Asyl und Migration: Zahlen und Fakten 

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Seit ihrem Höhepunkt 2015 und 2016 ist die Migration nach Europa in den vergangenen Jahren wieder zurückgegangen. Alle Statistiken rund um Migration und Asyl in unserer Infografik.

Die Ankunft von mehr als einer Million Asylbewerbern und Migranten in Europa im Jahr 2015 hat Schwächen im EU-Asylsystem aufgezeigt. Darum arbeitet das Europäische Parlament an Vorschlägen für eine gerechtere und wirksamere europäische Asylpolitik.

Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen, Begriffsbestimmungen und Daten zum Thema Migration in Europa.

Flüchtlinge und Asylsuchende - Eine Begriffsbestimmung


Asylsuchende sind Menschen, die in einem anderen Land einen formalen Asylantrag stellen, da sie in ihrem Herkunftsland um ihr Leben fürchten müssen.

Flüchtlinge sind Menschen mit begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, die als solche in einem Land anerkannt und aufgenommen worden sind. Die EU-Anerkennungsrichtlinie legt Normen für die Gewährung von internationalem Schutz fest.


Derzeit müssen Drittstaatsangehörige in dem Mitgliedstaat um Schutz ansuchen, in dem sie zum ersten Mal EU-Boden betreten haben. Durch die Antragstellung werden sie zu Asylbewerbern (Asylsuchenden). Erst durch den positiven Entscheid einer nationalen Behörde erhalten sie den Flüchtlingsstatus oder eine andere Form internationalen Schutzes.

Mehr dazu: Was sind die Ursachen von Migration?

Asylentscheidungen in der EU


2019 wurden in der EU sowie in Norwegen und der Schweiz insgesamt 714.200 Anträge auf internationalen Schutz gestellt. Im Vergleich zum Vorjahr 2018 mit 634.700 Anträgen bedeutet dies eine Zunahme um 13 Prozent. 2017 wurden 728.470 Asylanträge gestellt und 2016 fast 1,3 Millionen.


Im Jahr 2019 gewährten die EU-Länder 295.800 Asylsuchenden Schutz. 2018 erkannten die Mitgliedstaaten 333.400 Asylbewerber als schutzberechtigt an, was einem Rückgang von beinahe 40 Prozent gegenüber 2017 mit 533.000 positiven Asylentscheidungen entspricht.


Die größte Gruppe von Personen, denen im Jahr 2019 in der EU der Schutzstatus zuerkannt wurde, waren Staatsangehörige Syriens (fast ein Drittel der Schutzberechtigten bzw. 27 Prozent). Darauf folgten Staatsangehörige Afghanistans (14 Prozent) und Venezuelas (13 Prozent). Die Anzahl schutzberechtigter Venezolaner stieg im Vergleich zu 2018 um fast das 40-fache. Von den 78.600 syrischen Staatsangehörigen, denen in der EU der Schutzstatus zuerkannt wurde, erhielten 71 Prozent den Schutzstatus in Deutschland.

Lage im Mittelmeer


Die europäische Grenz- und Küstenwache sammelt Daten über illegale Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen, die von nationalen Behörden gezählt werden. In den Jahren 2015 und 2016 wurden über 2,3 Millionen illegale Grenzübertritte festgestellt. Im Jahr 2019 sank die Gesamtzahl illegaler Grenzübertritte auf 141.846. Dies ist die niedrigste Anzahl seit 2013 und entspricht einem Rückgang von 5 Prozent gegenüber 2018.


Da eine Person eine Grenze mehr als einmal überschreiten kann, fällt die Zahl der Personen, die im Zuge der Migrationskrise tatsächlich nach Europa gekommen waren, jedoch niedriger aus. Dennoch standen die Mitgliedstaaten unter signifikantem Druck.


Im Jahr 2019 wurde nach vorläufigen Zahlen 735.835 Personen an den EU-Außengrenzen die Einreise verweigert. In der ersten Jahreshälfte 2020 riskierten 23.288 Menschen ihr Leben bei dem Versuch, auf dem Seeweg nach Europa zu gelangen. Vermutlich 248 Menschen ertranken dabei. Über 120.000 Menschen erreichten Europa im Jahr 2019 über das Meer (im Vergleich zu über einer Million Menschen im Jahr 2015). 2019 starben oder verschwanden 1.319 Menschen auf der Überfahrt, verglichen mit 2.277 im Vorjahr und 3.139 im Jahr 2017.

Illegal aufhältige Migranten


Im Jahr 2015 wurden in der EU 2,2 Millionen Drittstaatsangehörige als "illegal aufhältig" aufgegriffen. Bis 2019 sank die Zahl auf knapp über 650.000. Hat eine Person sich nicht ordnungsgemäß registriert oder den Mitgliedstaat verlassen, der für die Prüfung ihres Asylantrags zuständig ist, gilt sie als "illegal aufhältig". Das ist an sich aber kein Grund, um jemanden aus der EU auszuweisen.

Was denken die Europäer über das Thema Migration?


Die Bewältigung der Migration ist eine Priorität der EU. Verschiedene Maßnahmen wurden gesetzt, um die Krise zu bewältigen und das Asylsystem zu verbessern. Laut einer Eurobarometer-Umfrage vom Mai 2018 sind 72 Prozent der Unionsbürger jedoch der Ansicht, dass die EU im Bereich Migration noch stärker tätig werden solle.


Auch wenn eine Eurobarometer-Umfrage vom Juni 2019 zeigt, dass Migration das fünftwichtigste Thema war, das die Wahlentscheidungen der Europäer bei der Europawahl im Mai 2019 beeinflusst hatte, hat das Thema laut einer neuen Parlameter-Umfrage an Bedeutung verloren.


Infolge des Anstiegs von Asylbewerbern im Jahr 2015 hatte die Europäische Union ihre Mittel für die Migrations-, Asyl- und Integrationspolitik erheblich aufgestockt. In den Verhandlungen über den langfristigen EU-Haushalt nach 2020 fordert das Parlament zusätzliche Mittel in diesem Bereich.

Mehr über das Migrationsmanagement der EU.

Zur Lage der Flüchtlinge in der Welt


Weltweit hat die Zahl der Menschen, die vor Verfolgung, Konflikten und Gewalt fliehen, erstmals 79,5 Millionen erreicht. Kinder machen 40 Prozent der Flüchtlinge weltweit aus.


Die Länder, die die meisten Flüchtlinge beherbergen, sind die Türkei, Kolumbien, Pakistan, Uganda und Deutschland. Nur 15 Prozent aller Flüchtlinge weltweit sind in Industrienationen untergebracht.


In unserer oben angezeigten Infografik finden Sie die neuesten Eurostat-Zahlen zu Asylanträgen sowie Statistiken des UNHCR zur Zahl der Flüchtlinge in einzelnen EU-Ländern.