Abfallwirtschaft in der EU: Zahlen und Fakten 

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Siedlungsabfälle werden vor allem von privaten Haushalten erzeugt. Unsere Infografik liefert Statistiken zu Abfallaufkommen und -entsorgung in der EU.

Siedlungsabfälle machen weniger als ein Zehntel des Gesamtabfallaufkommens von 2,5 Milliarden Tonnen aus, das pro Jahr in der EU anfällt.

2018 wurden neue, ehrgeizige EU-Ziele verabschiedet, um Wiederverwendung und Recycling zu fördern, Verpackungsabfälle zu verringern und die Deponieablagerung in der Union einzuschränken. Die Vorgaben sollen zur Schaffung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft in der EU beitragen.

Im März 2020 präsentierte die Europäische Kommission einen EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft. Dessen Ziel ist, das Abfallaufkommen zu verringern, indem genutzte Ressourcen so lange wie möglich in der Wirtschaft verbleiben. Das Europäische Parlament wird zu Beginn des neuen Jahres 2021 über seinen Initiativbericht über den Aktionsplan abstimmen.

Abfallwirtschaft in der EU  

Abfallaufkommen in Europa


Im Zeitraum von 2005 bis 2018 ging die durchschnittlich von einer Person in der EU produzierte Menge an Siedlungsabfällen zurück. Dennoch sind für die einzelnen EU-Mitgliedsländer unterschiedliche Trends erkennbar: So gibt es in Dänemark, Deutschland, Griechenland, Malta und Tschechien Zuwächse. Geringere Abfallmengen verzeichnen Bulgarien, Spanien, Ungarn, Rumänien und die Niederlande.


Der meiste Müll in absoluten Pro-Kopf-Zahlen fällt in Dänemark, Malta, Zypern und Deutschland an. Die niedrigsten Werte gibt es in Ungarn, Tschechien, Polen und Rumänien.


In einkommensstärkeren Ländern wird tendenziell mehr Abfall pro Person produziert. In Zypern und Malta ist auch der Tourismus für die höheren Mengen mitverantwortlich.


Siedlungsabfälle in den EU-Ländern  

Abfallwirtschaft


Die EU will die Vermeidung von Müll und die Wiederverwendung von Produkten bestmöglich fördern. Wo dies nicht möglich ist, werden Recycling (einschließlich Kompostierung) und andere Formen der Verwertung, etwa zur Energiegewinnung, bevorzugt. Die einfache Abfallentsorgung, wie auf Deponien, ist die billigste, aber zugleich auch umweltschädlichste Form des Abfallmanagements.


Laut statistischen Erhebungen aus dem Jahr 2017 werden 46 Prozent aller Siedlungsabfälle in der EU recycelt oder kompostiert. Allerdings sind die Entsorgungspraktiken in den einzelnen EU-Ländern sehr unterschiedlich. Einige Länder deponieren noch immer große Mengen an Abfällen.


Müll wird in Belgien, den Niederlanden, Schweden, Dänemark, Deutschland, Österreich und Finnland, wo Abfallverbrennung neben Recycling eine wesentliche Rolle spielt, kaum deponiert. Deutschland und Österreich sind zudem Europas Top-Länder in Sachen Recycling.


Mülldeponien sind in den östlichen und südlichen Regionen Europas weiterhin verbreitet: Zehn Länder laden nahezu die Hälfte oder mehr ihrer Siedlungsabfälle auf Deponien ab: Malta, Zypern und Griechenland über 80 Prozent; Kroatien, Rumänien, Bulgarien und die Slowakei mehr als 60 Prozent; Spanien und Portugal die Hälfte oder mehr.


Litauen, Lettland, Irland, Italien, Frankreich, Estland, Slowenien und Luxemburg setzen auch auf Müllverbrennung und deponieren ein Drittel oder weniger ihrer Siedlungsabfälle. Mit Ausnahme von Lettland und Estland beträgt der Recyclinganteil des Hausmülls in diesen Ländern über 40 Prozent.


Zwischen 2006 und 2017 ging der Anteil der deponierten Siedlungsabfälle in Slowenien (69 Prozentpunkte), Litauen (65 Prozentpunkte), Lettland (64 Prozentpunkte), Estland (60 Prozentpunkte) und Finnland (57 Prozentpunkte) entscheidend zurück.