Reform des EU-Emissionshandelssystems 

 
 

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Das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) zielt darauf ab, die CO2-Emissionen im Industriesektor zu verringern. Lesen Sie hier, wie das System funktioniert und warum eine Reform nötig ist.

Die EU-Abgeordneten haben am 6. Februar 2018 Pläne zur Reform des EU-Emissionshandelssystems angenommen. Erfahren Sie hier mehr darüber.


Was ist das EU-ETS?


Die EU ist der weltweit drittgrößte CO2-Emittent und verfolgt zugleich das ehrgeizigste Klimaziel: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent (gegenüber dem Stand von 1990) gesenkt werden.


Das Emissionshandelssystem der EU (EU-ETS) wurde 2005 eingerichtet. Es ist ein zentrales Instrument der EU, um die Klimaziele zu erreichen. Das EU-ETS richtet sich speziell an die Industrie.


Wie funktioniert das EU-ETS?


Das Emissionshandelssystem verpflichtet mehr als 11 000 Kraftwerke und industrielle Fertigungsanlagen, für jede Tonne CO2, die sie ausstoßen, eine Berechtigung (in Form von Emissionszertifikaten) zu besitzen. Das System soll einen finanziellen Anreiz schaffen, weniger zu verschmutzen. Nach dem Motto: Je weniger Verschmutzung, umso geringer die Kosten.


Die Unternehmen müssen die Emissionsrechte (Zertifikate) im Rahmen von Auktionen (Versteigerungen) erwerben. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage. 


Manche Zertifikate werden kostenlos zugeteilt - vor allem in Sektoren, wo das Risiko besteht, dass Unternehmen ihre Produktion in andere Länder verlagern, an denen weniger strenge Emissionsauflagen eingehalten werden müssen ("Carbon Leakage").


Warum ist eine Reform nötig?


Derzeit sind die Preise der Emissionszertifikate sehr gering, da die Nachfrage nach ihnen aufgrund der Wirtschaftskrise zurückgegangen ist, während das Angebot konstant geblieben ist. 


Das Emissionshandelssystem ist durch ein großes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Zertifikaten gekennzeichnet; Dies führte zu einem Überschuss von rund 2,1 Milliarden Zertifikaten im Jahr 2013. Der Überschuss wurde 2014 leicht reduziert und fiel dann deutlich auf 1,78 Milliarden Zertifikate im Jahr 2015 beziehungsweise auf 1,69 Milliarden im Jahr 2016.


Ein hoher Überschuss und niedrige Preise halten Unternehmen davon ab, in grüne, die Umwelt schonende Technologien zu investieren, wodurch die Effizienz des Systems bei der Bekämpfung des Klimawandels beeinträchtigt wird.


Worin besteht die Reform des EU-Emissionshandelssystems?


Die aktuelle Emissionshandels-Richtlinie läuft bis 2020. Die Reform zielt darauf ab, den künftigen EU-Kohlenstoffmarkt für die Zeit nach 2020 zu gestalten, wobei im Rahmen des Pariser Abkommens eine stärkere Begrenzung der Treibhausgasemissionen angestrebt wird.


Um die Preise anzukurbeln, sieht der Vorschlag eine Erhöhung der jährlichen Reduzierung der zu versteigernden Emissionszertifikate vor.


Um das Überangebot zu verringern, wollen die Abgeordneten die Kapazität der sogenannten Marktstabilitätsreserve (MSR) verdoppeln, um überschüssige Emissionszertifikate auf dem Markt zu beseitigen. Die Marktstabilitätsreserve zielt darauf ab, Angebot und Nachfrage nach Zertifikaten besser aufeinander abzustimmen, indem überschüssige Zertifikate in eine Reserve eingestellt werden, aus der sie bei Engpässen wieder freigegeben werden können. Bei ihrer Auslösung würde die MSR bis zu 24 Prozent der Überschüsse in jedem Auktionsjahr aufnehmen.


Mit dem Vorschlag sollen auch zwei neue Fonds eingeführt werden, die zur Innovationsförderung und zum Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft beitragen sollen:


1. Der Innovationsfonds wird finanzielle Unterstützung für Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Kohlenstoffabscheidung und -speicherung sowie kohlenstoffarme Innovationsprojekte bereitstellen.

2. Der Modernisierungsfonds wird dazu beitragen, die Energiesysteme in einkommensschwächeren Mitgliedstaaten zu modernisieren.


Die EU-Abgeordneten haben die neuen Regeln am 6. Februar mit 535 Stimmen angenommen, bei 104 Gegenstimmen und 39 Enthaltungen. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung.


EU-Bemühungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen


Weitere Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Verpflichtungen der EU im Rahmen des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen (Senkung der Emissionen in der EU um mindestens 40 Prozent bis 2030 gegenüber dem Stand von 1990 in allen Wirtschaftssektoren):

 


Dieser Artikel wurde aktualisiert und erstmals am 13. Februar veröffentlicht.