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Der Umweltausschuss hat Regeln gebilligt, um die Qualität und den Zugang zu Trinkwasser für alle Bürger weiter zu verbessern und Plastikmüll in Form von Wasserflaschen zu reduzieren.

Die meisten Menschen in der EU haben einen guten Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser. Laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (2016) erfüllten mehr als 98,5 Prozent der Tests, die zwischen 2011 und 2013 an Trinkwasserproben durchgeführt wurden, die EU-Standards.


Die EU-Trinkwasserrichtlinie legt Mindestqualitätsstandards für Wasser für den menschlichen Gebrauch (also Trinken, Kochen, andere häusliche Zwecke) fest, um vor Kontamination zu schützen.

Trinkwasser in der EU  

Am 18. Februar 2020 billigte der Ausschuss für Umwelt und öffentliche Gesundheit die vorläufige Einigung über eine Aktualisierung der Vorschriften, die zwischen Parlament und Rat im Dezember 2019 erzielt worden war. Die neuen Regeln sollen das Vertrauen der Verbraucher stärken und den Konsum von Leitungswasser fördern.


Das neue Gesetz aktualisiert die Qualitätsstandards für Trinkwasser und legt Mindesthygieneanforderungen für Materialien wie Leitungen oder Wasserhähne fest, die mit dem Wasser in Berührung kommen. Des Weiteren wird ein System einer Beobachtungsliste eingeführt, um endokrine Stoffe, Arzneimittel und Mikroplastik zu überwachen. Mit diesem System kann die EU flexibel auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse über diese Stoffe reagieren.


Nach den neuen Regeln müssen die Mitgliedstaaten den Zugang zu sauberem Wasser für alle Bürger und insbesondere für schutzbedürftige Gruppen, die keinen oder nur begrenzten Zugang haben, weiter verbessern, indem sie beispielsweise Trinkbrunnen an öffentlichen Plätzen einrichten. Auf freiwilliger Basis können sie weitere Maßnahmen beschließen, um die Bereitstellung von Leitungswasser in Restaurants zu fördern – kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr.


Zudem wird auch die Transparenz erhöht, da sichergestellt werden muss, dass die Verbraucher auf Informationen über die Qualität ihres Leitungswassers zugreifen können.


Leitungswasser zu trinken spart nicht nur Kosten, sondern ist auch umweltfreundlich: Die Verbraucher können durch das Trinken von Leitungswasser Geld sparen und durch den geringeren Konsum von Flaschenwasser werden Treibhausgasemissionen und Kunststoffabfälle reduziert. Der EU-Kommission zufolge könnte der Zugang zu Wasser mit besserer Qualität den Verbrauch von Flaschenwasser um 17 Prozent senken.

Auswirkungen des Konsums von Leitungswasser  

Die Überarbeitung der Richtlinie erfolgte auf die erfolgreiche Bürgerinitiative "Right2Water" mit mehr als 1,8 Millionen gesammelten Unterschriften. Sie zeigte, wie wichtig den Europäern ihr Trinkwasser ist. Eine öffentliche Konsultation ergab, dass viele Menschen im europäischen Ausland unsicher sind, ob sie Leitungswasser konsumieren sollten, obwohl die Erfüllungsraten in Hinblick auf die Qualität hoch sind. Des Weiteren wünschen sich die Europäer mehr aktuelle Informationen über die Trinkwasserqualität.

Was sagen die Europäer zum Thema Trinkwasser in der EU?  

Nächste Schritte


Das Europäische Parlament wird auf einer seiner kommenden Plenartagungen über die neuen Vorschriften abstimmen.

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