Schengen: Erweiterung des grenzfreien Raums in Europa 

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Der Schengen-Raum: derzeitige Mitglieder und Kandidatenländer  

Der Schengen-Raum ermöglicht Reisen ohne Ausweiskontrollen und umfasst 26 Länder. Mehr über seine Mitglieder und den Status der Schengen-Erweiterung.

Die Freizügigkeit – das Recht, überall in der EU zu leben, zu studieren, zu arbeiten und seinen Ruhestand zu verbringen – ist die wohl greifbarste Errungenschaft der europäischen Integration. Mit der Schaffung des Schengen-Raums 1995 wurden die Kontrollen an den Binnengrenzen der Union abgeschafft.

Heute sind die meisten EU-Mitgliedstaaten Teil des Schengen-Raums, mit Ausnahme Irlands, das sich ein Opt-Out vorbehalten hat und über ein eigenes einheitliches Reisegebiet mit dem Vereinigten Königreich verfügt, sowie Bulgariens, Kroatiens, Zyperns und Rumäniens, die verpflichtet sind, Schengen noch beizutreten.

Außerdem sind Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein auch Teil des Schengen-Raums.

Schengen-Erweiterung

Obwohl Bulgarien und Rumänien die notwendigen Kriterien für eine Vollmitgliedschaft erfüllen, wurde der Schengen-Raum noch nicht auf diese beiden Länder ausgeweitet, da die nationalen Regierungen der EU einstimmig beschließen müssen, neuen Staaten den Beitritt zur grenzfreien Zone zu erlauben. In einer Abstimmung am 18. Oktober 2022 bekräftigten die Abgeordneten ihre Forderung, dass beide Länder so schnell wie möglich in den Schengen-Raum aufgenommen werden sollten, und betonten, dass die Freizügigkeit das Herzstück des EU-Projekts ist.

Am 10. November 2022 befürwortete das Parlament den Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum vor Ende 2022.

Was sind die Voraussetzungen für den Beitritt zum Schengen-Raum? 
  • Die Länder müssen die Verantwortung für die Kontrolle der EU-Außengrenzen übernehmen. 
  • Sie müssen gemeinsame Schengen-Regeln anwenden, wie zum Beispiel die Kontrolle der Land-, See- und Luftgrenzen sowie die Ausstellung einheitlicher Schengen-Visa. 
  • Um ein hohes Maß an Sicherheit im Schengen-Raum sicherzustellen, müssen die Länder mit den Strafverfolgungsbehörden anderer Schengen-Länder zusammenarbeiten. 
  • Sie müssen sich an das Schengener Informationssystem (SIS) anschließen und dieses nutzen. 
Belebte Treppe in einem Bahnhof. Foto von José Martín Ramírez C auf Unsplash  

Vorübergehende Grenzkontrollen

Jedes Jahr werden über 1,25 Milliarden Reisen über die Schengen-Binnengrenzen unternommen. Die Kontrollen an den Binnengrenzen wurden im Schengen-Raum abgeschafft, aber die Staaten haben sich das Recht vorbehalten, im Falle einer ernsthaften Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder der inneren Sicherheit vorübergehende Kontrollen wieder einzuführen.

Seit 2015 – im Zuge der Migrationskrise als auch der Zunahme grenzüberschreitender terroristischer Bedrohungen – haben eine Reihe von Schengen-Staaten solche Kontrollen wieder eingeführt und sogar mehrfach verlängert. Auch die COVID-19-Pandemie veranlasste viele EU-Mitgliedstaaten zur Wiedereinführung von Grenzkontrollen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Im Dezember 2021 schlug die Europäische Kommission eine Aktualisierung der Vorschriften für den Schengen-Raum vor, mit der sichergestellt werden soll, dass die Wiedereinführung von Kontrollen an den Binnengrenzen ein letztes Mittel bleibt und stattdessen alternative Maßnahmen wie gezielte Polizeikontrollen und eine verstärkte polizeiliche Zusammenarbeit gefördert werden.

Das Europäische Parlament arbeitet derzeit an dem Vorschlag. Die Abgeordneten haben sich bereits mehrfach gegen die häufige Wiedereinführung von Kontrollen ausgesprochen, die den freien Personenverkehr in der EU behindern.

Erfahren Sie mehr über Schengen und die Maßnahmen zur Stärkung des Schengen-Raums.

Dieser Artikel wurde erstmals im Februar 2018 veröffentlicht und zuletzt im November 2022 aktualisiert.