Krebserregende Chemikalien: Besserer Schutz von Arbeitnehmern 

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Arbeitsbedingte Krebserkrankungen zählen zu den größten Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz. Welche Maßnahmen die EU setzt, um Arbeitnehmer vor Karzinogenen zu schützen.

EU-Regeln für besseren Arbeitnehmerschutz ©AP Images/European Union-EP  

Um das Krebsrisiko bei Arbeitnehmern weiter zu senken, hat das Parlament am 27. März 2019 eine dritte Überarbeitung der Richtlinie von 2004 zur Begrenzung schädlicher Substanzen am Arbeitsplatz gebilligt. Die überarbeitete Richtlinie enthält nun Expositionsgrenzwerte für weitere fünf Chemikalien, die in Sektoren wie bei der Herstellung von Nickel-Cadmium-Batterien, der Zink- und Kupferverhüttung, in Labors, in der Elektronikbranche, bei Beerdigungen, im Bauwesen, im Gesundheitswesen und im Kunststoff- und Recyclingsektor eingesetzt werden.


Somit umfasst die EU-Richtlinie nun Grenzwerte für 27 krebserregende Chemikalien.


Mehr Informationen dazu, wie die EU Krebs bekämpft

Die Vereinbarung [...] wird dazu beitragen, die langfristigen Arbeitsbedingungen von mehr als einer Million Arbeitnehmern in der EU zu verbessern und mehr als 22.000 Fälle von Berufskrankheiten pro Jahr zu verhindern.

Laura Agea (EFDD, IT) 

Berichterstatterin der dritten Überarbeitung

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Im Jahr 2017 legten die EU-Abgeordneten bei einer ersten Überarbeitung der Richtlinie Expositionsgrenzwerte für elf zusätzliche Karzinogene fest.

Im Dezember 2018 billigte das Parlament noch strengere Regeln im Rahmen einer zweiten Überarbeitung. Damals wurden Expositionsgrenzwerte für acht weitere krebserregende Stoffe geregelt sowie Warnhinweise, wenn größere Mengen eines Stoffs über die Haut aufgenommen werden können. Zu den Substanzen gehören Dieselabgase und gebrauchte Motoröle.

Karzinogene und Mutagene 
  • Chemische Stoffe, die Krebs beziehungsweise Mutationen auslösen können 

Besserer Schutz vor Asbest

Jedes Jahr sterben in der EU zwischen 30.000 und 90.000 Menschen an den Folgen einer Asbestexposition. In einer am 20. Oktober 2021 angenommenen Entschließung fordert das Parlament eine europäische Strategie für die Beseitigung von Asbest und die Verbesserung der bestehenden Vorschriften, um gefährdete Arbeitnehmer besser zu schützen. Die Abgeordneten wollen den Expositionsgrenzwert von 0,1 Fasern/cm3 auf 0,001 Fasern/cm3 senken und eine obligatorische Untersuchung und Entfernung von Asbest einführen, bevor mit Renovierungsarbeiten begonnen werden kann. Sie wollen auch sicherstellen, dass alle Berufskrankheiten anerkannt werden, damit die Opfer eine angemessene Entschädigung erhalten können.

Krebserkrankungen am Arbeitsplatz

Krebs ist die häufigste arbeitsbedingte Todesursache in der Europäischen Union. Jährlich sind 52 Prozent aller berufsbedingten Todesfälle auf Krebs zurückzuführen, 24 Prozent auf Herz-Kreislauferkrankungen, 22 Prozent auf sonstige Krankheiten und 2 Prozent auf Unfälle. Die häufigsten arbeitsbedingten Krebserkrankungen sind Lungenkrebs, Mesotheliome (die durch die Exposition gegenüber Asbest-Teilchen verursacht werden können) und Blasenkrebs.


Insbesondere sind das Baugewerbe, die Chemie-, Automobil-, Holz- und Möbelindustrien sowie die Nahrungsmittel- und Textilindustrien und das Gesundheitswesen von der Thematik betroffen.


Mehr zu den Maßnahmen des Parlaments gegen Krebs:


Weiterlesen: EU-Maßnahmen zur Verbesserung von Arbeitnehmerrechten und Arbeitsbedingungen sowie der öffentlichen Gesundheit.