Umweltausschuss: Das Ende der Zigarette mit Geschmacksverstärker 

 
 

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Infografik: Tabakabhängigkeit in Europa  

Über 700.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Nikotinabhängigkeit in der EU. Der Umweltausschuss hat am Mittwoch (10. Juli) über neue Regeln für die Verpackungen von Zigaretten abgestimmt. Geschmacksverstärker in Zigaretten wären demnach in Zukunft in der EU verboten. Gesundheitswarnungen auf drei Viertel der Zigarettenpackung sollen junge Menschen vom Rauchen abhalten. E-Zigaretten unterliegen in Zukunft den Regeln für medizinische Produkte.

Mit der Richtlinie wolle die EU besonders junge Menschen davor bewahren, nikotinabhängig zu werden, erklärte die britische Berichterstatterin Linda McAvan (S&D). Gleichzeitig solle es Tabakkonzernen schwerer gemacht werden, neue Raucher zu werben. Obwohl die Zahl der Raucher generell abnehme, seien die Zahlen noch immer beunruhigend: „29 Prozent der jungen Menschen rauchen.“


Die wichtigsten Punkte der überarbeiteten Tabakrichtlinie:


• Verboten werden Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker, die ein Produkt attraktiver machen und junge Menschen anziehen, wie Menthol, Erdbeergeschmack, Vitamine, Koffeine oder Taurine.


• Gesundheitswarnungen sollen drei Viertel der Packung bedecken und müssen auf der Vorder- und Rückseite zu sehen sein.


• Es wird verboten, „leichte“ Zigaretten als weniger gefährlich zu deklarieren.


• Nicht mehr verkauft werden dürfen Zigaretten deren Durchmesser kleiner ist als 7,5 mm oder deren Packung weniger als 20 Zigaretten enthält.


• E-Zigaretten dürfen nur noch als medizinische Produkte verkauft werden. Da E-Zigaretten helfen können, das Rauchen aufzuhören, müssen die EU-Länder sicherstellen, dass man sie auch außerhalb von Apotheken kaufen kann.


Die endgültige Version der Richtlinie muss noch mit den EU-Mitgliedsstaaten abgestimmt werden. Der Ministerrat hatte sich bereits im Juni auf eine gemeinsame Position geeinigt, die als Basis für die Verhandlungen mit dem Europaparlament dient. Die Abstimmung und die Debatte im Plenum sind für den 9. und 10. September geplant.