Gabrielius Landsbergis: "Die Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung" 

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Der litauische EU-Abgeordnete Gabrielius Landsbergis  

Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland waren am Dienstag (9.6.) Thema im Plenum. Am Mittwoch (10.6.) stimmen die EU-Abgeordneten über einen Bericht zum Stand der EU-Russland Beziehungen ab. Wir haben mit Gabrielius Landsbergis (EVP) aus Litauen über das Einreiseverbot für EU-Politiker und EU-Beamte und die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland gesprochen.

Was ist Ihre Reaktion auf das Einreiseverbot, welches Russland gegen 89 Politiker und Beamte der Europäischen Union verhängt hat?

Die schwarze Liste bringt ein wenig Licht in die unangenehmen Zwischenfälle, die sich an russischen Flughäfen ereignet haben, als EU-Abgeordneten die Einreise ohne weitere Erklärung verweigert wurde. Die Liste ist willkürlich und weder transparent noch legal. Aber ich könnte diese Liste auch "goldene Liste" nennen, da sie die Namen der Personen beinhaltet, die entschieden gegen die Menschenrechtsverletzungen in Russland auftreten. Diese Personen äußern ihre Sorgen über die Lage in Russland und sein Handeln gegenüber der Ukraine.

Wir im Europäischen Parlament stehen hinter unseren Kollegen und allen anderen, die auf der Liste genannt werden. Das Europäische Parlament möchte weiter im Dialog mit Russland stehen. Es ist sehr traurig, dass Russland diese Verbindung kappt.


Glauben Sie, dass die Sanktionen für Russland zu Ergebnissen führen?


Ich denken, dass es bereits jetzt Ergebnisse gibt. Es ist schwierig, die exakten Ergebnisse zu erfassen. Wir sehen jedoch, dass die russische Wirtschaft auch wegen des niedrigen Ölpreises wirklich leidet.


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Ein Hauptgrund für die Sanktionen gegen Russland war, dass Russland seine Politik ändern soll. Ich denke, dass die großen Infrastrukturprojekte nun unter großem Druck stehen und Russland sie nicht fertigstellen kann. Wir sehen bereits die Früchte, die die Sanktionen tragen, und ich hoffe, dass die Mitgliedstaaten sie in der Zukunft unterstützen.


Was ist die Rolle des Europäischen Parlaments am Verhandlungstisch?


Das Europäische Parlament ist ein starker Partner bei den Verhandlungen. Ich bin in Kontakt mit dem Büro von Ratspräsident Donald Tusk und teile Informationen.


Wenn wir eine gemeinsame Sprache mit dem Rat finden, können wir eine starke Botschaft an Europa senden: Europa hat Rückgrat bei Themen wie Russland.


Das Interview wurde zum ersten Mal am 26.3. veröffentlicht.