Fortschritte der EU bei der Verwirklichung ihrer Klimaziele für 2020 (Infografik) 

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Die EU hat die Ziele zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen bis 2020 übertroffen. Weitere Informationen erfahren Sie in unserer Infografik.

Die Bekämpfung des Klimawandels ist eine der Hauptprioritäten der Europäischen Union. Die EU verpflichtet sich zu verschiedenen Zielvorgaben und setzt zahlreiche Maßnahmen, um ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Wie ist der Stand der Dinge?

Entwicklung der Treibhausgasemissionen  

EU-Klimaziele 2020

Die EU-Klimaziele für 2020 wurden im Klima- und Energiepaket, das im Jahr 2008 verabschiedet wurde, festgelegt. Eines der Ziele ist die Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20 Prozent gegenüber dem Stand von 1990.

Schätzungen zufolge lagen die Emissionen der EU im Jahr 2020 um 31 Prozent unter denen von 1990, was bedeutet, dass die EU ihr Ziel um 11 Prozentpunkte übertraf. Bestätigte Daten zeigen, dass die Emissionen bis 2019 im Vergleich zu 1990 um 24 Prozent gesunken sind. Zwischen 2019 und 2020 gab es einen bedeutenden Rückgang der EU-Treibhausgasemissionen, der stark mit der COVID-19-Pandemie zusammenhing.

Nach jüngsten Prognosen der Mitgliedstaaten, die auf den bereits bestehenden Maßnahmen basieren, dürfte die Netto-Emissionsverringerung bis 2030 jedoch nur etwa 41 Prozent betragen. Das im EU-Klimagesetz festgelegte EU-Emissionsziel für 2030 sieht eine Verringerung um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 vor. Mit einem bevorstehenden Paket neuer und überarbeiteter Rechtsvorschriften mit der Bezeichnung „Fit für 55“ sollen die Ziele des europäischen Grünen Deals verwirklicht und Europa bis 2050 zu einem klimaneutralen Kontinent gemacht werden.

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Fortschritte in den Sektoren Energie und Industrie

Um ihr Treibhausgasreduktionsziel für 2020 zu verwirklichen, setzt die EU auf Maßnahmen in verschiedenen Bereichen. Dazu zählt das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS), das die Treibhausgasemissionen von Großanlagen im Energie- und Industriesektor sowie die Luftfahrt abdeckt. Rund 40 Prozent der gesamten EU-Treibhausgasemissionen fallen unter das System.

Die Emissionen von Kraftwerken und Fabriken, die vom Emissionshandelssystem reguliert werden, gingen zwischen 2005 und 2020 um 40 Prozent zurück. Das ist deutlich mehr als die als Ziel für 2020 festgeschriebenen 23 Prozent.

Nationale Zielsetzungen

Im Rahmen der sogenannten Lastenteilungsentscheidung legten die EU-Mitgliedstaaten nationale Emissionsverringerungsziele fest, um die Emissionen weiterer Bereiche zu senken, nämlich von Gebäuden, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und Verkehr (ohne Luftfahrt). Die Emissionen aus diesen Sektoren, für die somit nationale Ziele gelten, waren 2020 um 15 Prozent niedriger als 2005; die Vorgabe für 2020 ist eine Verringerung von 10 Prozent.

Der Rückgang ist hauptsächlich auf Verbesserungen der Energieeffizienz und die Umstellung auf weniger kohlenstoffintensive Brennstoffe zurückzuführen. Die Emissionen aus dem Verkehr hingegen stiegen bis zum Beginn der COVID-19-Pandemie jährlich an.

Die nationalen Emissionsziele für 2020 reichten von einer 20-prozentigen Verringerung bis 2020 (gegenüber dem Stand von 2005) für die reichsten Länder bis zu einer 20-prozentigen Erhöhung für die am wenigsten wohlhabenden Mitgliedstaaten.

Die Lastenteilungsentscheidung