Plastik im Meer: Fakten, Auswirkungen und neue EU-Regeln 

 
 

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Unsere Infografiken informieren über die Auswirkungen von Plastikmüll im Ozean. Was unternimmt die EU, um Kunststoffabfälle zu reduzieren?

Die Auswirkungen unserer Einweg-Kunststoff-Wegwerfkultur sind sowohl an den Küsten und Stränden als auch in den Ozeanen zu sehen. Plastikmüll verschmutzt die Meere zunehmend. Einer Schätzung zufolge könnten sich, am Gewicht gemessen, bis zum Jahr 2050 mehr Plastikartikel als Fische im Meer befinden.

Neue EU-Vorschriften, die das Parlament am 27. März gebilligt hat, befassen sich mit den zehn Einwegkunststoffprodukten, die am häufigsten an den europäischen Stränden gefunden werden, sowie mit verloren gegangenen Fischfanggeräten. Zusammen machen diese beiden Gruppen 70 Prozent des gesamten Meeresmülls aus.

Einwegkunststoffprodukte - Infografik  

Welche Probleme entstehen?

Die Küsten werden durch den Plastikmüll nicht nur verunreinigt. Der Müll schadet vor allem den Meerestieren, die sich in größeren Teilen verfangen und kleinere Teile für Nahrung halten und verschlucken können. Durch das Verschlucken von Kunststoffpartikeln kann es passieren, dass sie keine normale Nahrung verdauen und sich toxische chemische Schadstoffe in ihren Organismen ablagern können.

Auch Menschen nehmen Plastik über die Nahrungskette zu sich. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind bisher unbekannt.

Zudem verursachen Meeresabfälle wirtschaftliche Verluste - sowohl für die vom Meer abhängigen Sektoren und Gemeinschaften als auch für die Hersteller: Denn nur etwa 5 Prozent des Wertes von Kunststoffverpackungen bleiben tatsächlich in der Wirtschaft - der Rest wird buchstäblich abgeladen.  Ein nachhaltiger Ansatz ist notwendig.


Meeresabfälle nach Kategorie - Infografik  

Was muss getan werden?

Der effektivste Weg zur Lösung des Problems besteht darin, zu verhindern, dass noch mehr Plastik in unsere Ozeane gelangt.

Einwegkunststoffartikel stellen die größte einzelne Abfallgruppe an Küsten und Stränden dar: Produkte wie Plastikbesteck, Getränkeflaschen, Zigarettenstummel oder Wattestäbchen machen fast die Hälfte aller Meeresabfälle aus.

Die zehn häufigsten Einwegkunststoffartikel - Infografik  

Welche Maßnahmen werden ergriffen?

Es wird ein totales Verbot für Einwegkunststoffartikel geben, für die Alternativen in anderen Materialien verfügbar sind. Dazu gehören Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbchen. Des Weiteren fügten die Abgeordneten Produkte aus oxo-abbaubaren Materialien und Fast-Food-Behälter aus expandiertem Polystyrol zu der Verbotsliste hinzu.

Eine Reihe weiterer Maßnahmen wurde gebilligt:

  • Erweiterte Herstellerverantwortung insbesondere für Tabakunternehmen, um die Anwendung des Verursacherprinzips zu stärken. Diese neue Regelung gilt auch für Fanggeräte, um sicherzustellen, dass die Hersteller und nicht die Fischer die Kosten für die Sammlung auf See verlorener Netze tragen.
  • Sammelquote von 90 Prozent bis 2029 für Trinkflaschen (z.B. durch Pfandrückerstattungssysteme)
  • 25 Prozent-Ziel für den recycelten Inhalt in Kunststoffflaschen bis 2025 und von 30 Prozent bis 2030
  • Kennzeichnungsvorschriften für Tabakprodukte mit Filter, Kunststoffbecher, Damenbinden und Feuchttücher, um Benutzer auf ihre korrekte Entsorgung aufmerksam zu machen
  • Initiativen zur Sensibilisierung für das Thema


Die Berichterstatterin des Parlaments war Frédérique Ries (ALDE, BE)


Weitere Aktionen gegen Plastikverschmutzung:



Das EP befasst sich mit dem Problem von Plastikmüll im Meer ©AP images/European Union - EP