führt. Als sie beginnt, ihren bisher kühnsten Einsatz zu planen, um eine Aluminiumproduktionsstätte zu sabotieren, die das isländische Hochland zerstört, erfährt sie, dass ihr Antrag auf Adoption eines Kindes endlich angenommen wurde und ein kleines Mädchen in der Ukraine auf sie wartet. In diesem Moment steht sie vor dem Dilemma, wie sie ihren Einsatz für die Umwelt und ihren tiefen Wunsch, Mutter zu werden, in Einklang bringen kann. Sie findet Kraft in der Natur und bei Menschen, die ihre Sache unterstützen.

"Frauen retten ständig die Welt"

Auf die Frage, warum er sich für eine weibliche Hauptrolle (gespielt von Halldóra Geirharðsdóttir) entschieden habe, antwortet Benedikt Erlingsson: "Frauen retten ständig die Welt. Sie gehen dabei manchmal anders vor als Männer. Unsere Welt muss heute dringend gerettet werden und im Kampf für die Umwelt stehen Frauen oft an vorderster Front."

Benedikt Erlingsson bei der Preisverleihung  

Film und politische Debatte

Bei der Verleihung des Preises im Parlament sagte Parlamentspräsident Antonio Tajani: "Die Finalistenfilme behandeln drei Schlüsselthemen für die Zukunft Europas: die Risiken, die mit extremem Nationalismus verbunden sind, die Dringlichkeit des Handelns zum Schutz der Umwelt und die Notwendigkeit, kohärente Antworten auf die Migrationsfrage zu finden." Er fügte hinzu: "Indem Sie uns neue und persönliche Standpunkte zu unserem Europa aufzeigen, tragen Sie wesentlich zur politischen Debatte bei, die in dieser Institution jeden Tag stattfindet."

Benedikt Erlingsson hatte auch eine Botschaft in Bezug auf die Europawahl im Mai 2019: "Wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel unternehmen kann. Wenn wir es nicht tun, ist es für unsere Kinder zu spät. Deshalb müssen wir wählen, denn es ist eines der größten Instrumente, die wir in unserem Kampf um die Rettung der Welt haben."

Die Finalisten des LUX-Filmpreises 2018 waren Styx, Gegen den Strom und Die andere Seite von allem (The Other Side of Everything). Erfahren Sie mehr über die Filme und wann Sie sie in einem Kino in Ihrer Nähe sehen können.

Zudem können Sie für Ihren persönlichen Favoriten abstimmen. Mit ein bisschen Glück dürfen Sie den Gewinner des Publikumspreises ("Audience Mention") im kommenden Jahr auf dem Internationalen Filmfestival Karlovy Vary in der Tschechischen Republik verkünden!

Europäisches Kino unterstützen

Der LUX-Filmpreis existiert seit zwölf Jahren und hat maßgeblich zur Förderung europäischer Filmen beigetragen. So werden unter anderem die drei Finalistenfilme dank finanzieller Unterstützung durch das EU-Parlament mit Untertiteln in allen 24 Amtssprachen versehen. Der Gewinnerfilm wird auch in einer besonderen Fassung für hör- und sehbehinderte Menschen zur Verfügung gestellt. Außerdem wird die internationale Kampagne des Films unterstützt.